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Soundtrack einer neuen Generation
Good Looking Labelportrait
(Pub. November 2003)
Publiziert am: 01.11.03 - Medienformen: Medienform Text


"Ich wollte das Label wachsen sehen, ich wollte die Leute unterstützen, die bei dem Label unterschrieben hatten, also musste es genau so laufen, wie es lief. Es ging nie nur um LTJ Bukem, es ging um Good Looking, Logical Progression und den Sound." (LTJ Bukem)

Eines Samstags im Jahre 1989 beschließt ein junger Mann seinen Job als Koch an den Nagel zu hängen und verlässt das volle Restaurant noch während der Arbeitszeit, um sich daran zu machen bei einem Label unterzukommen. -Das Raindance Festival im Jahre 1990: Zwischen ein und zwei Uhr morgens soll dieser Danny Williamson vor 10.000 Leuten auflegen, und obwohl ihn alle seine Freunde buchstäblich auf die Bühne zerren müssen, wird es ein Auftritt, den er nicht mehr vergessen wird. Nach dem ersten Track bereits ist es um das Publikum geschehen, und ein DJ der absoluten Weltklasse isr geboren. Er trägt eine schicke Hornbrille und ein entwaffnendes Lächeln. Sein Name: LTJ Bukem.

In dieser Zeit hatte sich dieser Mann auch ins Studio gewagt um einen Track aufzunehmen, der eine der einflussreichsten Platten des Jahrhunderts werden sollte. „Logical Progression“ erschien auf dem gerade neu gegründeten Vinyl Mania-Label und stellte den ersten Schritt zur Realisierung von Bukems musikalischer Vision dar. In einem kleinen Büro in Harlesden, London wurde kurz darauf ein neues Label auf den Namen „Good Looking“ getauft. Mitte 1990 spielte Bukem eine frisch gepresste Dubplate ein ganzes Jahr in seinen Sets, um die Reaktion des Publikums zu testen, bevor er das Debüt „Demon's Theme“ schließlich im Juli 1991 offiziell herausbrachte.

1992 erschien „Apollo“, aber sein vorerst größter Durchbruch kam schließlich 1993 mit „Music“. Ein Jahr später wurde neben „19,5“ auch das epische „Horizons“ veröffentlicht. In dieser Zeit gab es den legendären „Speed'-Club“ bei der Mars-Bar in der Charing Cross Street (London), und nach anfänglichen Problemen ging es im Sommer '94 richtig los. Und hier kam jetzt auch immer mehr MC Conrad ins Spiel, denn die Identität dieser Musik besteht neben DJs und Produzenten ja auch aus MCs.

MC Conrad ist der unbestrittene center, moderator und pusher in einer Person. Die unglaubliche Spannbreite seines Könnens wird durch Bukems mixing skills unterstützt und trägt so den zuhörenden Tänzer in eine andere Welt. MC Conrad hat ebenso sein erstes eigenes Album „Vocalist“ veröffentlicht und da seine Stimme als Markenzeichen der Progression Sessions-Reihe gilt, begleitet er auch Kollegen wie PFM oder Rantoul und deren Sets mit seiner paralysierenden Stimme.

1995 veröffentlichte Good Looking mit „Logical Progression“ eine bahnbrechende Compilation auf London Records. Weitere Serien von „Logical Progression“, die „Progression Sessions“ und die jazzig-chilligen „Earth“-Alben sind mittlerweile bekannt für Bukems Streben, neue, aufregende und richtungsweisende Musik zu produzieren, ohne dabei seine Wurzeln und die ihn zu Beginn inspirierenden Einflüsse aus den zu Augen zu verlieren. Nach zahlreichen Remixes, eigenen Beiträgen zu den Labelcompilations, arbeitete LTJ Bukem mit David Arnold an dem berüchtigten James Bond-Thema für „Thunderball“ zusammen. Nach der „Mystical Realms EP“ setzte Bukem auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts seine musikalische Odyssee mit dem Meisterwerk „Journey Inwards“ fort.

LTJ Bukem ist die lebende Verkörperung des kreativen, unternehmerischen Post-Acid-House-Geistes und kann auch als der „Renaissance-Mann“ des digitalen Zeitalters bezeichnet werden. Er hat das Buch der Breakbeat-Kultur umgeschrieben und dabei durch seine Lebenslust und seine Liebe zur Musik den Weg des Drum'n'Bass geebnet. Und „Good Looking“ ist nach wie vor ein wundervolles Label, das mit perkussiven, atmosphärischen und soulig-funkigen Elementen den Produktionsstandard der neuen Generation manifestiert. Musik zum Chillen und zum Steppen - je nachdem in welchem Gemütszustand man sich gerade befindet. It's all a matter of opinion!
Roland Grieshammer
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