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Bücher, die der Drogen-User kennen sollte
Standardwerke, Pflichtlektüre
(Pub. Februar 2004)
Publiziert am: 10.02.04 - Medienformen: Medienform Text


Markus Berger

Das literarische Pflichtprogramm für Drogen-User sollte ich kurz abreißen. So jedenfalls die Aufgabenstellung seitens der Hanf Journal-Redaktion. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man vier Werke vorstellen darf und noch dazu selber Buchautor ist. Natürlich werde ich hier keines meiner Bücher vorstellen, ganz klar.



Auch klar, dass zuallererst Christian Rätschs Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen genannt werden muss. Das weltweite Standardwerk der psychoaktiven Literatur kommt, wie so viele Innovationen der Wissenschaft, aus Deutschland. Christian führt in der mittlerweile schon sechsten Auflage sämtliche Gewächse, also Pflanzen und Pilze, psychoaktiver Natur auf, unterteilt in große und kleine Monografien und in definitiv aktive, vermutlich psychotrope und angeblich geistbewegende Mitglieder globaler Flora. Zu jeder Pflanze erhält der Leser umfangreiche geschichtliche, etymologische, ethnische und praktische Informationen, z. B. zum Gebrauch, zur Zubereitung, für Ritual und Medizin. Das Werk umfasst knapp 950 Seiten, kostet 98 Euro und wird im AT-Verlag Aarau (Schweiz) verlegt. Das sollte wirklich jeder User haben.

Für den überzeugten Hänfling sollte Ronald Rippchens und Hainer Hais HanfHandBuch definitiver Standard sein. Wegen eines Wortes wie „Hanfgenießer“ musste vor einigen Jahren eine komplette Auflage stellenweise mit Edding geschwärzt werden, was das Buch sofort in einen Kultstatus erhob (schönen Gruß an Dieter Bohlen!). Der interessierte Hanffreund wird in diesem Werk alles finden, was er oder sie sucht: Hanf-Botanik, -Anbau, -Kultur und -Produktion, Chemie und Inhaltsstoffe sowie Historisches, Vergnügliches und natürlich auch Politisches. Das HanfHandBuch bietet weiterhin Tipps und Wissenswertes zur Einnahme, zur Wirkung, zur Verwendung als Heilmittel, zur allgemeinen Hanf- und Legalisierungsdiskussion, zu den zahlreichen Hanf-Artefakten und so weiter und so fort. Die Auswahl hochkarätiger, cannabinoider Autoren ist ebenso Pflicht: Mathias Bröckers, Jonathan Ott, Stefan Haag, Werner Pieper und Frank Fuchs stimmen alle ein: Kiffer, kauft dies Buch! Erschienen als Grüner Zweig 173 bei Wener Pieper’s Grüner Kraft in Löhrbach.

Grübel, grübel . . . es gibt so viele wichtige Werke der Drogen(forschungs-)szene. Was ist für den Kiffer noch wichtig?

Eines der wichtigsten Drogenbücher ist und bleibt Timothy Learys Politik der Ekstase. Das 1968 im Original erschienene Buch ist das Non-Plus-Ultra der Psychedelikbewegung und bringt sowohl dem Einsteiger als auch dem fortgeschrittenen Psychoaktiva-Fan die Welt der Psychonautik, des Revoluzzertums und der Obrigkeitsverachtung ins Haus. Nicht ohne Grund ist dies literarische Erzeugnis der Drogenbefürworterszene indiziert und darf in Deutschland nur per Gesichtskontrolle (Bist du echt schon achtzehn? Zeig mir deinen Perso!) abgegeben werden. Politik der Ekstase ist eine Kollektion diverser Texte, Essays und Interviews von und mit Tim Leary, der damals zur Gänze in seiner Blüte befindlich war. Die deutschsprachige Version des essenziellen Schinkens ist 1982 im Volksverlag, 1997 im Raymond Martin Verlag erschienen.

Obgleich ich hier nun noch einige Dutzend Bücher vorstellen müsste, beschränke ich mich als letztes auf einen absoluten Klassiker der Cannabis-Literatur: Fitz Hugh Ludlows Werk Der Haschischesser von 1857. Der Philosoph und Haschischforscher Ludlow, seines Zeichens Pythagoräer, erzählt in seinem Buch die persönliche Liebesgeschichte zwischen ihm und dem beliebten Cannabis-Produkt. In poetischer Weise legt der Autor seine Erfahrungen in puncto Physiologie und Psychologie des Haschischrausches dar und entführt den Leser einmal mehr auf eine abenteuerliche geschichtliche Reise. Es ist geradezu unglaublich, ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, was für psychedelische Trips man mit dem mal über-, mal unterbewerteten Haschisch erleben kann. Jedem Kiffer werden angesichts der ungeheuren Erfahrungen des Fitz Ludlow wohl die Augen übergehen. Ich jedenfalls habe mit Cannabis derartige Weltraumfahrten noch nie unternommen. Ob es die Zeit ist oder der Stoff? Oder gar der geistige Background, der heute ein anderer ist? Wir wissen es nicht und, so glaube ich, wir wollen es auch gar nicht wissen. Mehr Worte über ein Werk zu verlieren, dass man einfach gelesen haben muss, wäre reine Verschwendung. Holt es euch und lasst euch verzaubern! Erschienen in einer Neuauflage im Nachtschatten Verlag Solothurn (Schweiz).
Markus Berger
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