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Das weiße Rauschen - beklemmend und erleuchtend zugleich
(pub. Juli 2003
Publiziert am: 26.06.03 - Medienformen: Medienform Text


„Wer das weiße Rauschen sieht, der wird sofort wahnsinnig. Außer wenn er schon wahnsinnig ist. Dann wird er normal.“ (Lukas)

Hans Weingartner widmet sich in seinem Regiedebüt der Geschichte eines jungen Mannes, der gerade anfangen will zu leben, als eine Krankheit bei ihm ausbricht und ihn zu zerstören droht. Lukas ist 21 und soeben zu seiner Schwester und deren Freund in die Großstadt gezogen. Endlich Party, endlich was los, denkt er sich und lässt es richtig krachen. Nach einem wilden Drogentrip hört Lukas plötzlich Stimmen. Erst glaubt er, dass es an den Pilzen liegt, die er geschluckt hat, aber bald ist klar, dass die Stimmen bleiben, ja sogar stärker werden und von Lukas Besitz ergreifen. Lukas verliert immer mehr die Kontrolle über sein Leben, er leidet unter Verfolgungswahn und wird so aggressiv, dass er schließlich in der Psychiatrie landet. Paranoide Schizophrenie, lautet die Diagnose der Ärzte. Ein Schock für die ganze Familie, denn schon Lukas’ Mutter war in der Psychiatrie und beging am Schluss Selbstmord. Die Ärzte stellen Lukas nur ruhig, die Stimmen in seinem Kopf hingegen verschwinden nicht. Nun beginnt für Lukas der Kampf gegen das Chaos in seinem Kopf. Am Ende einer Reise, die ihn bis an die spanische Atlantikküste führt, scheint er etwas gefunden zu haben, das aus dem Wahnsinn herausführen könnte: Das weiße Rauschen.
Ein Film, in dem es um den Wahnsinn im Hirn geht, muss auch wahnsinnig aussehen. Man erlebt ganz subjektiv Lukas’ Sicht auf die Dinge, also wackelt die kleine DV-Kamera, bis dem Zuschauer die Augen flimmern. Lukas kann die Welt immer weniger ordnen, dementsprechend werden die Bilder laufend konfuser, Lukas hört immer mehr Stimmen in seinem Kopf, also dröhnt eine irres Stimmengewirr aus den Kino-Lautsprechern. Je schwerer Lukas an seiner Krankheit leidet, desto schwerer ist es, den Film zu ertragen. „Das weiße Rauschen“ ist kein einfach zu konsumierender Kinostreifen, sondern eine filmische Auseinandersetzung mit einer Krankheit - der Schizophrenie. Und das ohne Klischees und Vorurteile. Mit der herausragenden schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers Daniel Brühl ist der Film eine faszinierende Herausforderung für die Sinne.

Die Homepage zum Film ist absolut empfehlenswert. Unter anderem informiert der Regisseur – er hat Gehirnforschung studiert - über Schizophrenie und den gesellschaftlichen Umgang damit.



Katrin Schmidberger
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