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Klüger werden mit dem Hanf Journal
Macht kiffen impotent?
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 04.05.04 - Medienformen: Medienform Text

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Die kurze Fassung der Antwort auf diese Frage könnte so lauten: „Tierexperimente haben gezeigt, dass Cannabinoide Veränderungen der männlichen und weiblichen Sexualhormone verursachen. Aber es gibt keinen Hinweis, dass Cannabis die menschliche Fruchtbarkeit ungünstig beeinflusst …“ So heißt es in einem Bericht des Komitees für Wissenschaft und Technologie des britischen Oberhauses aus dem Jahre 1998.

Mit Impotenz unterscheidet man in der Medizin grundsätzlich zwei verschiedene Sachverhalte. Die Impotentia coeundí bezeichnet das Unvermögen des Mannes, den Geschlechtsverkehr regelrecht und befriedigend zu vollziehen, während mit Impotentia generandi die Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) gemeint ist. Mit Impotenz wird landläufig meistens die erste Form bezeichnet, die auf der Unfähigkeit, eine ausreichende und ausreichend lange Steifigkeit des Penis’ (Erektion) zu entwickeln, beruht.

Cannabis hat auf die Erektion keine negativen Wirkungen. Im Gegenteil: Die angstlösenden sowie die seelisch und körperlich entspannenden Wirkungen von Cannabis können eher hilfreich sein. Hinzu kommt die Steigerung der sinnlichen Erfahrungen wie etwa von Berührungen durch die Droge, sowie eine gefäßerweiternde Wirkung des THC. Cannabis ist ein seit Jahrhunderten bekanntes Aphrodisiakum.

Die Wirkung von Cannabis auf die männliche Zeugungsfähigkeit ist dagegen umstritten. Bei Männern fanden sich nach akuter THC-Gabe keine eindeutigen Effekte auf die Konzentration des männlichen Sexualhormons Testosteron oder anderer Hormone. Gegen die hormonellen Wirkungen entwickelt sich auch bei hohen Dosen eine Toleranz. Das bedeutet, dass sich der Körper auf den Konsum einstellt. Gewohnheitsmäßige Cannabis-Konsumenten weisen daher unauffällige Hormonspiegel sämtlicher Hormone auf. In einer Studie trat nach mehrwöchigem Rauchen von täglich acht bis zehn Cannabis-Zigaretten bei den Beteiligten eine leichte Abnahme der Zahl der Spermien auf. Die Funktion der Spermien war aber normal und auch die Zahl abnormer Spermien, von denen es im Samenerguss immer einige gibt, war nicht erhöht. Nach einer jüngeren Studie, die am 30. März 2004 auf einer Tagung in Großbritannien vorgestellt worden war, schwächte THC, das direkt in die Samenflüssigkeit gegeben worden war, die Beweglichkeit der Samenzellen um bis zu 45 Prozent und reduzierte die Freisetzung von Enzymen, die nötig sind, um den Schutzmantel der Eizelle zu durchdringen. Diese Studie ist allerdings wenig aussagekräftig, da das THC direkt in die Samenflüssigkeit gegeben wurde. Die Studienleiterin wollte den Cannabis-Konsumenten aber doch wohl einen Schrecken einjagen und hat in den Medien darauf hingewiesen, dass Männer, die noch Kinder wollten, die Ergebnisse ihrer Studie bedenken sollten.

Nach einer ebenfalls kürzlich veröffentlichten spanischen Untersuchung wurde die Qualität des männlichen Spermas durch den Konsum von Drogen nicht beeinflusst. Die Wissenschaftler hatten 1.005 Spermienproben von Männern aus Barcelona und von 279 Männern aus La Coruña analysiert. Dabei waren eine Anzahl möglicher Einflüsse auf die Spermienqualität untersucht worden. Der höchste Einfluss auf die Spermienqualität wurde für die Häufigkeit der Ejakulationen (Samenergüsse) gemessen. Je mehr Ejakulationen, um so besser. Da Drogenkonsumenten im Durchschnitt häufiger Samenergüsse hatten als die übrigen Teilnehmer, war die Qualität ihres Spermas auch besser.

Es gibt auch keine Hinweise einer verminderten Fortpflanzungsfähigkeit bei Männern in Ländern, in denen der Konsum von Cannabis weit verbreitet ist, wie beispielsweise Jamaika und Indien. So wurden in einer indischen Studie 150 verheiratete männliche Cannabis-Konsumenten, die vor oder kurz nach der Eheschließung mit dem Hanf-Konsum begonnen hatten, mit einer gleich großen Zahl an Opium- und Nicht-Konsumenten verglichen. Ein Prozent der Nichtkonsumenten, zwei Prozent der Cannabis-Konsumenten und zehn Prozent der Opium-Konsumenten waren kinderlos. Bemerkenswerterweise lag die Sterilitätsrate der Bhang-Konsumenten (Cannabis-Blätter) mit einem Tageskonsum von etwa 150 Milligramm THC mit 0,4 Prozent unter denen der Nicht-Konsumenten, bei den Ganja- und Charas-Konsumenten (Blüten und Harz) mit einem täglichen Durchschnittskonsum von 300 Milligramm THC dagegen bei 5,7 Prozent.

Es ist nicht auszuschließen, dass sich starker Cannabis-Konsum bei Jugendlichen negativ auf die hormonelle und sexuelle Entwicklung auswirken könnte, obwohl es darauf bisher keine starken Hinweise gibt. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass die geringen Wirkungen von Cannabis auf die Testosteron-Konzentration und Spermienbildung bei Männern relevant sein könnten, deren Fruchtbarkeit bereits aus anderen Gründen beeinträchtigt ist, weil in diesen Fällen eventuell auch kleine Effekte von Bedeutung sein können.

Dr. med. Franjo Grotenhermen


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