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PSYCHOAKTIVA - Teil VIII
Kokain und Crack
Publiziert am: 03.03.04 - Medienformen: Medienform Text


Dieses mal geht es um Kokain und das Kokain-Produkt Crack. Zu gern wird die freie Kokainbase als eigenständige Substanz hingestellt, und das obwohl es Crack pharmakologisch gesehen eigentlich gar nicht gibt. Viele Party-User nutzen Koks – die wenigsten haben sich schon an Crack getraut. Gut so.

 

 

Kokain gehört zur Stoffklasse der Cocaalkaloide und wird aus dem Cocastrauch Erythroxylum coca gewonnen. Kokain hat die chemische Bezeichnung (-)-Methyl-[3b-benzoyloxy-2b(1aH,5aH)-tropancarboxylat], 3b-Benzoyloxy-2b-Tropancarbonsäuremethylester und andere. Kokain wird unter den Namen Autobahn, C, Candy, Cocaina, Cocainum, Coke, Coca, Charlie, Erythroxylin, Koks, Methylbenzylekgonin, Mama Coca, Peach, Schnee, Sniff, Snow und Snowwhite verkauft (Auswahl).

Die wertvolle Substanz ist eng mit den Tropanalkaloiden der Nachtschattengewächse (Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin u.a.) verwandt und hat die Summenformel C17H21NO4.

 

Crack hingegen ist kein eigenständiges Pharmakon und trägt deshalb keine chemische Bezeichnung.

Der Stoff wird als Base, Baseball, Freebase, Rocks, Roxanne, Supercoke und so weiter unter die Leute gebracht. Crack ist Freebase-Kokain, also um einen alkalischen Zusatz (z. B. Natron; Natriumbicarbonat) bereichertes Kokainhydrochlorid.

 

 

Wirkung und Dosierung:

Kokain wirkt gefäßverengend. Es setzt an den Synapsen die körpereigenen Transmitter Noradrenalin, Dopamin und Serotonin frei und bewirkt auf diese Weise eine Stimulation. Die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin wird gehemmt.

Crack raucht man in einer kleinen Purpfeife. Durch die Aufnahme über die Lungen und wegen seiner hohen Fettlöslichkeit wirkt Crack schneller als Kokain.

Es ist schwer, einen Kokainrausch von einem Methamphetaminrausch zu unterscheiden. Maßgeblicher Unterschied ist die Wirkdauer, welche beim Kokain nach spätestens einer halben Stunde das Ende erreicht hat. Der Kokainkonsument wird schwitzen und unruhig, sein Blutdruck steigt und das Herz schlägt schneller. Im Fall eines Dauergebrauchs verändert sich die Persönlichkeitsstruktur unter Umständen derart, dass der User zu hoffnungsloser Selbstüberschätzung und Freundschaft zerstörender Arroganz neigt. Bei einer Überdosierung kann mit einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt, mit Krampfanfällen und Epilepsien und sogar Nierenversagen gerechnet werden. Kokain wird zwei bis vier Tage nach dem letztem Konsum im Blut und Urin nachgewiesen.

In der Regel werden – je nach Verschnitt – 20 bis 100 mg Kokain pro Linie konsumiert.

Crack wird geraucht. Eine durchschnittliche Einzeldosis liegt zwischen 0,05 und 0,1 Gramm.

 

Kokain und Crack können gerade im Zusammenspiel mit anderen Drogen gefährliche Wechselwirkungen entfalten. Besonders gefährlich sind Mischungen wie die berüchtigten Frisco-Speedballs (eine Mixtur aus Kokain und Heroin), welche auf der einen Seite das Nervensystem stimuliert und aufputscht und auf der anderen Seite selbiges dämpft. Das kann zu fatalem Kreislaufversagen führen. Kokain und Crack dürfen keinesfalls mit MAO-Hemmern kombiniert werden, da dies lebensgefährliche Notfallsituationen auslösen kann.

 

 

Geschichte und medizinische Verwendung

Popularisiert durch Siegmund Freud, wurde Kokain, das Hauptalkaloid des Coca-Strauches Erythroxylum coca, in Form von Cocainum hydrochloricum schon 1884 vom Wiener Augenarzt Karl Koller als erstes wirklich bedeutendes Lokalanästhetikum verwendet. Aufgrund der (je nach Applikationsform) sich entfaltenden psychoaktiven Nebenwirkungen des Kokains, die einen Gebrauch der Substanz als Rauschmittel zur Folge hatten sowie seines stark suchterzeugenden Potenzials wurde das Alkaloid 1904 erstmals durch das synthetische, vom Kokain abgeleitete Derivat Procain ersetzt. Auch den darauffolgend synthetisierten Kokainabkömmlingen blieben die anästhetischen, nicht aber die abhängigkeitsbildenden Eigenschaften erhalten. Viele von diesen finden wir auch heute noch sowohl in der Pharmakopöe der modernen Schulmedizin als auch in einigen freien Präparaten.

Die Kokainderivate werden generell unterteilt in Ester (z. B. Procain, Benzocain, Tetracain, Chloroprocain) und Amide (z. B. Bupivacain, Etidocain, Lidocain, Mepivacain, Prilocain) sowie speziell in nicht-basische (z. B. Benzocain), p-Aminobenzoesäure-Ester und -Amide (z. B. Cinchocain, Oxybuprocain, Procain, Proxymetacain, Tetracain), Anilin-Amide (z. B. Articain, Bupivacain, Lidocain, Mepivacain, Ropivacain) und Verschiedene (z. B. Oxetacain).

Dabei werden die Pharmaka für die unterschiedlichsten Zwecke verwendet: originär als Lokalanästhetikum in der Zahnheilkunde, Augenheilkunde, Notfallmedizin (Lidocain-Präparate bei Herzstillstand und Reanimation) und anderen medizinischen Disziplinen (auch bei Operationen und zur Schmerztherapie), gegen Halsschmerzen und Rachenentzündung (Lidazon®), gegen Hämorrhoiden (Procto-Glyvenol®), Angina, Zahnfleischentzündung, Schluckbeschwerden u. a. (Sangerol®-Spray), gegen Migräne und andere Schmerzen, Ischias und Magenleiden (Anaestalgin®), als Wund- und Heilgel (Tonex®), als Oberflächenanästhetikum (Emla®-Pflaster), aber auch für alltägliche Belange, z. B. als Sonnencreme (Solarcain®; s. u.) oder als Liebesmittel (Happy Love®; zur Aktverlängerung).

Markus Berger


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