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Breitspiele: Puerto Rico
Puerto Rico: “Reicher Hafen”, ein passender Titel für das Spiel, welches zu den Besten seines Jahrgangs zählt, obwohl ja bekannter Weise ein völlig anderes Spiel zum “Spiel des Jahres 2002” gekürt wurde
Publiziert am: 05.11.02 - Medienformen: Medienform Text


Wie in jedem klassischen Spiel, gewinnt auch bei Puerto Rico der Spieler, der am Ende die meisten Siegpunkte hat. Wie? Durch den Aufbau einer florierenden Wirtschaft. Angebaut werden Mais, Indigo, Zucker, Tabak und Kaffee. Damit aus den Rohstoffen auch Waren werden, müssen (außer für Mais) Produktionsstätten wie Tabakspeicher oder Zuckermühlen gebaut werden. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn genug Kolonisten nach Puerto Rico kommen, um als Aufseher und Chef der Produktionsstätten die imaginären Sklaven zur Arbeit zwingen. Dann gibt es fürs Abliefern der Waren entweder Geld (im Handelshaus) oder Siegpunkte (auf einem Schiff).
Vom Prinzip nix Neues, könnte man meinen. Doch. Denn es gibt so viele Möglichkeiten den Sieg für sich zu entscheiden, dass Puerto Rico ziemlich schnell spannend wird. Gespielt wird in Runden, wie viele ist vom Spielverlauf abhängig. Dabei versuchen bis zu fünf Spieler sich gegenseitig Gebäude, Plantagen oder Waren weg zu schnappen, um sich die spielentscheidenden kleinen Vorteile zu verschaffen. So viel vorne weg und jetzt zum Spiel:

Auf der Vorratskarte (mit sämtlichen zu erwerbenden Gebäuden und Geld drauf) liegen die Spielzutaten: “Rollen”(Jobs), Siegpunkte, Waren, Kolonisten, Plantagen und Schiffe für Kolonisten und Waren. Dazu erhält jeder eine eigene Spielkarte mit Stadtfeldern für Bauwerke und Plantagenfeldern, eigenen Waren, Siegpunkte und Geld, sowie dem Plätzchen San Juan, wo sich überflüssige Kolonisten amüsieren.
Wer anfängt, wählt je nach Bedarf eine von sechs “Rollen”: Der Bürgermeister bringt Kolonisten, der Siedler Plantagen, der Aufseher Waren, der Baumeister notwendige Gebäude (bei genügend Kohle). Außerdem kann man sich zwischen Goldsuchern, Händlern und Kapitänen entscheiden.
Der Startspieler entscheidet sich für den Bürgermeister, nimmt sich die ihm zustehenden Kolonisten (vom Schiff und Vorrat), dann kriegt Spieler 2 einen Kolonisten usw. bis das Kolonistenschiff leer ist (das dann bei Bedarf wieder aufgefüllt wird). Anschließend entscheidet sich Spieler 2 für den Job Baumeister, und errichtet, weil er eine Indigoplantage besitzt, eine Indigoküferei. Haben alle Spieler gebaut, übernimmt Spieler 3 die Rolle des Aufsehers, jetzt kriegen alle Waren, wenn sie eine Plantage und das dazugehörige Produktionsgebäude mit einem Kolonisten besetzt haben. Die anderen gucken in die Röhre. Und Spieler 4 nutzt die Chance für sich und verdient sich mit dem Kapitän die ersten Siegpunkte, weil er seine Ware auf‘m Schiff verladen kann. Dann können die anderen ihre Warensteine verstauen. In Puerto Rico ist aber alles knapp, das gilt auch für die Schiffe: wer zuerst kommt, verlädt zuerst. Auch das Lagern ist ohne Lagerhäuser ein Problem, deshalb kann es passieren, dass am Ende der Kapitänsrunde alle Warensteine bis auf einen einzigen pro Spieler wieder im Vorrat landen. Haben alle einen Job gemacht, ist die Runde beendet, die Startspielerkarte wird weiter gegeben, und die nächsten Runden beginnen.
Und wann ist das Spiel zu Ende? Sobald eine der drei Situationen eintritt. Es sind nicht mehr genug Kolonisten oder Siegpunkte da. Und Möglichkeit 3: einer der Mitspieler baut die Stadt fertig. Jetzt wird noch die Runde zu Ende gespielt und dann geht’s ans Siegpunktezählen. Und das ist in den meisten Fällen noch einmal recht spannend. Denn während alle anderen spielrelevanten Dinge offen vor den Spielern liegen, sind die Siegpunkte (in der Kapitänsphase errungen) immer verdeckt. Dann gibt es noch Siegpunkte für die Gebäude und eventuell noch Sondersiegpunkte.

Puerto Rico ist ein spannendes Spiel. Die richtige Rolle zum richtigen Zeitpunkt zu ergattern, bringt die notwendigen Vorteile für den Spieler. Außerdem hängt der Sieg nicht vom Würfelglück ab, sondern von der eigenen Taktik und Strategie.
Das Spiel ist nicht unbedingt für den Spieleneuling, aber unter Anleitung auch für diesen geeignet.
Viel Spaß beim Spielen!

Puerto Rico:
Verlag: alea im Ravensburger Spieleverlag
Alter: ab 12 Jahre
Spieler: 3 bis 5
Dauer: ca. 90 bis 150 Minuten
Preis: ca. 30 € in Kaufhäusern und Spieleläden
Kerstin Koch
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