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Bringt endlich den König um!
(Pub. Maerz 2004)
Publiziert am: 09.03.04 - Medienformen: Medienform Text


Es gibt eine Menge von Gründen, die dafür sprechen einen solchen Schritt zu gehen. Er setzt uns immer den gleichen Fraß vor und meint zu wissen, nach was uns im Leben dürstet. Er kontrolliert, welche Drogen wir konsumieren dürfen, wie viel wir arbeiten sollten und auch noch welche Musik uns zu Ohren kommt. Dieser verdammte König ist vielseitig und geschickt in seinem Auftreten. Mal erscheint er uns in Form eines Gesetzes, sagt uns was genau verboten ist und was nicht, mal bestimmt er die Musik im Radio oder tritt in einer Art medialer Dauerberieselung auf, die uns sagt das schöne Leben wäre jetzt vorbei und wir sollten uns mit Krieg, Sozialabbau und schlechtem Wetter gefälligst abfinden. Wie soll nun aber einem solch vielfältigen Herrscher über unsere Bedürfnisse entgegengetreten werden? Können wir ihn einfach umbringen?

Das Hanf Journal hat sich zum Auftrag gemacht, des Königs Sinn von Gerechtigkeit in Sachen Drogenpolitik anzugreifen. Denen Gehör zu schaffen die von ihm verfolgt werden, nur weil sie geneigt sind gewisse Kräuter in ihren Tabak (oder auch pur; Anm. der Red.) zu drehen. Doch umbringen lässt sich dieser König nicht so einfach, denn wie die Wächter der Matrix fühlt er sich nicht an einen Körper gebunden und steckt in einer Menge von ihnen. Das Hanf Journal versteht sich ja auch nicht als lobbyistische Terrorgruppe, sondern setzt darauf, durch gezielte kleine Stiche, deren Effektivität auf Regelmäßigkeit beruhen, die herrschende königliche Meinung ins Schwanken zu bringen.

An einer anderen Stelle unseres Alltags läuft nach Meinung des Königs und seiner Wächter etwas nicht mehr so, wie es laufen sollte. Trotz Dauerberieselung via Radio und der Musiksender stimmt irgendetwas mit dem Konsum von Musik nicht mehr. Zumindest melden die Wächter der Musikindustrie, sie würden nicht mehr soviel verkaufen und das könne so nicht einfach hingenommen werden. Die ganze Sache habe sogar verheerende Folgen auf die weitere Musikproduktion, wenn es so weiter geht, würde sie eingehen und bald gäbe es dann gar keine Musik mehr (remember: copy kills music). Der König Musik drohe also gestürzt zu werden. Versteht sich von selbst, dass plötzlich eine Menge weiterer Wächter aufwachen und in Aktionismus verfallen. Verzweifelt wird nach dem perfekten Kopierschutz für CDs gesucht, Gesetze werden verabschiedet und mal wieder werden Tausende vergnügter Menschen kriminalisiert. König Musikindustrie ist ordentlich sauer, seine bisherigen Herrschaftsmechanismen funktionieren nicht mehr zufrieden stellend. Nun ist er viel am Jammern und zuckt nervös. Ein Teil der Musikszene verfällt mit ihm in Melancholie, wünscht sich die vermeintlich goldenen Zeiten ohne Internet-Tauschbörsen zurück und nützt die neuen Möglichkeiten des Internet höchstens als plumpe Werbeplattform für ihre Werke. Sie schafft es nicht weiterzudenken. Doch die Kämpfe gegen das Entsetzen des Königs finden sich auch in diesem Bereich und haben einige äußerst spannende Projekte zu Folge. Von einer neuen Musikkultur, die Mix-CDs und Remixes unbekannter DJs über das Netz tauscht, bis hin zu den Experimentalisten „Einstürzende Neubauten“ (die ihren kompletten Produktionsablauf ins Netz verlagerten) finden sich einiges in den tiefen Weiten des Internets.

So z. B. das Projekt „Klare Ansage“, das es sich zum Auftrag gemacht hat, dem Geheule der Musikindustrie entgegenzutreten. Unter http://www.klareansage.de/ werden seit Januar dieses Jahres diverse HipHop Acts exklusiv präsentiert und Nachrichten aus dem Kampf Musikindustrie vs. Tauschbörsen veröffentlicht. Mittlerweile sind acht Künstler der deutschen HipHop-Szene auf den Seiten vertreten und regelmäßig werden es mehr. Jede Gruppe wird mit einem exklusiven Song, dem dazugehörigen Video und einem Interview präsentiert. Alles kann in guter Qualität auf den heimischen Rechner geladen werden (in Breitband- oder Modemversion versteht sich). Dazu kommen auch noch eine ausführliche Bandbiographie und eine komplette Übersicht der bisherigen Veröffentlichungen. So entsteht ein umfangreiches Paket zu jeder Band, das von keinem Musikmagazin, egal ob im Print-, Radio- oder Fernsehbereich, so umfangreich geboten wird. Im Forumsbereich der Seite wird kräftig über die Entwicklungen des Music-Bizz diskutiert und nach neuen Ideen für das Internet-Zeitalter gesucht. Das bisherige Highlight unter den acht Acts des HipHop-Untergrund ist neben dem Video des Frankfurter Rappers Winster – er rappt nackt! Wo gibt’s so etwas in der so auf dürftig bekleidete Frauen fixierten HipHop-Welt sonst? – ist eindeutig der Kollabo-Track von Millionadi und Jesen von „Nimzwai“. Die Düsseldorfer liefern einen amtlichen Song, der mit einem großartig düsteren Beat und klaren Lyrics beweist was fernab vom Mainstream orientiertem Gejaule noch zu kicken ist. Der Titel ist übrigens „Königsmord“.

 

Dem König Paroli bieten könnt ihr unter folgenden Seiten:

http://www.neubauten.org/

http://www.privatkopie.net/

http://www.rapstation.com/

 

des weiteren interessant:

http://www.klareansage.de/

Christian Schlicht


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