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Klüger werden mit dem Hanf Journal - Dr. Franjo Grotenhermen klärt auf!
Warum erinnere ich mich nie an meine Träume, wenn ich gekifft habe?
Publiziert am: 01.01.70 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04april artikel Klüger werden mit dem Hanf Journal Warum erinnere ich mich nie an meine Träume, wenn ich gekifft habe?

Cannabis beeinflusst den Schlaf und auch die Schlafphase, in der besonders intensiv geträumt wird. Diese Traumphase wird REM-Schlaf genannt, abgekürzt für Rapid Eye Movement (englisch: schnelle Augenbewegungen). Wie bei anderen Cannabis-Wirkungen ist die Wirkung auf den REM-Schlaf von der verwendeten Dosis abhängig und bei verschiedenen Personen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Um die Wirkung von Cannabis auf den Schlaf zu verstehen, soll hier kurz der normale Ablauf des Schlafes skizziert werden. Das Einschlafen verläuft in mehreren Schlafstadien, vom Stadium 1 (Schläfrigkeit) bis Stadium 4 (Tiefschlaf). Mit zunehmender Schlaftiefe verlangsamen sich die elektrischen Hirnwellen. Das vierte Stadium ist durch sehr langsame Hirnwellen, die so genannten Delta-Wellen, charakterisiert. Dieses Stadium ist besonders wichtig für die körperliche Erholung und dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Danach treten wieder etwas schnellere Hirnwellen wie im Stadium 2 und 3 auf. Danach folgt allerdings nicht erneut das Stadium 1, sondern der bereits erwähnte REM-Schlaf, der von schnellen Augenbewegungen unter den geschlossenen Augenlidern begleitet ist. Träume können zwar in allen Schlafstadien auftreten, sind jedoch vor allem für den REM-Schlaf charakteristisch. Der REM-Schlaf ist wichtig für die Speicherung, Bewahrung und Neuorganisierung von Erinnerungen und neu Gelerntem sowie für das Vergessen unwichtiger Gedankeninhalte.

Nach einigen Minuten im REM-Schlaf folgen wieder die Stadien 2 bis 4, bevor es erneut zurück zum REM-Schlaf geht. Dieser Zyklus wiederholt sich etwa alle 90 bis 110 Minuten, wobei die Zeit im REM-Schlaf im Laufe der Nacht von etwa zehn auf bis zu sechzig Minuten zunimmt und sich die anderen Stadien entsprechend verkürzen. Es treten im Verlaufe der Nacht etwa vier bis fünf REM-Phasen auf.

In einigen Untersuchungen wurden die Auswirkungen von Cannabis auf den Schlaf und die Hirnwellen erforscht. In einer Studie reduzierte Cannabis die Dauer des REM-Schlafes, während die Tiefschlafphase (Stadium 4) tendenziell zunahm. Bei diesen Tests hatten freiwillige Probanden täglich 70 oder 210 mg THC erhalten. Auch nahm die Stärke der Augenbewegungen während der REM-Phase ab, ein Hinweis auf eine geringere Traumaktivität. Eine solche unterdrückende Wirkung auf den REM-Schlaf ist auch von Schlafmitteln bekannt. Allerdings entwickelte sich unter Cannabis gegen diesen Effekt nach einigen Tagen eine gewisse Toleranz - die Wirkung nahm ab, sodass dann nur noch wenige Unterschiede zu Nichtkonsumenten bestanden.

Wurde die Droge plötzlich abgesetzt, so verkürzte sich die Dauer der Tiefschlafphase. Plötzliches Absetzen führte in dieser Untersuchung zudem zu einer Zunahme und Intensivierung der REM-Phasen beziehungsweise des Träumens. Dieser so genannte „REM-Rebound" (englisch, REM-Rückprall) bedeutet, dass in den ersten Tagen des Cannabis-Entzuges möglicherweise intensiver geträumt wurde. Ein REM-Rebound ist auch von Schlafmitteln bekannt.

In einer anderen Studie, in der allerdings nur geringe THC-Mengen von täglich 30 Milligramm verabreicht wurden, fand sich kein relevanter REM-Rebound nach dem Absetzen. Die Wirkung von Cannabis auf die Traumphasen ist also vermutlich dosisabhängig. Mir berichtete einmal ein Cannabis-Konsument, der nach mehr als 30-jährigem Rauchen von täglich etwa fünf Cannabis-Zigaretten den Konsum seit einigen Tagen eingestellt hatte, dass er sehr intensiv träume, unter Albträumen leide und nachts viel schwitze. Dies sei sein einziges relevantes Entzugsproblem.

Es gibt viele Hinweise, nach denen Cannabinoide den Schlaf und die Schlafbereitschaft fördern können. So schliefen in einer mehrwöchigen Laborstudie Cannabis-Konsumenten an den Tagen, an denen sie viel Marihuana konsumiert hatten, mehr und waren weniger aktiv als an Tagen mit geringem Konsum. Diese Wirkung von Cannabis-Produkten auf den Schlaf wird auch bei Schlafstörungen verwendet, mit allerdings unterschiedlichen Resultaten bei verschiedenen Personen. Im 19. Jahrhundert wurden Cannabis-Produkte besonders gern bei Altersschlaflosigkeit verordnet. Oft wird der schlaffördernde Effekt als unerwünschte Nebenwirkung wahrgenommen. In einer kürzlich erschienen Übersicht von Studien, die die Brechreiz hemmende Wirksamkeit von Cannabinoiden untersucht hatten, bezeichneten die Autoren einige der Cannabinoid-Nebenwirkungen als „potenziell nützliche Nebenwirkungen", darunter Sedierung, Schläfrigkeit und Euphorie.

Dr. Grotenhermen ist Mitarbeiter des nova-Instituts in Hürth bei Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM).

Dr. med. Franjo Grotenhermen


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