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Maulhalde:
Thema Frühlingsgefühle
Publiziert am: 28.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Es wird Frühling. Die Natur stellt ihre Zeichen auf Anfang. Und während sich die Erpel vor ihren Enten brüsten, enden in meinem Freundeskreis dreimal so viele Beziehungen wie beginnen. Frühlingsgefühle – nur umgekehrt. Als ich ankündigte, diese Kolumne zu schreiben, war schnell klar, dass sich viele Gäste einstellen würden.
„Ich bin froh, dass es vorbei ist“, meldete sich Achim als erster zu Wort. „Am Ende war es einfach nur noch anstrengend – und anstrengend ist bereits alles andere in meinem Leben. Eine Beziehung sollte leicht sein, sonst ist es nicht die Richtige.“
„Oft ist es doch gerade die Leichtigkeit, die so unerträglich ist“, erwiderte Sören und glaubte, wir würden die Verallgemeinerung seines persönlichen Schicksals nicht bemerken. „Meine flatterhafte Freundin hat am Ende ein paar Blumen zu viel umkreist, wenn ihr wisst, was ich meine. Am Ende hätte ich sie am liebsten wie einen Schmetterling in einen Schaukasten gespießt – in MEINEN Schaukasten.“
„Aber ein Schmetterling füllt noch keinen Schaukasten“, sagte Jan, der für seine Frauen ein brauchbares Pendant für Kerben im Bettholz gefunden hatte, mit kaum verhohlenem Stolz.
„Bei deinen Beziehung seh’ ich schon lange nicht mehr durch“, versuche ich ihn zu etwas mehr Rücksicht gegenüber Sören zu bewegen. „Ich auch nicht“, entgegnet er fröhlich. „Wenn wir mal viel Zeit haben, versuche ich es Dir zu erklären, vielleicht verstehe ich es dann.“
„Was ist denn nun das Geheimnis einer guten Beziehung“, frage ich ihn. Alle anderen sehen ihn erwartungsvoll an. „Abwechslung – das wollt ihr doch hören? Aber den Gefallen kann ich Euch nicht tun. Ich sehne mich auch nach Beständigkeit, ich verzweifle nur nicht, wenn sie sich nicht ergibt“, sagt er bewusst nicht in Sörens Richtung. „Eine Beziehung, das ist mehr als die Schnittstellen zweier Leben. Zusammen LEBEN – das ist das Geheimnis.“
„Klingt nicht gerade nach Faustregel“, meinte Achim, „aber ich werd’s mir als Spruch merken, wenn ich das nächste mal eine kennen lerne. Meine Formel lautet: Soviel Differenzen wie möglich, so viele Gemeinsamkeiten wie nötig“, sagt er und schaut Beifall heischend in die Runde.
„Also ich bin Single und glücklich damit“, platzt jetzt Magnus herein und stellt diese These wie eine Schutzmauer zwischen sich, uns und den Frauen auf. Dahinter ist er kaum zu erkennen. Er deutet unsere Blicke richtig. „Bevor ich Kraft in eine Geschichte stecke, die dann doch nichts wird, bleibe ich lieber gleich allein.“ Das emotionale Energiesparmodell, denken wir alle.
„Ja, aber was ist denn nun das Geheimnis…“, will ich noch einmal wissen. „Sich auf hohem Niveau streiten können“, schaltet sich jetzt mein kritischer Leser ein und hat damit diesmal das letzte Wort.

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Daslars
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