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Buchvorstellung: Engel über Berlin
Der Sommer löst sich auf in kalten Herbstregen. Zeit für die Kautsch. Zeit für Kriminalromane.
Publiziert am: 05.11.02 - Medienformen: Medienform Text


Auch in Heike Gerbigs Berlin-Krimi Engel im Tiefflug neigt sich der Sommer dem Ende entgegen. Die Hitze, die scheinbar alle verrückt werden ließ, bleibt plötzlich aus. Dafür setzt der Regen ein. Ein Regen, der sich wie ein endloser grauer Schleier über das ewig graue Berlin legt und die Berliner in ihre alljährliche Herbstdepression stürzen lässt.
Und mittendrin der ehemalige Alkoholiker Abel, jetzt trocken, der seine Karriere als Journalist unter dem Scherbenhaufen seiner Illusionen begraben hat. Und sein Freund Frido, der ohnehin nie Karriere machen wollte und seinen Lebensschwerpunkt mehr auf ausdauerndes Kiffen und den Konsum aller möglichen anderen Drogen verlegt hat.
Ein teuflischer Herbst. Abel stolpert ständig über irgendwelche Leichen und irgendwann wird ihm klar, dass auch er selbst in Gefahr ist.
Aber zum Glück ist da ja Frido, der auf ihn aufpasst. Und während Abel im Wohnzimmer sitzt und grübelt, hockt Frido daneben und kifft sich gut gelaunt die Mütze voll. Für Abel, wie er meint, eine Art des Passivrauchens, die ihm nur gut tun kann. Und dann ist da auch noch Charlotte, die kühl reservierte Galeristin, schön und geheimnisvoll. Und ihr Liebhaber und Leibwächter, der sich nächtens mit Abel rumprügelt. In Nebenrollen eine junge, hübsche Schauspielerin und ein aufdringlicher Journalist.
Heike Gerbig versteht es geschickt, ihre Protagonisten durch die Stadt irren zu lassen und dabei fast unmerklich den Druck zu erhöhen. Irgendwann sind dann alle verdächtig, es ist ein Paartanz mit der Paranoia heißt es einmal.
Heike Gerbig ist eine intelligente Autorin die ihr Handwerk versteht. Das sieht man schon daran, wie sie es immer wieder schafft kleine Szenen, etwa den Einbruch in eine fremde Wohnung, auf wenigen Seiten mit Spannung aufzuladen. Sie wollte eben einen echten Kriminalroman schreiben. Denn es gibt die für das Genre üblichen schnodderigen Lebensweisheiten, witzigen Sprüche und neunmalklugen Lebensweisheiten, ganz so, wie man das von einem echten Kriminalroman erwartet. Und auch wenn der Mörder schon auf den ersten Seiten zu erahnen ist, und der Verdacht sich schneller bestätigt als erwartet: am Ende gibt es dann doch noch eine überraschende Wendung. Woraufhin man beruhigt ins Bett gehen kann, um sich ins Nachthemd der Träume zu flüchten.

Heike Gerbig:
Engel im Tiefflug
Rotbuch: 8,90 Euro
Pol Sax
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