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"Musikalische Bilder malen"
Interview mit Axel Steinhagen von Mutabor
(Pub. April 2004)
Publiziert am: 07.04.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04april artikel „Musikalische Bilder malen“ Interview mit Axel Steinhagen von Mutabor

Der 30-jährige Axel Steinhagen ist schon seit Ewigkeiten der Sänger der Berliner Kultband Mutabor. Im April kam ihr neues Album „Individuum" heraus und die lange Tournee durch Deutschland, Österreich und der Schweiz startet ebenfalls. Grund genug für das Hanf Journal, sich mit Axel zu treffen.

Hanf Journal: „Mit Mutabor seid ihr ja schon ziemlich lang unterwegs. Seit 1997, oder?"

Axel Steinhagen: „Ja, wir haben ’97 die erste Platte rausgebracht, was aber nicht heißt, dass wir uns ’97 erst gegründet haben. Das ging eigentlich schon ’94 los, aber ’97 kam die erste CD. Wir haben uns dann halt so langsam hochgespielt, sag ich ma. Ja so ’94 haben wir noch so in diversen Kneipen gespielt, grad hier so in der Nähe (Prenzlauer Berg; Anm. d. Red.) „Streich- und Blues-Café", hier vorne, ich weiß nicht ob du das kennst. Raumerstraße, jedenfalls da fing es an. 1994."

Hanf Journal: „1994 schon! Also in den harten Technozeiten kommt ihr mit, wie nennt ihr es, „Blockflötenpunk"?"

Axel Steinhagen: „So haben wir das nicht selber genannt, das hängt uns irgendwie durch die erste Veröffentlichung an. Da hatten wir so einen Demowettbewerb gewonnen und dort haben sie das eben als „Blockflöten-Punkrock-Funk" betitelt und das haben wir dann auch gleich noch auf einem Plakat übernommen, weil uns auch nicht die wirklich passende Schublade einfiel. Das trifft es jetzt eigentlich auch nicht mehr, weil wir uns musikalisch noch ein bisschen weiterentwickelt haben. Dazu kommen jetzt noch Latino-Einflüsse, Ska ist auch ganz klar und Reggae-Einflüsse auch."

Hanf Journal: „Also alles sehr bunt gemischt, schon allein wenn ich mir die Unterschiede zwischen „Individuum", „High" oder „Revolution" ansehe. Ist das bewusst so gemacht?"

Axel Steinhagen: „Ja, in erster Linie sind die Lieder da. Ein Lied wie „High" entwickelt sich anders musikalisch, weil’s ja auch ’ne andere musikalische Aussage hat und wir sind nun auch nicht einem Stil so verbunden, dass wir sagen wir sind ne Ska-Band und wir machen jetzt nur noch Ska, sondern das ist schon ein bisschen breiter gefasst. Wir nehmen unterschiedliche Stilmittel um daraus musikalische Bilder zu malen, sodass ich das Gefühl habe ein Lied so rüber zu bringen, wie wir es fühlen, wie es dem Song entspricht. Nach der letzten CD sind wir oft gefragt worden: „Ja wo seht ihr jetzt, in welcher Sparte?" aber ich sag mal, das ist immer eher das Problem der Musikjournalisten, wo sie uns hinstecken sollen. Mittlerweile hab ich so das Gefühl, dass die Leute gerade das besonders mögen, dass wir uns nicht einfach einem Format verpflichtet fühlen, sondern wir machen Musik wie uns der Schnabel gewachsen ist. Natürlich ist es klar, dass wir jetzt nicht anfangen würden mit „jetzt mach ma auch HipHop", sondern es gibt da schon eine Linie, die so Ska-Funk-Reggae umfasst und die von den Melodien mit folkloristischen - aber auch mit poppigen - Melodien arrangiert sind."

Hanf Journal: „Dieses Mal sind ja auch englische und spanische Texte mit auf der CD! Ein bestimmter Grund?"

