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Good Vibes inna Germany
(pub. okt.02)
Publiziert am: 08.10.02 - Medienformen: Medienform Text


Dass Dancehall in Deutschland kein Fremdwort mehr ist und immer mehr Anhänger findet, dürfte spätestens seit diesem Sommer bewiesen sein. In Städten wie Berlin, Köln oder München gehören Ragga-Partys schon längst zum Alltag der Clublandschaft und auch das Hinterland wird langsam von Soundsystems erobert. Festivals wie das SummerJam am Fühlinger See bei Köln oder das Chiemsee Reggae Summer Festival sind feste Größen mit mehreren tausend Feiernden. Selbst die Hip Hop Szene gönnte sich nun schon zum zweiten Mal auf ihrem größten Festival, dem Splash in Chemnitz, eine hochkarätig besetzte Ragga Bühne.
Als eine Art Abschluss dieses heißen Sommers konnte man das Seeed Konzert am 7. September in Berlin sehen. Die elfköpfige Berliner Band lud ein zum Tanz und viele Tausend kamen. Das Konzert musste wegen der großen Nachfrage sogar von der Columbia Halle in die Arena verlegt werden, was der Stimmung aber nicht schadete. Dieser Abend hätte eigentlich schon letztes Jahr im Dezember stattfinden sollen. Doch aufgrund der Erkrankung von einem der drei Sänger und seines monatelangen Krankenhausaufenthaltes musste die Tour frühzeitig abgebrochen werden.
Von der geplanten Wiederholung der Tour in diesem Jahr wurden Seeed durch ihre zahlreichen Festivalauftritte und ihre Arbeit am neuen Album leider abgehalten. Somit war dieser Auftritt die einzige Möglichkeit sie in diesem Jahr live in Berlin zu erleben. Dieser Umstand war auch nur schwer zu übersehen, denn die Halle war komplett ausverkauft. Schon Tage vorher war abzusehen, dass es nicht einmal mehr an der Abendkasse Karten geben wird und die Schwarzmarktpreise lagen dementsprechend bei bis zu 60 Euro (der normale Preis betrug 15 Euro).
Als Einheizer holten sich Seeed den nicht minder bekannten Gentleman in „das Reggae Mekka Berlin“ (Zitat Gentleman). Der Kölner dürfte es mittlerweile gewohnt sein in vollen Hallen zu spielen, war doch seine Tour „Journey to Jah“ im April dieses Jahres komplett ausverkauft. Sein gleichnamiges Album schlug im Ländle voll ein. Ein Charteinstieg auf Platz 19 und eine wochenlange Präsenz in den Top 20 sind schon ein beachtlicher Erfolg. Dementsprechend war er nicht einfach nur die Vorgruppe, sondern mit seiner fast 90 minütigen Show ein fester Teil des Abends. Sein wie gewohnt energiegeladener Auftritt besaß stellenweise schon fast einen spirituellen Charakter. Es ist schon beeindruckend seine Hooks wie z.b. bei „Dem gone“ aus tausenden von Kehlen zu hören.
Das Warten auf einen Seeed Gig hat Berlin nicht geschadet, eher die Vorfreude auf ein Maximum gesteigert und als es dann soweit war, gab es kein Halten mehr. Ihr erster Tune „Riddim No. 1“ machte deutlich, wie es an diesem Abend ablaufen wird. „...Zieh den Stock aus dem Arsch und dann ergeb dich dem Fieber...“ war das Gefühl, das ihren Auftritt bestimmte. Mit diversen Medleys aus alten Reggae Classics und ihren Hits wie „Water Pumpee“ sorgten sie dafür, dass selbst in die hintersten Reihen der Arena Bewegung kam. Der fast zweistündige Auftritt, bei dem einmal sogar die ganze Halle vor Seeed niederkniete, wurde mit dem Klassiker „Lifely up yourself“ von Bob Marley abgerundet. Doch die Party sollte mit Hilfe der lokalen Soundboys noch lange nicht vorbei sein.
Das neue Seeed Album soll leider erst im März/April 2003 erscheinen (mit einem Tanya Stephens Feature!!), aber vielleicht kann ja die Gentleman Tour im November etwas Abhilfe schaffen.


Christian Schlicht
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