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PSYCHOAKTIVA - Teil VI
Opiate & Opioide
Publiziert am: 08.01.04 - Medienformen: Medienform Text


Codein: 4,5a-Epoxy-3-methoxy-17-methyl-7-morphinen-6a-ol; Morphin-3-methylether,
Summenformel C18H21NO3H2O.

Heroin: ((5R,6S)-4,5-Epoxy-17-methylmorphin-7-en-3,6-diyl)diacetat; Diacethylmorphin, Summenformel C21H23NO5.

Morphin: 4,5a-Epoxy-17-methyl-7-morphinen-3,6a-diol, Summenformel: C17H19NO3

Als Opioide werden all die Pharmaka bezeichnet, die agonistische oder antagonistische Wirkungen relativ zur Morphinwirkung entfalten, also zum einen die Opiate selbst, und dann die semisynthetischen (z. B. DXM oder auch Heroin) und vollsynthetischen (z. B. Methadon, Fentanyl) Abkömmlinge. Das Wort Opioid, was eigentlich „Opiat-ähnlich“ bedeutet, ist ein Überbegriff für chemische Wirkstoffe, die an die entsprechenden Opioid-Rezeptoren (Endorphin-Rezeptoren) im Körper binden. Die Wirkungen der synthetischen Opioide können dabei höchst unterschiedlich sein.
Opiumalkaloide kommen im Schlafmohn und als Endorphine im menschlichen Körper vor. Die Opiate bzw. Opioide wirken sedierend, euphorisierend und analgetisch. Codein wirkt in besonderem Maße auf das Hustenzentrum. Heroin euphorisiert, täuscht Glück und Zufriedenheit vor. Der Konsument ergeht sich entweder in Tagträumereien, inspirativen Gedankengängen, innerer Versunkenheit oder er ist extrovertiert, mitteilungsbedürftig, gesellig. Heroin aphrodisiert anfangs, später hemmt es die sexuelle Lust. Körperliche Wirkungen sind oder können sein: Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie, Bradykardie, verlangsamte Atmung, Mund- bzw. Schleimhauttrockenheit, Miosis, verminderter Appetit.

Opiat- und Opioid-Gegenmittel ist Naloxon (Narcanti®). Das gilt allerdings nicht für alle Opioidabkömmlinge. Das Antitussivum DXM (Dextromethorphan) zum Beispiel hat weder Morphin-analoge Wirkungen noch ist Naloxon hier als Antidot effektiv.
Im Falle einer Überdosierung bzw. Vergiftung ist der User stark benommen, hat eine verwaschene Sprache, weite Pupillen, Koordinations- und motorische Störungen und ein eingeschränktes Reaktionsvermögen. Bei extremer Überdosierung (je nach Gewicht und Empfänglichkeit bereits ab 250 mg zu erwarten) können Atemdepression oder Atemlähmung, Hirnödeme, zerebraler Krampfanfälle oder gar Koma zu erwarten sein. Gerade beim Heroin muss unterschieden werden, ob der Patient ein chronischer Nutzer (Junkie) oder ein Gelegenheits- oder gar Erstnutzer ist. Der chronische Nutzer verträgt in der Regel einiges mehr an Verschnitt, eine Überdosierung äußert sich jedoch in den gleichen Symptomen. Opiate werden im Urin (bis zu sieben Tage) oder im Blut nachgewiesen. Der Schnelltest stellt sich allerdings als ein schwieriges bis unzulängliches Diagnostikum heraus. Bereits der Verzehr von Mohnbrötchen oder -kuchen kann das Ergebnis drastisch beeinflussen. Obgleich im für die Lebensmittelindustrie präparierten Mohnsamen keine aktiven Opiumalkaloide mehr anwesend sind, zeigt der Quick-Test möglicherweise eine angebliche Opioidkonzentration im Körper an.

Je nach Vergiftungsgrad können Nebenwirkungen des Opiat- bzw. Opioidkonsums Benommenheit, Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Koordinationsstörungen, Verstopfung, niedriger Blutdruck und zu langsame Herzfrequenz, Herzstillstand, Koma, Krampfanfall, Atemdepression, Hirnödem, Status epilepticus, Atemlähmung und andere Notfallsituationen sein.
Opiate bzw. Opioide sollten wegen der Gefahr einer Atemdepression nicht mit anderen zentraldämpfenden Medikamenten (andere Opiate oder zentraldämpfende Schlafmittel, Alkohol) kombiniert werden. Aus einer Opiat-Vergiftung können ein Status epilepticus, Hirnödem, zerebraler Krampfanfall und ein toxisches Lungenödem resultieren. Vorsicht ist geboten bei der Antidotapplikation. Codein ist ein langwirkendes Pharmakon, Naloxon hingegen hat eine wesentlich kürzere Halbwertzeit, was die Symptome nach einiger Zeit zurückkehren lässt. Menschen mit akutem Asthmaanfall oder Atemfunktionsstörung, mit erhöhtem Hirndruck, mit akuter oder chronischer Pankreatitis oder mit Bewusstseinsstörungen, abhängige oder suchtgefährdete Personen, Schwangere und Stillende sollten auf jeden Fall und immer auf die Einnahme von Opiaten und Opioiden verzichten.
Markus Berger
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