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Das Bo - Best Of III - Alleine
(Pub. Juni 2004)
Publiziert am: 08.06.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal juni04 artikel Das Bo - Best of 3

Deutschland aufgepasst, das Vorbeben mit der Stärke 12 auf der Richterskala hat begonnen. Mit der harmlos scheinenden Frage "Seid ihr bereit für DAS BO?" knetet Das Bo die Gehirne auf Betriebstemperatur für ein Album, das von dem Künstler in Eigenregie produziert und geschrieben wurde. Nach seinem Sommerhit „’Türlich, ’Türlich (sicher Dicker)“ meldet sich Das Bo vier Jahre später mit seinem ersten Solo-Album „Best Of III Alleine“ zurück, und nachdem mir zu Ohren gekommen ist, dass Das Bo Rap für mich hat, bin ich neugierig und mache mich auf den Weg zur Schillingbrücke.


In der Nähe des Berliner Ostbahnhofs befindet sich das Ibis Hotel, und in einem der vielen Zimmer empfängt mich ein äusserst relaxter Bo, und das finde ich nach all seinen bisherigen Interviews und Konzerten in verschiedenen Städten sehr erstaunlich. Ich freue mich, den guten Mann, der mir bereits mit seiner Crew „Fünf Sterne Deluxe“ und dem Album „Sillium“ im Jahre 1998 eine extrem lustige Zeit bescherte, heute einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Eine halbe Stunde habe ich Zeit, ihn mit meinen Fragen zu konfrontieren, und das ganze entwickelt sich zu einem interessanten Gespräch.


1989 kursierten die ersten Rap-Tapes in der Schule, und mit Public Enemy, De La Soul und dem Erscheinen der Alben von A Tribe Called Quest, Jungle Brothers, Biz Markie, Gang Starr und De La Soul wurde ein neues, sehr gutes Gefühl entdeckt und „Das Bo“ war geboren. Schon zwei Jahre später ging es nicht mehr nur darum, Blackmusic zu konsumieren, sondern auch selbst zu rappen - anfangs noch auf englisch. Doch während eines einjährigen Amerikaaufenthalts in Sacramento 1992 bis 1993 schulte Bo seinen deutschen „Flow“, und im Anschluss an diese Zeit traf er mit seiner alten Crew bei einem Offenen-Kanal-Radio-Besuch das erste mal auf Tobi.


Man gründete die Formation „Der Tobi und das Bo“, und durch den unkonventionellen Ansatz sorgte das Album „Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander“ in der damaligen Hip Hop-Szene sogleich für Aufregung. Nach Fernsehauftritten bei Viva und MTV kam es dann im Jahre 1998 dazu, dass man sich auch zur Style-Crew „Fünf Sterne Deluxe“ formierte. Das bereits im Eingang angesprochene Album „Sillium“ war bahnbrechend - und hierzu brannte mir seit mittlerweile schon sechs Jahren die Frage auf der Seele, was es mit Song „Dördichkeit“ auf sich hatte, der in dieser Zeit bei mir und meinem Umfeld rauf und runter lief und schon allein aufgrund des merkwürdigen Titels immer wieder für jede Menge Spass sorgte. Und hierbei ging es wohl um den dirty Zustand von Tobi’s Zimmer, wie mir Bo bereitwillig und schmunzelnd Auskunft gibt.


Im Jahr 2000, als sich die Mongo-Clikke als Verband auflöste, kam mit „’Türlich, ’Türlich (sicher Dicker)“ die erste Solo-Veröffentlichung - ein Top 5 Hit, der 220.000 Einheiten verkaufte. Und nach dem dritten Album „Neo-Now“ von „Fünf Sterne Deluxe“ bekamen die vier Freaks von Viva den Cometen in der Kategorie Hip Hop National 2001. Doch der unglaubliche Erfolg zeigte Spuren, und durch die Touren und Festivals mit „Fünf Sterne Deluxe“ und einen Schicksalsschlag auf privater Seite war Bo ausgebrannt und zog sich erstmal zurück. Dreieinhalb Jahre Arbeit steckte er schliesslich - seit seiner Single 2001 - in sein erstes Soloalbum.


Im Herbst fing er an, Ideen zu sammeln und zu überlegen, wie und mit wem er das ganze produzieren will. Entgegen der allgemeinen Anpassung an das amerikanische Vorbild, entstand „Best Of III Alleine“ durch Instrumentals, die ohne Samples auskommen und aus denen sich sieben Stücke von Boris Ekambi und Sven „Wah Wah“ Waje aka „Schall und Rauch“ als Essenz auf dem nun vorliegenden Album befinden. Zwei Beats stammen von Joni Rewind, drei Instrumentals von Machine Tim, und zwei Beats wurden von „Fünf Sterne Deluxe“ beigesteuert. So wurde ein eigener Sound kreiert, der den Rap und das eigene Gefühl vereint.


Inhaltlich habe ich mich wie immer mit der Realität aus meiner Sicht und mit meinen Waffen auseinandergesetzt. Zynismus, Ironie und Sarkasmus als Arsenal gegen (auch meine) Verwirrung, Tristesse und Abschottung durch die von emotionslosen Finanz-Zombies verzerrt dargestellte Realität. Diese Realität zeichnet sich durch materialistisch-egozentrisch orientiertes Handeln aus, das zu Vereinsamung, Verunsicherung und Angst führt und so eine Gemeinschaft bzw. Gesellschaft in Gefahr bringt, in der ich ein Teil sein muss.“


Bo sieht dieses Album als Ausbildung und Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und hat sich daher im Vorfeld entschlossen, ohne Management zu arbeiten. So arbeitet er mit Marcnesium als „2-4-U (Ideendesign)“ im Videobereich oder mit P. Anker und T. Becks auf der Internetebene eng zusammen, um den 1:1 Faktor so groß wie möglich zu halten. Die Seite www.dasbo.de ist neu auf der Welle, und hier gibt es auch endlich die lang versprochenen Klingeltöne und Handy-Logos.


Durch Hip Hop schafft Bo den Weg aus der Isolation - hin zu Leuten - und will seine Karriere ankurbeln. Die ganze Maschinerie in der Musikbranche und natürlich all die verlogenen Casting-Shows machen viel kaputt. Bo dagegen will etwas bewegen und mit seiner Musik einen Ansatz zum Nachdenken geben. Und die Wertigkeit von Produkten ist ihm besonders wichtig.


Ich könnte sagen, kauft meine Platte und es geht euch für immer besser, eure Haut wird straffer, ihr werdet erfolgreicher beim anderen Geschlecht und ihr bekommt Euren Traumjob, aber meine Sicht der Dinge ist anders. Hört Euch meine Musik an und wenn sie Euch gefällt, unterstützt mich durch den Kauf, damit ich weiter mein Ding machen kann.“


Die Single „Ich hab Rap für Dich“ steht bereits in den Läden, und das Album „Best Of III Alleine“ erscheint am 07.Juni. Die Leser des Hanf Journals sollten vor allen Dingen dem Lied mit dem verheissungsvollen Titel „Bau“ ihr Gehör schenken.


www.dasbo.de

www.yomama.de

www.packmas.com

www.fourmusic.com



Roland Grieshammer


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