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Sechs Jahre Grooving Smokers
– Reggae, Ragga, Dancehall – made in Berlin
Publiziert am: 01.06.05 - Medienformen: Hanf Journal - die Fundgrube für interessierte Kiffer

hanfjournal 05juni artikel Sechs Jahre Grooving Smokers – Reggae, Ragga, Dancehall – made in Berlin
Freitag Abend in der Hanf Journal-Redaktion. Eigentlich ist die (Arbeits-)Woche vorbei, da dämmert es mir, dass da noch ein Termin mit LouLarge von den „Grooving Smokers“ war. Drei Sekunden später klingelt es auch schon an der Tür und eine Zigarettenlänge später fängt Lou an zu erzählen:
Noch zu Schulzeiten, genauer gesagt auf dem Schulweg, hatte er, Gründer des Party- und seit 2004 auch Music-Labels „Grooving Smokers“ aus Berlin, die Idee zu dem mittlerweile deutschlandweit bekannten einmaligen Projekt. Damals, Ende der Neunziger-Jahre, gab es noch keinen lokalen Veranstalter von Partys, auf denen ausschließlich Reggae, Ragga und Dancehall gespielt wurden. Das sollte sich bald ändern. Die ersten Events fanden 1999 zusammen mit „Kim will Kiffen“ in der Pfefferbank statt, es folgten diverse „Legalize It“ Partys am selben Ort.

Ihren festen Platz in der Berliner Reggae-Szene eroberten sich die Grooving Smokers dann mit dem„Herbclub“ und dem damit verbunden Umzug auf das Tanzschiff „Hoppetosse“ am Ufer der Arena im Berliner Stadtteil Treptow. Regelmäßige Auftritte im mittlerweile legendären YAAM am selben Ort folgten. Der Herbclub lässt seit drei Jahren jeden Donnerstag die Landungsbrücken der „Hoppetosse“ herunter und ist das bekannteste und bestbesuchte ReggaeRegular in der Hauptstadt. Die Liste der Künstler umfasst mittlerweile (fast) alle bekannten Berliner und jede Menge deutsche wie internationale Soundsystems und Sänger. Natürlich legt auch LouLarge dort regelmäßig selbst auf. Kommenden September feiert der „Herbclub“ seinen dritten Geburtstag, was zu gegebener Zeit Anlass für diverse fette Partys sein wird. Eine davon findet am 15.9.2005 im Rahmen der PopKomm statt, geplant sind Live-Acts und ein großes Line-Up von Soundsystems aus ganz Europa.

Internationale und deutsche Künstler, allesamt in Berlin ansässig oder der Stadt auf die eine oder andere Weise verbunden, treten regelmäßig bei Smokers Events auf, darunter bekannte Namen wie Culcha Candela, PR Kantate oder Ganjaman & Jr. Randy. Besonders erwähnt sei hierbei der Newcomer des Jahres 2004 in Berlin, Gunjah Deluxe. Von ihm sind mittlerweile zwei Tunes auf Vinyl bzw. CD erschienen, im Jahre 2004 „Hope Time Fi Ganja“ auf dem Ceasar Riddim, Anfang diesen Jahres dann „Freak Show“ auf dem „Peep Show Riddim“. Sowohl beide Riddims als auch die Tonträger sind Eigenproduktionen der „Grooving Smokers“. Eben jene Tunes werden auch vom zweiten Nachwuchs-MC des Labels, Vido Jelashe, interpretiert, der „Caesar Riddim“ mit „Wata com’ outa be high“, der „Peep Show Riddim“ mit „What time is it?“

Die Verbreitung deutschsprachigen Reggaes ist ein weiteres Element der Labelarbeit, um so die Inhalte der Texte für das hiesige Publikum nachvollziehbar und trotzdem tanzbar herüberbringen zu können. Positive Inhalte in deutscher und englischer Sprache werden überall dort verbreitet,, wo sich die Möglichkeit dazu bietet. Eine vielbeachtete, einmalige Spontan-Aktion war die tägliche Präsenz vor der Amerikanischen Botschaft zu Beginn des Irak-Krieges 2003. Zusammen mit den Kollegen der Soundpiraten (www.soundpiraten.de) hielten die Künstler, unter anderem KlarBauterMann, Ganjaman & Jr. Randy, Redemptiom Sound, zwei Wochen lang eine Mahnwache mit Reggae Vibes gegen Bush und dessen Einmarsch im Irak. Auch ein Solidaritäts-Konzert für die Flutwellenopfer unter anderem mit Martin Jondo, Mellow Mark, Gunjah DeLuxe brachte Anfang des Jahres stolze 4.500 Euro und dem Berliner Club Kato einen Besucherrekord ein.

