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Reggae made in Hamburg
Ein Interview mit Silly Walks
(pub. nov.02)
Publiziert am: 05.11.02 - Medienformen: Medienform Text


Das Soundsystem Silly Walks veröffentlichte im Oktober ihr erstes Album und bringt damit unsere Kifferherzen in Wallung. Feinster Reggae zum Rauchen, Tanzen oder einfach nur Wohlfühlen. Wir sprachen mit Olli, dem Selector des Soundsystems, über Jamaika, ihr Album und die Anfänge in Hamburg:

Hanf Journal:
Die Arbeit an eurem Album hat euch nach Jamaika geführt. War das euer erster Trip auf die Karibikinsel?

Olli von Silly Walks:
Ja, wir waren beide zum ersten Mal da.

Hanf Journal:
Wie waren eure Eindrücke?

Olli von Silly Walks:
Die waren immens. In den drei Wochen, die wir da waren sind wir leider nicht allzu viel auf der Insel herumgekommen, aber das was wir gesehen haben, war schön. Vor allem der Eindruck von Land und Leute war super positiv. Mit der Zeit hatten sich eine Menge Erwartungen bei uns angesammelt und wir waren gespannt, wie denn nun die Realität aussieht. Wir waren angenehm überrascht. Die positiven Erwartungen hatten sich erfüllt und alles verlief sehr angenehm. Der eigentliche Grund unseres Trips war ja die Arbeit im Studio und die war der Hammer. Insofern war die Reise für uns ein großer Erfolg.

Hanf Journal:
Man hört ja oft, dass es in den Städten Jamaikas unsicher und die Kriminalität hoch ist. Habt ihr davon was mitbekommen?

Olli von Silly Walks:
Über unseren Freund Panza von Supersonic bekamen wir Kontakt zu Taffari, der uns begleitete. Durch ihn als Guide konnten wir uns ganz sicher in Kingston bewegen. Es gab schon ein paar Situationen, in denen er meinte: "Lasst mal schnell los" oder "Hier lieber nicht länger chillen". Klar gibt es Ecken wo er uns nicht so gerne hingelassen hat, aber in der Straße wo die Studios waren, lief das locker. Wir konnten da schon unsere Runden drehen, mal ein Bierchen trinken oder auch Gras kaufen.

Hanf Journal:
Womit wir bei einer uns brennend interessierenden Frage wären: Wie war das Gras?

Olli von Silly Walks:
Also mir war es zu stark. Die haben da so komplettes Highgrade, was vom Aussehen und der Wirkung mit Turbo-Superskunk zu vergleichen wäre. Ich hab mich dann mal lieber zurückgehalten. Nach ein paar Tagen gab es Bushweed und selbst das war mir noch zu stark. Gras zu kaufen ist dort unglaublich einfach. Jedoch nicht das Beste vom Besten zu bekommen, war schwieriger. Irgendwann hab ich dann so altes Bushweed gehabt, mit dem ich dann eher was anfangen konnte.

Hanf Journal:
Wusstet ihr schon genau, welche Artists ihr haben wolltet oder war das eher ein "Mal sehen wen wir bekommen"?

Olli von Silly Walks:
Wir haben uns schon sehr genau Gedanken darüber gemacht, wen wir gerne auf dem Album haben möchten. Das waren natürlich mehr als auf der Platte Platz war. So gab es dann Alternativblöcke, wie z.B. Buccaneer oder General Degree, wo es dann Buccaneer geworden ist. Es lag aber auch dran, ob die Leute auf der Insel waren und überhaupt Zeit hatten.

Hanf Journal:
Ihr habt ja schon länger Erfahrung in Sachen Produzieren. War das Album schon ein längeres Projekt von euch oder gab es ein konkretes Angebot einer Plattenfirma?

Olli von Silly Walks:
Anfang 2000 haben wir uns ein neues Studio eingerichtet und uns vorgenommen richtig Musik zu machen. In unserem Alten haben wir eher Remixe und Dubplates gemacht, also nicht wirklich selbst produziert. Bei den Planungen für das Studio war klar, wir machen uns den Aufwand, um eigenständig arbeiten zu können und unsere musikalischen Pläne zu verwirklichen. Dort haben wir dann unser Demo produziert, sind mit dem auf Labelsuche gegangen und 2001 bei Four Music gelandet. Uns war eigentlich nicht klar, dass Four auch Produzenten signt. So kam es zu der Situation, dass eines Tages Smudo anrief und meinte: "Ihr habt doch ein Demo in Umlauf, wieso hab ich das nicht?". Four Music sind eine der wenigen, die längerfristig mit Künstlern arbeiten und nicht nur den großen Hype suchen. Von daher sind wir sehr froh mit denen zu arbeiten.

Hanf Journal:
Du bist ja schon etwas länger in Sachen Reggae unterwegs, wie bist du eigentlich zu der Musik gekommen?

Olli von Silly Walks:
So Ende der 80'er hab ich bemerkt, wie vielseitig Reggae eigentlich ist. Bis dahin kannte ich eher Elemente von Reggae im Punk und Promis wie Burning Spear, Marley und Peter Tosh. Die mochte ich zwar, fand sie aber nicht so richtig cool. So zu der Zeit hab ich entdeckt, dass es Dub und Dancehall gibt oder auch Studio One und Leute wie Lee Perry.

Hanf Journal:
Wie bist du darauf gestoßen?

Olli von Silly Walks:
Bis 1990 gab es bei einem privaten Radiosender eine Reggaesendung, die haben jeweils eine Stunde traditionelle Sachen und eine Stunde aktuelles Zeug gespielt. Da gab es z. B. mal einen 45minütigen Lee Perry Mix, wo ich nur noch gestaunt hab. Ein Schlüsselerlebnis für mich war ein Augusto Pablo Konzert mit Yami Bolo im Vorprogramm, das ich '89 in Hamburg erleben durfte.

Hanf Journal:
Wir danken für das Interview und wünschen euch viel Erfolg!
Das Interview führte Christian Schlicht
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