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Wofür er besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt . . .
Neues Album von Gentleman & The Far East Band – live
(Pub. Oktober 2003)
Publiziert am: 28.09.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03oktober artikel Wofür er besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt . . . Neues Album von Gentleman & The Far East Band – live

Nachdem bereits Mitte August mit dem Modern Roots-Song „Rainy Days“ die erste Single-Auskopplung erschienen ist, kam am 08.09.2003 das komplette Live-Album von Gentleman in Form einer Doppel-CD oder Tripple-Vinyl plus DVD auf den Markt. Der Live-Mitschnitt wurde im Frühjahr in Köln auf zwei Konzerten im Limelight-Club aufgenommen. Auch wenn nicht viel Neues dabei ist: ein hörenswertes Album, das Gentlemans grandioses Bühnenpotenzial in Höchstform wiedergibt.
Tilmann Otto a.k.a. Gentleman, Jahrgang ‘74, wuchs als jüngstes von drei Kindern in Köln auf. Bereits mit dreizehn Jahren stöberte er in der Roots-Reggae-Sammlung des älteren Bruders und wurde so mit dem Reggae-Virus infiziert, den er heutzutage mit so viel Herz zu übertragen versteht. Weiter wurde Tilmann geprägt durch die britische Reggae-Größe David Rodigan (siehe Juniausgabe des „Hanf Journal“), der seinerzeit Deutschlands einzige Radiosendung in diesem Musikgenre moderierte. Auf seiner ersten transatlantischen Reise nach Jamaika im zarten Alter von siebzehn Jahren verinnerlichte er dann endgültig die Karibik-Kultur mit dem dazugehörigen Lebensstil und Patois-Dialekt. Eine Mischung aus Englisch und Spanisch, angereichert mit einigen afrikanischen Elementen. In den folgenden Jahren sollte sich bei wiederholten Reisen auf die Insel Jamaika dieses Land zu seiner zweiten Heimat entwickeln. Nach frühen Versuchen als Sänger im Schulchor performte er zusammen mit dem Pow Pow Movement, dem Hamburger Soundkollektiv Silly Walks sowie seiner ersten BackingBand Killin Riddim Section.
Zum ersten Mal bei breiterem Publikum bekannt wurde sein Name durch die Freundeskreis-Single „Tabula-Rasa“, bei der er die Hookline aufnahm. Durch seine Bekanntschaft zu MC Max(imilian) sollte er später als fester Bestandteil der FK-Allstars über zahlreiche Festivals touren.
Mit der vierköpfigen Killin Riddim Section, seinem engen Verbündeten Daddy Rings und einer Unterschrift bei FourMusic im Rücken feilte Gentleman weiter an seiner Erfolgsstory. 1998 gab er zahlreiche Konzerte zum Besten, die seine Präsenz auf deutschen Bühnen sowie Showqualität erheblich ansteigen ließ.
Ein Jahr später veröffentlichte er sein erstes Album „Troding On“, das trotz weitgehend digitaler Produktion prompt die Charts erreichte und ein breites Spektrum an positivem Fachpressehall fand. Nach über 150 Gigs in nur einem Jahr und einer stetig wachsenden Fangemeinde nahm Gentleman sich eine Auszeit, eine künstlerische Schaffenspause, die Wirkung haben sollte.
Auf die Frage, was der Grund für die lange Pause zwischen den Alben sei, antwortet er „. . . Beim letzten Festival habe ich vor 60.000 Leuten gespielt, die alle „Fade Away“ mitgesungen haben. Als ich danach im Bus saß, wurde mir klar, dass ich nichts dabei gefühlt habe. Also habe ich erst mal einen Cut gemacht.“
Am 25. März 2002 erschien sein zweites Album „Journey To Jah“, das die Massen begeisterte. Allein die Features lesen sich wie eine aktuelle Best Of-Liste von Reggaekünstlern: Bounty Killer, Capleton, Junior Kelly, Luciano, Mikey General, Jack Radics, Morgan Heritage und Daddy Rings. Letzterer unterstützte Tilmann nicht nur auf der Bühne, sondern auch durch musikalische Ideen und beim Schreiben der Texte. Gentleman beschreibt ihn als „echten Freund, große Inspiration und genialen Songwriting-Partner“. Daddy Rings ist ebenfalls auf dem gerade erschienenen Live-Album des Öfteren vertreten. Dabei ist vor allem die grandiose Version (mit Rewind!) von „Ina Different Time“ hervorzuheben.
Der Großteil der Songs des „Journey To Jah“-Albums ist in jamaikanischen Studios aufgenommen worden und wurde von Persönlichkeiten wie Richie Stephens, Bobby Digital Dixon oder Black Scorpio produziert. Doch auch ein alter Freund Ingo Rheinbay, Selector des Kölner Pow Pow Movements, steuerte einen Riddim („Celebrate“ -erstes Eigenprodukt!) bei, den Gentleman mit seinem Runaway-Voicing zum Hit machte. Insgesamt ist das Album roots-lastiger und weicher aufgrund der live eingespielten Stücke als Gentlemans Debut-Produktion.
Die zum Album gehörige Tour bestritt er mit The Far East Band (ehemals Messer Banzani) aus Leipzig. Die fünfköpfige Band, bestehend aus Matcher, André (Bass), Marco und Johanna (Sax) war Anfang der Neunziger schon mal mit Tilmann auf Tour gewesen. Nun wurde sie zusätzlich unterstützt von Pete Fisher (Guit), Dread (Perc) und den beiden Background-Sängerinnen Mamadee und Tamika. Zusammen gingen sie auf drei fast aufeinanderfolgende Touren, die allesamt ausverkauft waren. Gipfel der dritten Tour zur Singlauskopplung von „Runaway“ war dann das Doppelkonzert in Köln, dessen Mitschnitt nun seit September in den Plattenläden liegt. Neben „Sunshine“ und der bereits in Studioversion erschienen Single „Rainy Days“ (feat. Martin Jondo und Tamika) sind darauf altbekannte Hits wie „Leave us alone“, „Dem Gone“ oder „Runaway“ zu hören. Außerdem können wir hier erstmals die Show zum Thema Righteousness von Gentleman & The Far East Band von zuhause aus erleben. Des Weiteren sind Solotracks von Daddy Rings, Matthias the Dread, Tamika & Mamadee beigelegt. Obwohl die Live-Versionen Gentlemans Botschaften von Liebe, Hoffnung, Frieden und Zusammengehörigkeit wesentlich ergreifender transportieren, wird einem die Vorfreude auf mehr neue Songs mit diesem Output nicht genommen. Im Gegenteil: Das Album macht Lust auf mehr.


Raoul Roßmann
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