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PSYCHOAKTIVA - Teil V
Amphetamin, Methamphetamin und Ephedrin
Publiziert am: 03.12.03 - Medienformen: Medienform Text


Nachdem in der letzten Folge die Amphetaminabkömmlinge 2C-B, DOM und MDA besprochen und vorgestellt wurden, möchte ich dieses Mal deren Eltern Amphetamin, Methamphetamin und Ephedrin zum Inhalt machen.


Amphetamin und Methamphetamin

Amphetamine und Methamphetamine gehören zur Stoffklasse der b-Phenylalkylamine (b-Phenethylamine) und sind indirekt wirkende Sympathomimetika. Amphetaminderivate wurden bzw. werden medizinisch auf vielfältige Weise eingesetzt. Bis heute werden z. B. Kinder mit Hyperaktivitätssyndrom und Aufmerksamkeitsdefizit mit Ritalin® behandelt. Vom Einsatz der Pharmaka als Appetitzügler oder gar als Antidpressivum sieht man mittlerweile ab.
Man unterscheidet Amphetamin (a-Methyl-b-Phenethylamin) und das wesentlich stärker wirksame Methamphetamin (1-Phenyl-2-(methylamino)-propan). Beide Substanzen werden in der „Szene“ unter den Namen Speed, Pep oder Peppen, Amphe bzw. Meth und in kristalliner Form als Ice, Crank oder Crystal gehandelt.
Amphetamin reduziert in normalen Dosierungen das Schlaf- und Hungerbedürfnis und maximiert die Antriebskraft und Aktivität, indem es für eine erhöhte Dopamin- und Noradrenalinkonzentration in den synaptischen Spalten des Hirns sorgt. Dopamin- und Noradrenalin werden vermehrt freigesetzt und in der Wiederaufnahme gehemmt. Dosierung: 20 bis 50 Milligramm gelten als durchschnittliche Einzeldosis für den nicht gewöhnten. Amphetamin wird für gewöhnlich oral, intranasal oder intravenös appliziert oder in kristalliner Form (Crank, Crystal, Ice) geraucht. An Amphetamin gewöhnte Personen nehmen mitunter 100 Milligramm und mehr á Einzeldosis. Amphetamine, Mathamphetamin und Derivate sollten nicht zusammen mit MAO-Inhibitoren eingenommen werden, da es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann.


Ephedrin

Ephedrin (Erythro-2-methylamino-1-hydroxy-1-phenylpropan) kommt u. a. in Ephedra spp. (= Meerträubel-Arten) vor und ist eine natürliche Vorstufe des Amphetamin. Zur Herstellung dessen wird dem Ephedrin durch Reduktion eine Hydroxygruppe genommen. Ephedrin sorgt sympathomimetisch für eine überhöhte Noradrenalin-Ausschüttung. Das im Übermaß freigesetzte Noradrenalin bewirkt dann die typischen stimulierenden, bis zu acht Stunden andauernden aphrodisierenden, euphorisierenden, das Hungergefühl hemmenden, stimulierenden und stimmungsaufhellenden Effekte. Durch Ephedrin sexuell erregte Männer haben oftmals das Problem einer vorübergehenden Impotenz. Aufgrund der gefäßverengenden Effekte der Substanz sind die Schwellkörper einiger Männer kurzzeitig nicht in der Lage, eine verstärkte Blutzufuhr zu unterhalten. Ephedrin hemmt außerdem die Alkoholwirkung. Dosierung: 30 bis 100 Milligramm gelten als durchschnittliche psychoaktive Dosis, eine Überdosierung ist ab 100 Milligramm zu erwarten. Eine letale Dosis ist bisher nicht bekannt. Ephedrin und die nah verwandten Ephedra-Alkaloide (Norephedrin, D-Norisoephedrin, Pseudoephedrin, D-Norpseudoephedrin, Ephedroxane, N-Methylephedrin, N-Methylpseudoephedrin, DL-Ephedrin usw.) sollten nicht zusammen mit MAO-Inhibitoren eingenommen werden, da es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann

Amphetamin- und Ephedrinkonsumenten weisen zumeist und hauptsächlich in der Anfangsphase eines Rausches ein deutliches Herzrasen, schnelle Atmung, vergößerte Pupillen, Schwitzen, Unruhe, Magengrummeln, Mundtrockenheit, Harndrang und eine allgemeine Antriebssteigerung auf. Überdosierungen äußern sich mitunter in Juck- und Stechgefühlen am ganzen Körper oder in einzelnen Regionen, Hyperthermie, zerebralen Krampfanfällen, Kreislaufzusammenbrüchen, Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand.

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Literatur

BERGER, M. (2003), Speedbomber – Wer nichts schluckt, darf nicht fliegen, „Hanf Journal“ 8-03: 4-5

HARRACH, TIBOR; EUL, JOACHIM (2002), Fachinformation zur Verkehrsfähigkeit Ephedra-haltiger Lebensmittel (Genussmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel) und Arzneimittel; http://www.bndrogenpolitik.de/Archiv/ephedra_gutachten.pdf

SHULGIN, A und A. (1995), PiHKAL – A Chemical Loverstory, Berkeley: Transform Press

TRACHSEL, D. und RICHARD, N. (2000), Psychedelische Chemie, Solothurn: Nachtschatten Verlag
Markus Berger
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