Natürlich sind die Grooving Smokers seit Jahren auf allen großen Berliner Musik-Veranstaltungen vertreten, vom Karneval der Kulturen (im Jahr 2004 zusammen mit dem Hanf Journal) über die Fete de la Musique , den IFA-Sommergarten 2003 bis hin zur Popkomm im letzten Jahr. Wo LouLarge und seine Crew hinkommen, gibt es keinen Stillstand, die Massen werden bewegt.

Auf die Idee, nicht nur Promotion zu machen, sondern auch selbst zu produzieren, kamen sie vor zwei Jahren, genauer gesagt auf der Record Release-Party des bisher einzigen, in den Charts vertretenen, Berliner Reggae-Hits, „Görlie, Görlie“ von PR Kantate. Mittlerweile produziert die Berliner Riddim-Schmiede mit und für Vido Jelashe, Gunjah DeLuxe, Sammy Dread, Mystic Roots Sound, I-Revelation Sound, Traffic Light Sound, Winjy Lion, Selecta G.(7 Inches Soldiers) und natürlich Ganjaman & Jr. Randy.

Auf die leider obligatorische Frage nach der Haltung der „Grooving Smokers“ zum Thema Homophobie und Reggae erfahre ich, dass jedwede Schwulen- oder Lesbenhetze strikt abgelehnt wird. So genannte „Chichiman“ oder „Battyman“ Tunes werden seit Monaten besonders in der Dancehall-Szene heiß diskutiert. Die Haltung, solch Gedankengut zu verharmlosen und dabei einige übelste Texte als „das sei Teil der jamaikanischen Kultur und damit zu entschuldigen“ abzutun, wird von der gesamten Hanf Journal-Redaktion nicht akzeptiert. Genauso wenig wie sexistisches oder rassistisches Liedgut, egal, welchen Musikstil es betrifft. Jedoch der gesamten Reggae-Szene Schwulen- oder Lesbenfeindlichkeit zu unterstellen, ist genauso blödsinnig, kurzsichtig und intolerant wie besagte Texte. (Ein Hinweis in eigener Sache: Es gibt da ein paar schöne Sachen im Hajo-Onlineshop, http://www.spreadshirt.net/shop.php ?op=articles&motive_id=382553).

Gefragt, was er von der Hanf-Prohibition halte, verweist LouLarge zuerst einmal mit einem Augenzwinkern auf den Namen des Projekts, wird dann aber schnell sachlich. Es sei in seinen Augen Blödsinn, Hanf zu verbieten. Zum einen leiste die Illegalität mafiösen Strukturen Vorschub und verhindere eine klare Abgrenzung von anderen Drogen. Außerdem gäbe es keinen vernünftigen Grund, weder medizinisch, moralisch oder wie auch immer, „the Healing of the Nation“, wie Grass in vielen Reggaetexten genannt wird, zu verbieten. Ein vernünftiger, maßvoller Umgang mit der Droge Hanf könne nicht durch ein Verbot, sondern nur durch objektive Aufklärung und Information erzielt werden. Es solle jeder/jedem frei stehen, ob sie/er Hanf konsumiere.

In nächster Zeit sind neben den Geburtstags-Bashes für die „Hoppetosse“ ein Herbclub-Spezial mit Ganjaman + Special Guest am 23.6.2005, auch auf besagtem Tanzschiff am Ufer der Arena, sowie ein weiter Auftritt auf der PopKomm am 16.09.2005 mit internationalem Live Show Case geplant. Auch als Musik-Label wollen die Grooving Smokers weiterhin fleißig tätig sein, als nächstes stehen die Produktion eigener Riddims und ein erstes Album von Gunjah DeLuxe an. Selbstverständlich sind für den Sommer noch jede Menge spontanerer Events geplant. Näheres erfahrt ihr auf der Website der Smoker oder aus der Berliner Veranstaltungspresse. Vorwärts immer, rückwärts nimmer!



Michael Knodt
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