Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

cool-tour
Druckversion
PSYCHOAKTIVA - Teil VII
Ketamin
Publiziert am: 10.02.04 - Medienformen: Medienform Text


In dieser Folge meiner kleinen Serie stelle ich die immer beliebter werdende Substanz Ketamin waschzettelartig vor. Teil 7 wird also eher von praktischem Nutzen sein als rein einführender, informativer Natur. Zu oft verwenden Discogänger die Substanz unter falschen Voraussetzungen, was zum einen die Erwartungshaltung des Users, zum anderen auch das Setting angeht. Man gebrauche nachfolgende Hinweise als Beipackzettel. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren . . .


Ketamin wird auch CI-581 genannt, seine chemische Bezeichnung lautet 2-(2-Chlorphenyl)-2-methylamino-cyclohexanon, Summenformel: C13 H16 NOCI.

Ketamin gehört zur chemischen Wirkstoffklasse der Phencyclidinderivate und ist mit Phencyclidin (PCP, Angel dust, Peace Pill . . .) und Cyclohexylamin (z. B. dem Arylcyclohexylamin Tiletamin) verwandt und als Enantiomer bzw. Razemat (S- und R-Ketamin) verfügbar. Die Substanz ist wasserlöslich (1 g in 5 ml Wasser oder 14 ml Alkohol) bei einem pH-Wert von 3,5 bis 5,5. In der Regel enthalten Ketaminpräparate 50 oder 100 Milligramm Wirkstoff pro Milliliter Lösung. Präservativ ist Benzethoniumchlorid.
Dosierungshinweise:
Oral: 200–450 mg; nasal: 50–150 mg; intramuskulär: 30–120 mg;
LD50 (Letale Dosis): Die letale, also bei 50 % der Probanden tödlich wirkende Dosis wurde beim Kaninchen mit 60 mg/kg i. v. angegeben (Boussarie 2001). Beim Menschen kann eine möglicherweise tödliche Dosis ab 4,5 g erwartet werden. VORSICHT: Es existiert kein Antidot (Gegengift) zu Ketamin! Aufgrund der unfassbar schnell eintretenden und heftigen Wirkung ist die intravenöse Injektion von Ketamin nicht besonders populär.

Das dissoziativ wirkende Ketamin bindet physiologisch an die NMDA-Rezeptoren und metabolisiert in der Leber zu Norketamin (weist etwa 1/3 der Ketaminpotenz auf) und Dehydronorketamin. Unter „dissoziativen Drogen“ versteht man vereinfacht gesagt, psychotrope Substanzen, die dem Nutzer während des Rausches das Gefühl vermitteln, er sei von seinem eigenen Körper oder sogar Bewusstsein abgetrennt. Bei entsprechend hoher Dosierung hemmt die Substanz das Schmerz- und Körperempfinden. Der User durchlebt u. U. außerkörperliche Erfahrungen und verschmilzt mit seiner Umgebung, d. h. er ist nicht mehr in der Lage, sein Bewusstsein rational von der Außenwelt abzutrennen. Er fühlt sich mitunter wie im Traum und wird eins mit dem Universum.

Personen, die an folgenden Krankheiten, Verletzungen und medizinischen Auffälligkeiten leiden, dürfen keinesfalls Ketamin zu sich nehmen bzw. verabreicht bekommen: Aorten- und Mitralstenose (Verengung der Aorta oder Mitralklappe), Aortenaneurysma, Augenverletzungen, Eingriffe im Nasen- und Rachenraum, Eklampsie (schwangerschaftsbedingter Krampfanfall), EPH-Gestose (Präeklampsie, Vorstufe der Eklampsie), frischer Herzinfarkt, Glaukom, Herzinsuffizienz, Herzklappenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, Hypertonie (krankhaft niedriger Blutdruck), koronare Herzkrankheiten, Schädel-Hirn-Trauma, Nabelschnurvorfall, Tumor der Nebenniere, psychiatrische Erkrankungen, und/oder Gebärmutterwand-Einriss.
Langanhaltender chronischer Missbrauch führt zu Toleranzausbildung. Die durch die entstehende Toleranz stetig zu erhöhende Dosis begünstigt Gedächtnisstörungen und im schlimmsten Falle sogar Nerven- und Hirnschädigungen. Ketamin wird notfallmedizinisch vom Notarzt und Rettungsdienst appliziert. Ein K-User wird also im Falle einer solchen medizinischen Verabreichung durch eine aufgebaute Toleranz schwere Nachteile erleiden, sprich: Das Medikament wirkt nicht, wie vorgesehen.
Ketamin ist ein rezeptpflichtiges Pharmakon, das nicht dem BtmG unterstellt ist. Der private Handel mit Ketamin ist verboten und wird gemäß der arzneimittelgesetzlichen Bestimmungen geahndet. Ketamin wird im Drogenscreening normalerweise nicht untersucht. Bei Verdacht kann Ketamin vermittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) identifiziert werden. Das Abbauprodukt Dehydronorketamin ist bis zu drei Tage im Urin nachweisbar.
Markus Berger
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-