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PSYCHOAKTIVA - Teil IV
2C-B, DOM und MDA
Publiziert am: 01.11.03 - Medienformen: Medienform Text


Beim letzten Mal haben wir an dieser Stelle das Phenethylamin Meskalin und dessen Amphetamin-Analog TMA beleuchtet. In diesem Teil widmen wir uns erneut einigen halluzinogenen Phenethylaminen, nämlich den mehr oder weniger bekannten Verbindungen 2C-B, DOM und MDA.
Die drei Psychonautika sind nah miteinander verwandt. Sie induzieren anstatt entaktogener psychedelische Wirkungen, die sich im Einzelnen doch erheblich voneinander unterscheiden.

2C-B und Verwandte:
Chemische Bezeichnung: 4-Brom-2,5-Dimethoxyphenethylamin; Synonyme: BDMPEA, BR-DMPEA, Brom-Meskalin, Bromo, Bromomescalin, DOBP, Erox®, Herox, Nexus®, See-Bietjies (holländisch), Spectrum Erox, Synergy, Ubulavu Nomathotholo Pack®, Venus, Zenith.
2C-B wurde 1974 vom amerikanischen Chemiker Alexander Shulgin während einer Forschungsarbeit an dem sehr potenten, halluzinogenen b-Phenylalkylamin DOB (2,5-Dimethoxy-4-Bromamphetamin) erstmalig synthetisiert. Dr. Shulgin betrachtet 2C-B als seine bislang größte Entdeckung. Analoge Substanzen sind z. B. die verwandten Verbindungen 2C-C 2C-D, 2C-E usw. usf. (vgl. BERGER 2003). Die Wirkungen von 2C-B werden in der Literatur als zwischen den Halluzinogenen (LSD, Psilocybin, Meskalin usw.) und den Empathogenen (MDMA, MDE usw.) angesiedelt beschrieben. Mir persönlich ist die Beschreibung als zwischen Meskalin und MDMA liegend am sympathischsten.

DOM:
Chemische Bezeichnung: 2,5-Dimethoxy-4-Methylamphetamin; Synonyme: STP, Super-LSD.
Alexander Shulgin beendete am 30. November 1963 erfolgreich die Synthese des DOM. Die Substanz ist ein extrem lang und machtvoll wirkendes Halluzinogen. Es hat je nach Dosierung eine Wirkzeit zwischen 13 und 24 Stunden, im Falle von Extremdosierungen (niedrig oder hoch) entsprechend angepasst, wobei drei bis zehn Milligramm DOM als durchschnittliche Menge gelten. Ab 20 Milligramm ist normalerweise eine Überdosierung zu erwarten – der Trip kann dann bis zu 36 Stunden andauern. Seine Straßenbezeichnung STP hat die Verbindung von Timothy Leary erhalten. STP steht für Serenity (Gelassenheit), Tranquility (Ruhe) und Peace (Frieden). Freaks hatten aber bald auch andere Übersetzungen für das Kürzel parat, z. B. Stop The Police oder Super Terrific Psychedelic (erstklassig sagenhaftes Psychedelikum).

MDA:
Chemische Bezeichnung: 3,4-Methylendioxyamphetamin; Synonyme: EA-1299, 1-(1,3-Benzodioxol-5-yl)-2-propanamin, 2-Amino-1-(3,4-methylendioxyphenyl)-propan.
Die dem MDMA mitunter auch im Wirkbild ähnliche Substanz MDA wurde 1910 erstmalig synthetisiert und wirkt in Dosen zwiscen 70 und 150 Milligramm, wobei niedrigere Mengen (70 bis 100 mg) eher entaktogen, nämlich MDMA-analog wirken und höhere Dosierungen, 100 bis 150 Milligramm, halluzinogene Effekte induzieren. Allerdings weist MDA eine höhere Toxizität als MDAM auf und hat zudem hepatotoxische (leberschädigende) und vermutlich auch neurotoxische (nervenschädigende) Eigenschaften.

Ab dieser Folge möchte ich zum Schluss mit einer jeweils kurzen Bibliografie dem Leser einige Quellen für weitergehende Recherchen an die Hand geben. Die besprochenen Substanzen können in diesem Umfang natürlich nur angerissen werden. Die angegebene Literatur informiert umfassend über die einzelnen Psychoaktiva.

Literatur

BERGER, M. (2003a), Das Phenylalkylamin 2C-B - Liebeszauber und entheogene Erfahrung, Entheogene Blätter 10-03: 143-151

BERGER, M. (2003b), PEAs der 2C-X-Familie, ihre Dosierung und Wirkung, Entheogene Blätter 10-03: 152-153

SHULGIN, A und A. (1995), PiHKAL – A Chemical Loverstory, Berkeley: Transform Press

TRACHSEL, D. und RICHARD, N. (2000), Psychedelische Chemie, Solothurn: Nachtschatten Verlag
Markus Berger
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