Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

cool-tour
Druckversion
Max Romeo and the Ethiopians in Town!
(Pub. Februar 2004)
Publiziert am: 10.02.04 - Medienformen: Medienform Text


Für alle Rocksteady- und Roots Reggae-Liebhaber ist es Zeit für den Gang zur Dancehall. Denn ein ehrwürdiger Gast betritt die hiesige Musiklandschaft: der etwas anrüchige, sozialistische, 56jährige Roots-Sänger Max Romeo wird unter uns sein Feuer versprühen und den Teufel damit ins All schicken. Gebt Euch auf keinem Fall der babylonischen Gangart von einem Schritt vorwärts, zwei rückwärts hin, denn er wird von den nicht minder geschichtsträchtigen Ethiopians begleitet. Diese in der Übergangszeit vom Ska zum Rocksteady entstandene Band hatte nicht nur eine identitätsstiftende (home-grown) Wirkung auf die Insel Jamaika, sondern entpuppte sich auch auf der anderen Seeseite, England, in Abgrenzung zum bestehenden Pop als erfolgreich. Der Puncto Originalität ließe sich bei diesem Trio hinsichtlich einiger Formationsänderungen im Laufe der Zeit allerdings doch eher bezweifeln.

Max Livingston Smith wurde 1947 in Kingston geboren, wo er mit 14 ausgerissen als runaway kid auf eigene Faust groß wurde. Seinen Spitznamen erwarb er sich bei einem Gespräch mit einem Mädchen: deren Vater bekam die zwei morgens um 8 Uhr zu Gesicht und sah Max, als er später am Tage von der Arbeit zurückkehrte, in der gleichen Position am selben Ort wieder, er nannte ihn daher einen Romeo. Der Produzent Bunny Lee kam darauf zurück und so entstand sein erstes Soloprojekt unter Max Romeo. Durchschlagenden Erfolg sollte er allerdings erst später mit einem etwas eigentümlichen Lied, das für die damaligen Verhältnisse anrüchige und daher für Furore sorgende Zeilen enthielt, genießen dürfen. Das von Lee ‚Scratch’ Perry produzierte Stück ‚Wet Dreams’ erzählt die Geschichte von einem undichten Dach, wie Romeo später den Zensoren Englands verrät. ‚Everynight I go to bed I have wet dreams . . . ’ überzeugte diese allerdings nicht von der Unzweideutigkeit des Liedes, so dass es weiterhin seinen Platz auf dem Index behielt, stattdessen jedoch den in den Charts veränderte: Top Ten im Mai 1969. Es folgten einige nicht minder verstohlene Songs, der kurze Versuch eines eigenen Labels (Romax), sowie Produktionen mit Bunny Lee.
Der Preis der Demokratie wurde auf Jamaika schon immer mit Gewalt im Wahlkampf bezahlt. Im Jahr 1972 war diese allerdings besonders grausam. Viele der armen Städter und Rastafarians schlossen sich der damaligen Oppostition, der sozialistischen People’s National Party (PNP), an. Man erhoffte sich Gutes und viele Roots Stücke dieser Zeit erzählen politsche Geschichten, wobei die Politiker mit Figuren des Alten Testaments gleichgesetzt werden. So wollte auch Maxie mit ‚Press along Joshua’ Michael Manley, Kopf der PNP, unterstützen und inspirieren. Die PNP entschied sich jedoch für ‚Let The Power Fall On I’ (ebenfalls von Max Romeo) als ihren Wahlkampfsong, während der gläubige Rasta unter anderem mit Bob Marley für die Parteikampagne über das Land tourte.
Einige Jahre später nahm Romeo sein Meisterwerk ‚War Ina Babylon’ (`76) auf, in dem er mit ‚One Step Forward’ die Verfehlungen der Politik zur Zeit der Wiederwahl der PNP ankreidete. Obwohl Romeo die meisten Stücke selbst schrieb oder mitschrieb und alle Stücke selbst singt, wurde der große Verdienst für den Erfolg des Albums vor allem Produzent Scratch Perry zugeschrieben. Wie auch immer brachte das Titelstück mächtige Anerkennung mit sich, es war die Spitze seiner Karriere.
Seitdem lebte Max Romeo in den USA, auf Jamaika, und zuletzt in Frankreich, wo er noch immer großen Erfolg hat. Er nahm noch einige Produktionen mit Jah Shakka, Tapper Zukkie und den Produzenten Mafia und Fluxy auf. Außerdem erschienen viele verschiedene Neuveröffentlichungen alten Materials. Max Romeo schafft es bewusstseinsfördernde, religiös inspirierte Stücke mit sozialen Fragestellungen satt rüberzubringen und auf Konzerten traut man ihm, auch in bereits reifem Alter, noch zu, einen flotten Wackel-Knie-Ska-Skank zu Uptempo Beats aufs Parkett zu legen.



11.02. Darmstadt – Centralstation
12.02. Dortmund – Live Station
13.02. Stuttgart – Zapata
14.02 München – Muffathalle
15.02. Köln – Live Music Hall
17.02. Berlin – Kesselhaus-Kulturbrauerei
18.02. Hamburg - Fabrik
im Vorprogramm: Ganjaman backed by Feueralarm
Raoul Roßmann
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
  Sonderausgaben
-