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Conscious Entertainer
(pu8b. Juli 2003)
Publiziert am: 26.06.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03juli artikel Conscious Entertainer

Jr. Kelly und Anthony B. hospitieren in Europa. Zwei überzeugte Rastas, die es verstehen ihre Message weiterzugeben. Was sie verbindet ist die Fähigkeit die Menge mit ihrer Musik nicht nur zum Tanzen zu bringen, sondern sie auch gedanklich anzustoßen und emotional zu treffen. In grandiosen Performances - die so manches Feuerzeug zum Erliegen bringen - propagieren sie Liebe und Frieden, verlangen Gerechtigkeit und klagen Babylon (synonym für das westliche kapitalistische System) an. In der diesjährigen Sommerzeit sind sie nun wieder in Kombi- und Solo-Konzerten sowie auf Festivals in unseren Gefilden zu sehen. Beide besitzen sie eine überwältigende Ausstrahlung, die sowohl überzeugt als auch ihre Konzerte zu einem unvergesslichen Ereignis werden lässt. Da brennt nicht nur der Boden unter den Füßen . . .
Anthony B., geboren als Keith Blair, der es in sehr jungen Jahren mit Songs wie „Fire pon Rome“ geschafft hat sich eine Zeile im Reggae-Lexikon zu sichern, hat mittlerweile über 150 Singles produziert und erscheint auf über 73 Alben. Wie sein großes Idol Peter Tosh, Mitglied der Wailing Souls, ist er ein überzeugter Panafrikanist, ganz in der Tradition von Marcus Mosiah Garvey (Gründer der Universal Negro Improvement Association). Nach typisch jamaikanischer Sängerkarriere nahm auch die Seinige ihren Ausgangspunkt im Kirchen- bzw. Schulchor. Nach ersten Startversuchen mit dem heimischen Shaggy Hi-Power Sound-System zog er 1988 aus dem ländlichen Clarks Town (Parish: Trelawny, das bekannt durch die afrikanischen Freiheitskämpfer Maroons ist, die sich gegen die englische Kolonialmacht stellten) nach Portmore. Dort lernte er Little Devon kennen, mit dem er 1993 seine erste Single „The living is hard“ veröffentlichte und durch ihn den Kontakt zu Producer Richard Bell (Star Trail) bekam, mit dessen Hilfe Anthony B. Geschichte schrieb. Auf seinem neuesten Album „Streetknowledge“ - von verschiedenen Größen produziert (Nocturne Records, 2003) - beweist Anthony in 56 Minuten zum einen seine musikalische Vielfalt (Offbeat-Hits von unterschiedlichsten Charakteren), zum anderen seine Gabe in lyrischer Gewandtheit Stellung zu beziehen, was z. B. in „Ghetto Man Do Dat“ oder „Police“ deutlich zu hören ist.
„If Love so nice, why does it hurt so bad?“ fragt Junior Kelly und singt damit die dickste Reggae-Hymne des Jahres 2000 über die Bassline von Marley’s Stir It Up. Fünfzehn Wochen lang blockiert sein Hit die Top-Position der jamaikanischen Charts und so durchbricht Kelly nach langer Arbeit im Alter von 30 Jahren endlich die Barrieren des Geschäfts. Viele Jahre vergingen, bevor ihm dieser Erfolg gegönnt sein sollte. In den späten 80ern und frühen 90ern versuchte er es bei zahlreichen Studios, die ihn des Profits wegen allerdings immer wieder abwiesen. Er lehnte es ab Guntalk- und Slackness-Texte zu singen. Mit diesen war allerdings mehr Geld zu verdienen und so verweilte er mit viel Geduld vor den Türen der Studios.
Geboren in Kingston 13, wurden ihm die musikalischen Vibes schon mit dem Elternhaus in die Wiege gelegt. Begeistert schaute er zu seinem älteren Bruder Jim auf, der mit unterschiedlichen Sound Systems (darunter: Killamanjaro) über die Insel tourte und dem damals kleinen Junior von seinen Reiseerlebnissen berichtete. Seit dessen Tod 1983 (er wurde von einem Gunman auf offener Straße erschossen) brennt der Wunsch in Jr. Kelly Musik zu machen und so die Mission seines großen Vorbildes zu Ende zu bringen. Seine Debüt-Single veröffentlichte Junior bei einem kleinen Produzenten 1985 in Spanish Town, Kingston, es dauerte allerdings acht Jahre, bis er eine zweite Chance bekam und weitere sieben mussten vergehen, bis die Öffentlichkeit reif für sein Schaffen war. Wenn man sich heute sein erstes Album „Rise“ (Jet Star, 2000) anhört ist sofort klar das Junior Kelly kein One Hit-Wunder ist, sondern einer, der mit Skills gesegnet, zu Recht als großartiger, internationaler „conscious entertainer“ (um mit einem Liedtitel Anthony B’s zu sprechen) bezeichnet werden kann.



Anthony B. & Jr. Kelly:
4.-6. Juli Summer Jam 03, Köln – Fühlinger See
12. Juli München - Muffathalle
15. Juli Berlin – 2BE Club:
Anthony B.:
04. Juli Zürich – Rote Fabrik
06. Juli Hamburg - Stadtpark, mit Jimmy Cliff
08. Juli Genf -KAB - Usine
Junior Kelly:
16 Juli. mit Morgan Heritage, Hamburg - Fabrik




Raoul Roßmann
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