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Drogen in der Schwangerschaft?
Ansichten einer jungen Mutter
(Pub. Juni 2004)
Publiziert am: 08.06.04 - Medienformen: Medienform Text


Durch die Schubumkehr des Uterus in die Elterngeneration katapultiert, ändern sich Zeit, Raum und Einstellung zu so manchen Dingen. Frau sieht diesen kleinen Wurm vor sich und muss unweigerlich darüber nachdenken, was sie ihm fürs Leben mitgeben will. Das beginnt natürlich schon neun Monate vorher beziehungsweise eben dann, wenn frau erfährt, dass sie vorübergehend nicht mehr alleine in ihrem Körper wohnt. Alles, was durch Körperöffnungen und Sinnesorgane reinkommt, betrifft nun auch eine zweite Person. Die Entscheidung, Genussmittel zu sich zu nehmen, läuft ohne Ausnahme immer über die Formel + 1. Das kann manchmal ganz schön nerven, denn neun Monate sind lang.
Bei Zigaretten, Alkohol, Pilzen, Energy Drinks und diversem chemischen Zeugs mag die Entscheidung zur Abstinenz leichter fallen (wohlgemerkt die Entscheidung, nicht die Durchführung – die hängt wohl eher von Gewöhnungsgrad und Willensstärke ab), zu negativ sind die kolportierten Auswirkungen, zu schlecht auch meist das Gewissen. Kaffee, Tee, den diversen Es in Nahrungsmitteln und ähnlichem werden manche ebenfalls entsagen, andere haben damit vielleicht überhaupt kein Problem. Wie steht´s nun aber mit dem Hanf?
Viele Studien sind durchgeführt worden über dessen Schädlichkeit beziehungsweise Unschädlichkeit in der Schwangerschaft, und dies ist wohl auch sehr wichtig für Frauen, die auf ihn als Medikament zurückgreifen, denn bei Krankheiten, bei denen er zum Einsatz kommt, ersetzt er meist sehr viel risikoreichere Mittel. Und auch bei schwangerschaftsspezifischen Leiden wie zum Beispiel der Morgenübelkeit der ersten drei Monate kann Hanf von Nutzen sein, den Brechreiz lindern und überdies noch den Appetit anregen. Allerdings erscheint es doch zumindest fragwürdig, den Umstand, dass Hanf bei Schwangeren therapeutisch zum Einsatz kommt, als Zeichen völliger Unschädlichkeit und Vorwand zu nehmen, die eigene Unfähigkeit zu rechtfertigen und den Unwillen zu kaschieren, eingefahrene Verhaltensmuster zu ändern.
Wo
Hanf aus reinem Spaß an der Freud´ konsumiert wird,
sollte frau sich doch überlegen, ob es notwendig ist, dies dem
Ungeborenen zuzumuten. Denn erstens kommt es laut Ergebnissen der
diversen Studien zwar zu keinen Schädigungen und
Beeinträchtigungen. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass
das Gegenteil der Fall und Hanfgenuss gut für das Kind
ist. Zweitens fußen diese Studien ausnahmslos auf allopatischen
Kriterien, welche zwar in typisch mechanistischer Weise körperliche
und geistige Funktionstüchtigkeit anhand selektiver Kriterien
überprüfen, für die fragile Einheit Körper–Geist–Seele
allerdings im Allgemeinen wenig übrig haben. Es kann schon
nachdenklich stimmen zu lesen, dass etwa „die Kinder lediglich in
den ersten Wochen etwas schreckhafter seien, sich das aber legen
würde“, so als ob dies für das Kind überhaupt nichts
wäre. Ganzheitliche Lehren kämen hier naturgemäß
zu einem anderem Schluss.

Was
gut für sich und das Kind ist, muss natürlich jede selbst
entscheiden, und hie und da ein Seelenstreichler wird wohl kein
Weltuntergang sein. Grundsätzlich gilt jedoch: Genussmittel
sollte man genießen und nicht brauchen. Irgendwann sollte man
das Gefühl existenzieller Deplatziertheit überwinden oder
zumindest anderweitig bekämpfen, um im besten Fall die eigene
Unzulänglichkeit in realistische Zuvorkommenheit sich selbst und
anderen gegenüber zu verwandeln.

Sind
demnach bereits Schwierigkeiten vorhanden, auf Hanf zu verzichten, so
kann frau den Zustand der Gravidität als Chance sehen und dazu
nutzen, diese Abhängigkeit zu überwinden. Denn der Spruch
„Liebe deine Nächste wie dich selbst“ wird bei uns
seltsamerweise ja meist quasi von hinten angegangen, und auf den
fremden Körper, der da in einer wächst, achtet man mehr als
auf den eigenen all die Jahre zuvor. So wie man ja auch
pflichtschuldig zu den diversen persönlichen, kirchlichen und
sonstigen Festtagen alle anderen beschenkt, für sich selber aber
kaum je einen vergleichbaren Aufwand startet. Diesbezüglich kann
eine Schwangerschaft eine Chance darstellen, sich besser kennen zu
lernen und den Umgang mit sich und den eigenen Ressourcen neu zu
überdenken.

Hanf als Linderungsmittel bei der
Geburt indes wirft die Frage auf, ob eine Bewusstseinsveränderung
über die bereits durch die körpereigenen Stoffe bestehende
hinaus erwünscht ist in einer Situation, da alle Sinne und
Kräfte durch die Geburtsarbeit gefordert sind. Auch seine
Wirkung auf Blutdruck, Kreislauf, Motorik und (falls geraucht)
Atemvolumen (während und nach der Geburt atmet man ja immer noch
für zwei) sollten in Betracht gezogen werden. Zur
Muskelrelaxation und geistigen Entspannung steht eine Vielzahl nicht
bewusstseinsverändernder und nicht kreislaufbeeinflussender
Pflanzendrogen zur Verfügung, welche alle einen vollwertigen
Ersatz zu allgemeinmedizinischen Medikamenten bieten. Hierbei stellt
sich natürlich auch die Frage, in welchem Bewusstseinszustand
frau ihrem Spross bei der ersten Begegnung entgegentreten will,
verändert oder nicht. Und auch die Tatsache, dass beim ersten
Stillen THC den Weg in den Körper des Kindes finden kann, sollte
bedacht werden.

Ob Hanf waehrend der Schwangerschaft,
bei der Geburt und/oder während der Stillzeit konsumiert wird
oder nicht, ist eine sehr persönliche Frage und oftmals auch
eher eine Sache der grundsätzlichen Einstellung, da dem Kind
dadurch weder ein drittes Ohr wachsen noch ein Arm abfallen wird.
Auch bei den Zigaretten gibt es ja Stimmen, die da meinen, das Kind
würde lediglich kleiner und leichter zur Welt kommen. Es hat
auch sicher seine Richtigkeit, dass Menschen mit all ihren Fehlern,
Schwächen und diversen Süchten Nachwuchs bekommen, da darf
man Mutter Natur schon vertrauen ;-) Die Frage ist eben, wie frau mit
ihren Unzulänglichkeiten umgeht, und das sollte frau sich lieber
zweimal überlegen, denn rückgängig machen kann man das
nicht mehr, und schon vom Start weg Schuldgefühle dem Wurm
gegenüber zu haben ist nix Feines.

Ein Wort noch zu den Herren der
Geschöpfe: Auch Passivrauchen ist Rauchen. Ausserdem fällt
abstinent sein gleich viel leichter, wenn man es zu zweit angeht und
das Zeug nicht dauernd vor die Nase gehalten beziehungsweise geblasen
bekommt.


Claudia Grehslehner


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