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PSYCHOAKTIVA - Teil I
LSD
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen: Medienform Text


In der Sonderausgabe zur Hanfparade des „Hanf Journal“ legte ich bereits dar, was es mit Entheogenen auf sich hat. Diese Darstellung der entheogenen Substanz Lysergsäurediäthylamid, kurz LSD, leitet eine zwölfteilige Serie über psychoaktive Drogen ein, die nicht mit dem Begriff „Entheogene“ betitelt werden kann. Uns erwartet neben den halluzinogenen Verbindungen ein Überblick z. B. auch über diverse Opioide. Was ich bewusst außer Acht gelassen habe, ist Hanf bzw. THC und die Cannabinoide. Ich werde im Lauf der Reihe immer wieder auch auf endogene (also körpereigene) Drogen eingehen. In diesem Zusammenhang werden auch die körpereigenen Cannabinoide (Anandamide) kurze Erwähnung finden.

Zum LSD ist viel geschrieben worden. Erst im „Hanf Journal“ April 2003 war ein Artikel von mir zu lesen, in welchem ich dem sechzigjährigen Jahrestag der Entdeckung der entheogenen Wirksamkeit des LSD huldigte. Das LSD wurde 1938 vom Schweizer Chemiker Dr. Albert Hofmann entwickelt. 1943 entdeckte Hofmann mehr oder weniger durch Zufall die psychoaktive Potenz dieses Mutterkornalkaloides (für die genaue Geschichte siehe „Hanf Journal“ April 2003/www.hanfjournal.de).
Die Wirkungsweise des LSD war der Wissenschaft nicht gänzlich unbekannt. Schon vor der Entdeckung dieser Verbindung war das aus dem Peyote-Kaktus (Lophophora williamsii) isolierte Meskalin bekannt, das in seiner Wirkung dem LSD ziemlich ähnelt. Später wurde das Wissen um die Psilocybin-Pilze (und deren psychotropes Prinzip Psilocybin) öffentlich, die ebenfalls in ihrer Wirkungsweise verblüffende Parallelen zu Meskalin und LSD aufweisen. Nun sind LSD und Psilocybin gleichermaßen Tryptaminverbindungen, Meskalin hingegen interessanterweise ein beta-Phenylalkylamin (und zwar ein 2-Phenylethylamin).

LSD wurde durch die Hippieszene und Timothy Leary eines der populärsten Psychedelika weltweit, ja sogar der Inbegriff für psychedelische Drogen überhaupt! Einige User verkrafteten die Macht der Substanz leider nicht, Horrorstorys gerade aus den USA häuften sich, LSD wurde verboten. Doch wieso? Und wie wirkt dieses LSD eigentlich? Es ist immer wieder zu lesen, LSD könne latente Psychosen aktivieren. Was heißt das aber? Manche Menschen, im Grunde die meisten, tragen in ihrem unbewussten Unterbewusstsein Traumata, also erschreckende, furchtbare, verdrängte und unverarbeitete Erlebnisse, die durch LSD und andere Entheogene spontan wachgerufen werden können. Die Betonung liegt allerdings auf „können“ – in der Tat passiert bei kontrolliertem Gebrauch dergleichen eher selten. Kontrollierter Gebrauch meint, dass der Konsument sich nicht gleich die volle Dröhnung verpasst, sondern, am besten zusammen mit vertrauten Personen, mit einer geringen Dosis beginnt. Die eigentliche Wirkung von LSD ist schwer zu beschreiben, ich versuche es dennoch:
LSD kann dich in Universen katapultieren, die nie ein Mensch gesehen hat, fernab jeder Vorstellung. LSD kann dir auch den schlimmsten Albtraum bescheren, den niemals ein Mensch sonst erleben wird. Dann aber musst du schon ziemlich dumm sein und LSD entweder falsch oder unter den falschen Bedingungen eingenommen haben. In geringer Dosis (50 bis 100 Milligramm) kann LSD dich nachdenklich oder vergnüglich, traurig oder ängstlich machen, je nach Set und Setting. Ich darf getrost schreiben, dass LSD in jedem Fall ein unbeschreibliches Erlebnis induzieren wird, ganz egal, wie der Trip ausgeht und ohne jede Wertung!

Für jeden, der versehentlich LSD genommen hat und das nun bitter bereut, habe ich noch einen Tipp: Sollte zufällig Diazepam (Valium® o. dergl.) greifbar sein, so ist das das beste Mittel, um einen LSD- (und auch Psilocybin- oder Meskalin-) Trip zu beenden. Zehn bis dreißig Milligramm können Wunder wirken.


Markus Berger
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