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Chuck Palahniuk
– Durchgeknallter Stern am eintönigen Literatenhimmel
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 04.05.04 - Medienformen: Medienform Text


„Fight Club“ kennt wohl jeder. Die smarte Novelle um zwei kaputte Typen, die eigentlich einer sind und sich trotzdem gegenseitig auf die Fresse hauen, hat durch die Verfilmung von David Fincher Weltruhm erlangt.

Was wesentlich weniger wissen, ist, dass das Buch vor dem Film existierte und auch nicht das einzige Werk dieses jungen Genies ist. Seine Bibliographie beinhaltet ein ganzes Sortiment weiterer Erzählungen, eine fantasiereicher und gesellschaftskritischer als die andere.

Seine Welt beginnt da, wo bei anderen Autoren das Schamgefühl einsetzt. Ein verstümmeltes Ex-Model, das mit seinem inzwischen weiblichen Bruder auf Road-Trip geht? Was für andere Autoren das Ende einer realistischen Schilderung wäre, bietet bei Palahniuk erst den Auftakt zu einer total durchgeknallten Odyssee. Ein Sex-Besessener, der den ganzen Tag Steine schleppt um daraus ein Luftschloss zu bauen? Was für manche als Grundstein einer interessanten Geschichte gelten könnte, ist bei Palahniuk nur charismatische Nebenfigur.

Palahniuk schreibt sich seine Wut auf diese so oberflächliche Welt von der Seele und entwirft in seinen Charakteren passende Wege, damit zurechtzukommen. Die Charaktere, die er so lebendig und trotz all ihrer Abnormitäten immer noch realistisch zeichnet, sind stets Opfer von Leistungsdruck, falschen Idealen oder eben der Sinnlosigkeit ihres eigenen Lebens. Und mindestens eine krankhafte Sucht hat jeder von ihnen. In „Fight Club“ bezieht der Protagonist seine Kicks aus wüsten Schlägereien, in „Der Simulant“ aus anonymem Sex und in „Flug 2039“ ist es das Putzen mit all seinen Tricks und Kniffen. Wie gesagt, normal ist da keiner.

Aber das ist durchaus beabsichtigt, denn Palahniuk zeigt uns die Welt wie sie eigentlich ist: Voll von Möglichkeiten, die wahrzunehmen wir zu abgestumpft sind. Und so ist es kein Wunder, dass bei ihm jede Geschichte in Tod und Chaos endet und aber ebendieses Chaos auch immer die Möglichkeit zum Neuanfang beinhaltet.

Denn Palahniuks fester Glaube ist, dass jeder die Möglichkeit hat alles zu tun, sobald man erst einmal den Weg der Routine hinter sich gelassen hat.


Chuck Palahniuk:

„Fight Club“– Droemer Knaur – ISBN:3-426-61617-3

„Der Simulant“ – Goldmann – ISBN:3-442-54166-2

„Flug 2039“ – Goldmann – ISBN:3-442-54167-0

„Lullaby“ – Blanvalet – ISBN:3-442-54569-2

„Invisible Monsters“ – Vintage – ISBN:0-099-28544-4 (bisher nur auf Englisch)

Martin Schwarzbeck


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