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Das „Hanf Journal“-Wörterbuch für Drogensprachen
Ein Leitfaden für den Umgang mit fremden Drogenkulturen
(Pub. November 2003)
Publiziert am: 01.11.03 - Medienformen: Medienform Text


Dieses Mal: Kokain

Der gewöhnliche Kokser ist genauso zappelig und aggressiv wie ein volldichter Alki. Mit dem kleinen Unterschied , dass der Kokser nicht um zwei kotzen und um drei pennen geht – der bleibt solang Koks da ist. Bleibt nur zu hoffen, dass ihr dieser denkwürdigen Begegnung nicht zu Hause ausgesetzt seid. Sollte dies doch der Fall sein und es ist von einer stabilen Versorgungslage auszugehen, sucht euch lieber schon mal ne neue Bleibe.
Also, ohne weitere Umschweife hier die ultimativen Umgangsregeln mit den beliebtesten Koksersprüchen:

„Nur damit das mal klar ist!“ – Keine allzu hohen Erwartungen pflegen, klären tut der nun folgende Wortschwall selten mehr als die beschränkte Aufnahmefähigkeit des Konsumenten.

„Haste mal was Feines?“ – Wenn ihr als Antwort auf diese Frage euren unzweifelhaft feinen Shit auspackt, werdet ihr mit Sicherheit verstoßen. Denn aus Sicht eines typischen Koksers sind Kiffer langhaarige Studenten mit chronischer Antriebsschwäche. Damit will man nichts zu tun haben, man gehört ja schließlich zum erfolgreichen Teil der Gesellschaft.

„Koks ist wie eine gute Nutte.“ – Bevor ihr jetzt anfangt zu überlegen, was diese beiden gemeinsam haben, lasst euch eines sagen: Das weiß keiner, aber es hört sich wohl gut an.

„Natürlich hab ich recht, willst du dich mit mir anlegen oder was?“ – Oh, oh, es ist möglich, dass an dieser Stelle der Kommunikation massenweise Feindseligkeiten fallen. Aber keine Angst, er meint es ja nicht böse, er hat einfach nur Recht.

„Ich zieh immer nur das Allerfeinste: hundertprozent rein, direkt vom Stein“ – Jedes Kind weiß, dass das innerhalb der Grenzen Europas nicht möglich ist. Also lassen wir sie in ihrem Glauben und amüsieren uns innerlich, dass es tatsächlich Menschen gibt, die solche Preise für mit Aceton gemischtes Rattengift zahlen.

So hat man trotzdem Spaß mit Koksern:

Ja und Amen sind die beiden einzig effektiven Wörter im Umgang mit Koksern. Wer einmal gewagt hat einem zu widersprechen, weiß warum: Der darauf folgende, völlig argumentfreie Redeschwall kann mehrere Stunden dauern – und am Ende ist man genauso schlau wie vorher. Aus ähnlichen Gründen sollte man sie auch niemals persönlich angreifen. Das kann üble Folgen haben. Dafür sichert euch aber auch jedes noch so dämliche Lob lebenslange Anerkennung.
Ach ja, und noch ein Tipp: Glaubt ihnen auf keinen Fall. Ansonsten lebt ihr recht schnell in einem Weltbild, das aus superlativischen Mutmaßungen besteht. (Beispielsweise ist dann der höchste Turm der Welt über 10.000 Meter, die normale Dosis eines durchschnittlichen Koksers liegt bei min. 80 g pro Nacht und Koks macht nicht abhängig, wenn man es nur richtig konsumiert.)
Unbekokste Kokser sind übrigens auch witzig. Wer hinter jeder Ecke Polizei, Mafia oder persönliche Todfeinde vermutet hat besonders viel Spaß an Klingelstreichen oder Scherzanrufen mit Wiederauflegen.
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