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Meditation zur Wahrheit?
Warum ist Bob Marley bei Kiffern beliebt? Sind Goa-Partys wirklich entspannend? Wer liest denn eigentlich die am Kiosk erhältlichen Hanfmagazine? Und was ist denn nun besser: Bongs, Vaporizer oder der gute alte Joint?
Das Hanf Journal wird sich in den nächsten Ausgaben auf die Spur der Kifferkulturen begeben und Euch einen Streifzug durch das deutsche Kifferleben bieten. Quer durch den grünen Garten und mitten in die Grasfreuden.
Publiziert am: 08.10.02 - Medienformen: Medienform Text


Deutsche Kiffer - nun ja eigentlich alle Kiffer der Welt - lieben Bob Marley. Die Feststellung ist so banal, dass man auch gleich davon sprechen könnte, dass die Erde rund ist. Oder die Sonne gelb.
Denn abends, wenn das gedämpfte rote Licht den Raum sanft erhellt, wenn die weichen Futonmatten das Gefühl von Entspannung umgeben, wenn süßlicher Duft in den Raum dringt; tagsüber, wenn sich auf Hanffesten Kiffer aller Länder im Reggae-Rhythmus vereinigen, wenn aus Lautsprechern der "Redemption Song" brummt - dann ist wieder Zeit für unseren guten, alten Bob Marley.
Die Gallionsfigur der Reggae-Kultur wurde in vielen Büchern, Artikeln und Postern beschrieben, das Phänomen reichlich erklärt. Das Hanf Journal begibt sich ein letztes Mal auf die oft widersprüchliche Spur des Kiffer-Heroen und größten Rock-Star, den die Karibik je hatte.

Bob Marley - der Reggae-Master
Marley wuchs mit "Ska" auf. In den sechziger Jahren, schon kurz nach seinen ersten Erfolgen, verlangsamten er und seine Band - The Wailers - den skatypischen Offbeat, mischten den Calypso-Stil dazu und würzten ihn mit etwas Soul. Anschließend wurde alles mit einer kleinen Portion Rock vermischt und fertig war das Reggea-Gericht, das plötzlich einem Rock-Millionenpublikum sehr schmeckte. Der Schöpfer des Reggea, der sein jamaikanisches und religiöses Lebensgefühl musikalisch ausdrücken wollte, fand sich durch Welttourneen und Plattenerfolge in der großen Kommerzschleife wieder. Der neue Musikstil zog auch Millionen von Kiffern auf die Tanzfläche. Die eigentliche Mission Marleys drang durch die Kommerzialisierung immer weniger durch. Der Kommerz hat schon oft seine Opfer gefordert.

Bob Marley - der Jamaikaner
Marley war Jamaikaner durch und durch. Er wuchs am Rande der Hauptstadt Kingston in der Barackensiedlung Trenchtown auf, umgeben von oft erbärmlichen Lebensumständen. In seinen sozialkritischen und religiösen Liedern dringt diese Welt nach außen. Von der brutalen Polizei ist die Rede, von Revolution, von der Unterdrückung der Schwarzen und ihrer Befreiung. In die kommerzielle Welt unserer Wohlstandsgesellschaft dringen diese Schreie, und überdecken damit das Klischee-Bild von Jamaika. Mit Sommer, Strand, Wind und Wellen wird die Karibik in Verbindung gebracht - und damit auch ihr größter Star aller Zeiten. Für diese Welt stand der schwarze Jamaikaner, auch wenn an jedem zweiten Mittelmeerstrand europäische Touristen jeden Sommer zu "I shot the sheriff" tanzen. Der Karibiktraum verwirklicht von einem Sozialrevolutionär - Musik geht manchmal verschlungene Wege.

Bob Marley - der Ganja-Smoker
Wer kennt sie nicht, die Plakate des Rastamans mit einem Spliff in der Hand, die Augen seitlich in den Rauch blickend. Für Marley war das Ganja, Teil seiner tief religiösen Überzeugung, des "Rastafaris". Sein Leben war bestimmt durch die Ausübung spirituellen Willens, die "Meditation über die Wahrheit". Oft wurde er durch seine Ablichtungen als Kiffer missbraucht. Die einen beschimpften ihn als Verherrlicher ungehemmten Drogenkonsums, die anderen eiferten ihm hemmungslos und oft auch sinnlos nach, ohne über seine eigentliche Botschaft nachzudenken.
Bob Marley - Protest gegen das System. Hört man den Marley-Liedern genau zu, taucht der Widerwille gegen Unterdrückung und Rassismus, gegen Reichtum und Korruption immer wieder auf. Vielen erscheint dies als die musikalische Umsetzung des Revolutionsprogramms des lateinamerikanischen Kompagnon im Geiste, Che Guevara. Die Paralelle zum Helden aller anarchistischen Posterwände liegt im Kampf gegen alle Ungerechtigkeiten der Welt vor. Che Guevara mit der Waffe in der Hand, Marley mit der Gitarre.

Der Rhythmus, den Bob Marley schuf, sucht seinesgleichen. Sanfte und schleichende Bewegungen durchstreifen den Körper des Kiffers, wenn seine Musik erklingt. Die Musik erklärt sich einfach selbst. Die Botschaft um die Musik hat Kiffern aller Welt zusätzliche Inspiration geliefert. Die politische, soziale und vielleicht sogar die religiöse Botschaft blieb bei so manchem hängen, um "Ganja"-Kultur weiterzutragen. Man sollte aber aufpassen, seine eigene Kultur nicht zu verlieren. Marley hat auch nur seine eigene gesucht.
Marco Valentino
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