Alex Steinhagen: „Naja, die Songs fallen mir hauptsächlich auf Reisen ein. Ich war halt nun in Lateinamerika für drei Monate auf Reisen und hab auch viel Musik gemacht, Straßenmusik mit einem Freund. Ich war so in Mexiko, Guatemala und Honduras. Auf jeden Fall haben wir viel Musik gemacht und das Lied („Mi Vida", Anm. d. Red.) ist mir an meinem Geburtstag eingefallen, da lag ich in der Hängematte und hatte irgendwie „mi vida mmmhmm" im Ohr. Aber ich sprach nur bruchstückhaft spanisch und hatte halt das im Ohr, „mi vida bababa", und dann hat mir hat noch eine, die ich auch grad getroffen habe, dabei geholfen, den Text zu übersetzen und so war das halt so eine augenblickliche Sache, wie einige Songs, die mir halt einfach einfallen in einem Moment, in dem ich gar nicht den bestimmten Willen hatte ein Lied unbedingt schreiben zu müssen, sondern es kam einfach so."

Hanf Journal: „Ihr habt ja 1999 einen Hanf-Sampler herausgebracht. Wie kams dazu?"

Axel Steinhagen: „Das ist quasi was vom Hanf e.V. gewesen, die zur Hanf-Parade diesen Sampler rausbrachten und da war ein Titel von uns, nämlich „Maria Huana", drauf. Das Lied ist mir auch irgendwann mal so eingefallen, beim Kiffen wahrscheinlich. Ist auch sehr von Latino beeinflusst, weil es da um die Geschichte geht, das Maria Huana eben eine Frau ist, das kennt man ja auch von den Bee Gees und so, naja jedenfalls ist sie eine Frau, das schöne mystische Wesen Maria Huana."

Hanf Journal: „Man konnte unter bloom.de über euch lesen, dass sich eure Musik nicht einordnen lässt, sondern eher der Soundtrack einer Lebenseinstellung ist. Kannst du dir vorstellen, wie die das meinen?"

Alex Steinhagen: „Nun gut, das haben die geschrieben, ich denke da einmal an die Konzerte, dass die Leute tanzen. Unsere Musik ist eben zum Tanzen ausgedacht, für die Emotionen, die man dann hat oder eben über die Texte vermittelt werden und dass du eben durchs Tanzen drauf wirst und dich mit den Leuten verbunden fühlst. Die Lebenseinstellung ist eben nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und nicht irgendwie „alles Scheiße/alles furchtbar" schreist, sondern dich eher positiv fühlst und verhältst. Freude zu leben, zu teilen und sich gegenseitig zu ermutigen, was dafür zu unternehmen. Das ist so die Lebenseinstellung, die ich jetzt habe, ich kann ja nun nur für mich sprechen. Aber das ist so der Stil, den wir musikalisch zelebrieren und der uns auch Motivation gibt Konzerte zu machen und die Leute merken, wow, die geben auch sehr positive Energie zurück und es gibt einen Kreislauf."

Hanf Journal: „Ihr habt nun eine sehr lange Tournee vor euch. Wie ist das eigentlich, wenn man vor so einer Tourneeliste steht und merkt, wow ich hab in den nächsten sechs Monaten kein Wochenende mehr frei?"

Alex Steinhagen: „Auf der einen Seite freut man sich da erstmal, weil wir haben nun seit drei Monaten nicht gespielt, äh zweieinhalb, nich ma - aber wir sind schon so ein bisschen angefixt, mir machen das nun schon sehr viele Jahre und man freut sich auch darauf - es macht schon sehr viel Freude. Es gibt auch den Stress, der kommt dann wenn man im Sommer im Tourbus sitzt, draußen scheint die Sonne und du hast irgendwie 800 Kilometer zu schruppen, das ist dann die schlechte Seite. Konzerte machen eigentlich immer Spaß. Musst natürlich auch sehen, dass du die Kurve kriegst und genug schläfst oder du musst einfach sehen, dass du dich zwischendurch noch fit hältst. Wenn ich die Tourneeliste nun so sehe, freu ich mich schon drauf. Ich denk mal, das wird uns wieder viel Kraft geben und es sind auch viele Ecken dabei, wo wir noch nicht so waren, zum Beispiel in Westdeutschland."

Hanf Journal: „Zum Schluss wie alle Interviewten hier noch deine Massage an alle Kiffer:"

Alex Steinhagen: „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit."

www.mutabornet.de

Das Interview führte Teo Nanacatl


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