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Pi - Diese Zahl ist eine Pforte
(Pub. Oktober 2003)
Publiziert am: 28.09.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03oktober artikel Pi Diese Zahl ist eine Pforte

1. Mathematik ist die Sprache der Natur.
2. Alles um uns herum lässt sich durch Zahlen wiedergeben und verstehen.
3. Stellt man die Zahlen eines beliebigen Systems graphisch dar, entstehen Muster.
Folgerung: Überall in der Natur existieren Muster.

Ein genialer Mathematiker hat als Kind zu lange in die Sonne gestarrt und leidet seither unter rasenden Kopfschmerzen und einem fiebrigen Zwang der Erleuchtung näher zu kommen. Er sucht eine Gesetzmäßigkeit im Börsenmarkt und kommt dabei dem Geheimnis der Welt auf die Spur. Geldgeile Börsenheinis und überreligiöse Juden versuchen ihm dieses zu entreißen.

Darren Aronofsky ist uns als Regisseur nicht unbekannt, denn aus seiner Feder stammt auch das Meisterwerk „Requiem for a dream“. „Pi“ war sein erster Film. Diese psychedelische, von Drum’n’Bass angetriebene Achterbahnfahrt schafft es grandios auch bisher Unbedarften die Faszination der Mathematik näher zubringen.

Das Opfer dieser Faszination ist Max Cohen, der Protagonist. Er ist auf der Jagd nach einem Muster in der unendlichen Ziffernfolge von Pi. Die beinah unheimliche Perfektion des Kreises müsse doch in der Zahlenwelt ein entsprechendes Gegenstück haben. Max verliert sich selbst immer mehr in dieser Welt der reinen Logik und entfernt sich gleichzeitig davon. Seine menschliche Seite zwingt ihn das Mystische im Rationalen zu suchen und kurz bevor er das gesuchte Verbindungsstück zwischen der Welt der Zahlen und des Göttlichen völlig begreifen kann, entscheidet er sich gegen das Wissen – und für das Leben.

Aronofskys schwarz-weißer Höllenritt zeigt auch schon vorher, wie gern sich der Protagonist doch von der Geisel Gehirn trennen würde. Genialität ist eine Bürde. Das zeigt er uns immer wieder, während sich Max unter beinah physisch spürbaren Schmerzattacken windet. Die Liste der Drogen, mit denen Max diese Schmerzen zu behandeln versucht, ist fast so lang wie die Ziffernfolge der Zahl Pi. Und so ist es kein Wunder, das er immer entrückter wirkt, während er sich dem ultimativen Geheimnis auf der Spur wähnt. Was ist real und was nicht? Das kann bald nicht einmal mehr der Zuschauer aus diesem Bilderrausch herausfiltern. Und das tatsächliche Geheimnis, die mysteriöse 216stellige Zahl hat auch längst nicht so viel mit der Logik zu tun wie Max denkt. Eine Ameise, so zeigt es uns der Regisseur, ist verantwortlich für den Zusammenbruch seines Computersystems, der die übernatürliche Zahlenfolge hervorbringt.

Ist es etwa das Leben, in dem das große Geheimnis steckt und nicht die Wissenschaft? Ist es das was Aronofsky uns sagen will? Der Film erlaubt viele Interpretationen. Er ist eine Hommage an die unverfälschte Wissenschaft, zeigt aber gleichzeitig, dass diese im von Begierde betriebenen menschlichen Gehirn ihre letzte Grenze erreicht. Es gibt Dinge, die kann man gar nicht verstehen, und wer es doch versucht den ereilt der Tod. So geht es auch Cohens Mentor, der von Max angestachelt wird seine Forschungen zu vollenden. In dem Geheimnis der Welt, das im Grunde das der Spirale ist, findet er den Tod. „Diese Zahl ist eine Pforte!“ erklärt Max ihm vorher. „Sie führt zu einem Abgrund und du stehst direkt davor!“ weiß sein Mentor.


Martin Schwarzbeck
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