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Filmtipp: Haschisch - süß und bitter zugleich
(pub. jan.03)
Publiziert am: 09.01.03 - Medienformen: Medienform Text


Dichte Wolken ziehen über das marokkanische Rifgebirge, als würden die weiten Marihuanafelder an diesem Morgen rauchen. Bauern rupfen meterhohe Stauden aus dem Boden, binden sie zu Büschen zusammen und legen sie zum Trocknen vor ihren einfachen Steinhäusern in die Mittagssonne. Harte Arbeit. Dem Filmemacher Daniel Gräbner ist es gelungen, das Vertrauen dieser Bauern zu gewinnen und einen lehrreichen Dokumentarfilm über ihr Leben zu drehen. "Haschisch" ist der naheliegende Titel von Gräbners Erstlingswerk.
In den Dörfern von Ketama - einer ärmlichen Provinz im Rif - verdienen sich die Menschen seit Generationen ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau und Verkauf von Haschisch. Entsprechend ungezwungen ist ihr Verhältnis zu "Kif". Allerdings sind sie seit langem Repressionen der Regierung ausgesetzt oder wandern für ihr Existenz sicherndes Geschäft ins Gefängnis, wenn sie Pech haben.
Deshalb ist die größte Leistung Gräbners, dass er so nah an die Bauern herangekommen ist. In klassischer Dokumentarfilm-Manier lässt er die Protagonisten zu Wort kommen. Allein der trockene Witz der Erzähler und die schöne Weite der Bergrücken machen den Film sehenswert. Oft scheinen die Bauern die Kamera gar nicht zu bemerken, reden einfach frei über ihren Alltag: "Ich mache 30 bis 40 Kilo im Jahr. Gute Qualität. Aber es wäre auch kein Problem mehr zu organisieren: 500 Kilo, eine Tonne. Denn hier in Ketama haben viele Leute viel Haschisch..."
Die Träume vieler junger Marokkaner sind allerdings auf Europa gerichtet. Ein Junge, der als Elektroniker Arbeit finden will, um dem Kif-Alltag zu entfliehen, wirkt beinahe komisch, als er sagt: "Mein Großvater war Haschischbauer, mein Vater war Haschischbauer, ich will aber nicht Haschischbauer werden." Für seine Generation sieht er in den Marihuanafeldern keine Zukunft. Doch die Zukunft ist denjenigen nicht so wichtig, die die Gegenwart zu schätzen wissen. "Hier hat alles einen süßen Geschmack", sinniert ein alter Mann, der im Schneidersitz philosophiert. "Hier, rauch mal eine Pfeife", sagt er zum Kameramann, "dann wirst du verstehen."
Sebastian Sedlmayr
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