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Interview mit And.y
(Pub. November 2003)
Publiziert am: 01.11.03 - Medienformen: Medienform Text


„ . . . Was will ich wirklich hören, was will ich wirklich machen? . . .“
„Es ist unter massiven THC-Einfluss entstanden.“
And.y

And.y, Produzent und Mastermind der „Fanta4“ wandelt nun auch auf Solopfaden. Sein neues Album hat er zusammen mit Ralf Goldkind (Lucilectric) und Knut Knutson (einem der, wie wir erfahren durften, erfahrensten Jointdreher auf diesem Planeten) produziert. Der klangvolle Name lautet: Y-Files. Aber keine Angst, die Trennung ist wie immer nicht von Dauer, die „Fanta4“ sind im nächsten Jahr wieder mit einer neuen Platte am Start. Wir treffen And.y im wahrscheinlich pompösesten Hotel Berlins, dem Hyatt, wo er mit vollem Mund vor einem Turm aus Weißbrot und Belag sitzt.

HaJo: Das ist ja mal ein verdammt dekadentes Brötchen!

And.y: Das Standard-Clubsandwich – muss sein, bei jeden Besuch im Hyatt!

HaJo: Schon ein fettes Leben als Popstar – hm?

And.y: Du weißt gar nicht, wie das ist. Hast du schon Nervenzusammenbrüche mitgemacht? Popstar sein ist ein Knochenjob. Sorry, wenn ich gleich so abgehe, aber ich bin ein Mensch wie jeder andere auch. Natürlich kann man so Shows machen, in denen man Popstars sucht und sie groß macht und sagen „Hey, das sind welche von euch“ – aber das bin ich auch, ein ganz normaler Mensch.

HaJo: Na dann lass uns mal lieber über Musik reden. Wir kommen ja eigentlich eher aus der Technoecke und waren deshalb über den elektronischen Stil deiner Platte sehr erfreut. Aber da haben wir uns natürlich gefragt: Wie viel HipHoper steckt eigentlich in And.y?

And.y: HipHop war ja früher Electro mit Rap drüber und wurde erst zu dem HipHop den man nun kennt. Das sind ja auch meine Wurzeln und daher war es sehr einfach zu meinen Wurzeln zurückzukehren.

HaJo: „FunkYms20“ und „brems 2000“ sind ja auch von dir. War Techno/Electro schon immer deine Schiene?

And.y: Electro ja, aber kein Techno. Techno ist total langweilig geworden. Da hat sich nichts getan in der letzten Zeit. Ich habe eine so große Bandbreite an Musikstilen, da lege ich mich nicht so fest. Hauptsache, die Musik ist gut. Und wenn eine Musik seit Jahren gleich bleibt ist das langweilig und dann erlaube ich mir auch zu sagen: Die Musik ist schlecht. Wobei „brems 2000“ keine Verarschung war, das war nur Spaß und auch die Vocals haben nichts zu sagen! Aber der Bass ist leider viel zu leise. Wir haben das mal beim Smudo im Auto gehört und da hätte man den Bass ruhig doppelt so laut machen können. Den Fehler muss ich dann doch eingestehen, wenn euch das Lied so gut gefällt.

HaJo: Deine Platte hört sich so an als sei dir der Sound wesentlich wichtiger als die Message. Ist das Absicht?

And.y: Ja, das war volle Absicht. Ich wollte die Vocals mal nicht so beachten. Es ist ja kein primitiver Text, er hat schon Sinn, er ist halt eher im Hintergrund. Ich wollte einfach die Musik mehr in den Vordergrund stellen. Das war dann schon mal eine Abwechslung, mit „Fanta4“ hab ich ja sonst immer total Vocal-lastige Lieder produziert.
Die Message ist schon wichtig und das neue Album hat eine gute Message. Aber es ist schon so, dass ich mich immer dazu zwingen muss mich um die Vocals zu kümmern. Und die Vocals sind für die Message nicht immer wichtig. Es gibt ja auch nur instrumentale Stücke mit einer emotionalen Message.

HaJo: Singst du eigentlich auch mal selbst auf dem neuen Album?

And.Y: Nee, auf dem nicht, hat sich nicht ergeben. Ich hab ganz am Anfang zusammen mit Smudo – da waren wir noch zu zweit – so super Oldschool-Sachen gerappt. Vielleicht rapp’ ich auf der nächsten „Fanta4“-CD auch mal zwei oder drei Zeilen. Aber wer weiß, ob das gut wäre.

HaJo: Wie sehr musstest du dich dem HipHop-Gedanken bei den „Fanta4“ beugen?

