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Literatur und Drogen: Grün ist die Hoffnung
Der unglückliche Felix
(pub. jan.03)
Publiziert am: 09.01.03 - Medienformen: Medienform Text


Reich werden sie sein. Denn das Geschäft, das Vogelsang vorschlägt, hat’s in sich. Er selber streckt das Kapital vor, Dowst, der studierte Botaniker liefert das Know-how und Felix erledigt mit seinen beiden Kumpels Gesh und Phil die Arbeit im Sommerlager.
Das Sommerlager, das ist natürlich eine Marihuana-Farm, draußen in den Bergen. Neun Monate lang werden Phil, Gesh und Felix dort in Klausur gehen. Sich der harten Arbeit des Farmers widmen, ganz so wie die Väter des Amerikanischen Traumes, damals, als es galt, den Westen zu erobern. Um schließlich reiche Ernte zu halten.
Geteilt wird am Ende durch Drei, ein Drittel vom Gewinn geht dabei an Felix und seine beiden Freunde. Und da müßte dann am Ende ganz schön was herauskommen.
Aber das Landleben ist anstrengender, als erwartet. Verfressene Bären, mißtrauische Nachbarn, erpresserische Kollegen und ehrgeizige Sheriffs stellen sich in den Weg. Ratten und Kaninchen fordern ihren Anteil. Pilzbefall und Schädlinge sonder Zahl. Man kämpft gegen Trockenheit und Feuersbrünste. Saufend und prügelnd, kiffend und zockend versuchen die drei die ständige Langeweile nieder zu ringen. Und am Ende verliebt sich Felix auch noch.
Und so rinnt ihnen der erhoffte Reichtum, den sie schon in Händen zu halten glaubten, zwischen den Fingern dahin wie trockener Sand.
Seit nur noch Gore Vidal das formale Experiment wagt, ist der nordamerikanische Roman als Kunstform tot. Der moderne amerikanische Autor ist Literaturprofessor, hält Seminare über Creative Writing und schreibt nach den Regeln, die ihn die Philologie gelehrt hat. Aus Kunst ist Kunsthandwerk geworden. Einer der exponiertesten Autoren dieser Art ist T.C.Boyle. Und mit seiner Wassermusik hat er immerhin eines der spannendsten (und witzigsten) Afrikaabenteuer vorgelegt, das die neuere Literatur zu bieten hat. Grün ist die Hoffnung erreicht nicht die literarische Qualität des Vorgängers, dazu wirkt es zu kalkuliert, zu leicht durchschaubar. Amüsant bleibt es allemal. Keine schlechte Empfehlung für den Urlaub. Und, so ganz nebenbei, lernt man noch eine Menge über Hanfanbau.

T.C.Boyle:
Grün ist die Hoffnung
Deutscher Taschenbuch Verlag, 9.-€
Pol Sax
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