And.Y: Ja, da muss man schon Einschränkungen machen. Aber ich finde das nicht hinderlich, das ist eher gut, dass die anderen da ihre Vorstellungen haben, ich meine und wir da irgendwo zusammenkommen. So funktioniert „Fanta4“. Wenn ich jetzt alleine die „Fanta4“-Musik vorgeb’, das wär’ nicht „Fanta4“. Das ist ganz klar, wir sind ’ne Band und da ist jeder einzelne wichtig. Aber es tut dann auch schon mal gut, sein eigenes Ding zu machen, ist aber auch schwierig auf der anderen Seite. Ich hab das ganz lange nicht mehr gemacht, war ja jetzt ganz lange nur noch „Fanta4“, „Fanta4“, „Fanta4“. Ähm – und dann steht man schon da und denkt sich so, hmm was will ich denn eigentlich, also was will ich wirklich hören, was will ich wirklich machen? Ich kann so viel – was von all dem machen, ey!

HaJo: Noch kurz zu was anderem. Bei den Kiffern sind „Fanta4“ definitiv die konsensfähigsten Musiker, die es derzeit gibt . . .

And.Y.: Konsensfähigkeit – sehr gut, das gefällt mir, ja ja ja konsensfähig, mir gefällt auch Popmusik unter diesem Aspekt der Konsensfähigkeit, das ist was, was viele verstehen. Und da kommt der kommunikative Moment echt zum Tragen und das gefällt mir an Musik und ich mag auch den Gedanken einfach, dass viele Leute meine Musik hören und sich daran erfreuen, also nicht nur hören und scheiße finden, sondern dass es denen was gibt, also das diese Musik kommuniziert, dass das was da ’reingesteckt worden ist von den Musikern dann auch irgendeinen Effekt beim Hörer hat.

HaJo: Glaubst du das es Zufall ist, dass ihr bei den Kiffern so gut ankommt?

And.Y.: Naja, ich mein wir kiffen selber und das ist sicher kompatibel. Drogen sind halt Erfahrungen. Und Erfahrungen haben großen Einfluss auf den Künstler und prägen das was er macht, weil jeder Künstler aus seinen Erfahrungen schöpft und klar, Drogen sind halt eine Möglichkeit sich Erfahrungen zu verschaffen, auf jeden Fall. Also hat das auch Einfluss.

HaJo: Auf welcher Droge kann man dein Album am besten hören?

And.Y: Bekifft ganz bestimmt gut. He he. Es ist unter massiven THC-Einfluss entstanden, ich geb’ alles zu. Aber massiv.

HaJo.: Wie stehst du zur derzeitigen Drogenpolitik?

And.Y: Ohhh, das mit dem Kiffen, ich find’s natürlich ganz gut, dass das schon so halb legal ist und das es nicht so wahnsinnig kriminalisiert wird, also dass keiner in den Knast kommt wegen Kiffen. Außer natürlich in Bayern, aber das ist ein Spezialfall, da will ich auch nicht erwischt werden.

HaJo: Ist ja nicht nur in Bayern so und es gibt ja auch immer wieder Probleme, wie bei „Gentleman“, der ja auch mal nicht auftreten durfte.

And.Y: Echt? Boah. War bei uns noch nicht der Fall. Wir hatten da immer so ein bisschen Glück. Ich mein wir propagieren jetzt auch nicht Kiffen die ganze Zeit öffentlich, aber „Gentleman“ tut das eigentlich auch nicht. Den haben sie halt auf dem Kieker. Uns haben sie immer so durchrutschen lassen, in Bayern. Ja hey, ich mein’ Knut, der sieht halt auch echt so aus, der ist neulich mal nach München gefahren und sobald der Zug in Bayern war ist der auseinander genommen worden. Direkt Zivilkontrolle. Und das find ich nicht so lustig. Abgesehen von Bayern ist es moderat. Könnte wegen mir aber einfach auch legal sein, gäb’ den wenigsten Stress für alle. Ich frag mich, wer wirklich einen Vorteil davon hat, dass es so ist, wie es im Moment läuft. Irgendwer wird ja davon was haben.

HaJo: die Mafia

And.Y: (nickend) Hmm das denk ich auch, dass es eher so läuft, dass eher so ein Grund dahinter steckt. Also hmm.

HaJo: So, zu guter Letzt, in alter „Hanf Journal“-Tradition, deine Botschaft an alle Kiffer der Welt!

And.Y: Achtet auf eure Gefühle.

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Nach dem Interview hat And.y uns noch einen original (leider THC-freien) Autogrammjoint gedreht. Wer sich mal aus allernächster Nähe angucken will, wie And.y zwirbelt, der schreibt einfach eine Mail an gewinnen@hanfjournal.de und kann mit ein bisschen Glück bald die handwerklichen Fähigkeiten eines echten „Fanta“-sten unter die Lupe nehmen. Joints made by Promis, der Beginn der „Joint of Fame“.

In der Gewinner-E-Mail sollte der Text „Joints von And.Yipsilon“ stehen und sie sollte bis zum 28. November bei der Redaktion eingehen. Rechte Wege sind unerwünscht und bleiben falsch.
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