Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

cool-tour
Druckversion
PSYCHOAKTIVA - Teil III
Meskalin
Publiziert am: 28.09.03 - Medienformen: Medienform Text


Das Peyote (Lophophora williamsii)- und San Pedro (Trichocereus spp.)-Alkaloid Meskalin ist ein sog. Phenylethylamin (abgekürzt Phenethylamin oder PEA) und zwar ein beta-Phenethylamin oder 2-Phenethylamin (3,4,5-Trimethoxy-beta-phenethylamin) mit der Summenformel C11H17NO3.
Beta-Phenethylamine sind Phenethylamin-Derivate und gehören zur chemischen Gruppe der beta-Phenylalkylamine. Es existieren sowohl psychotrope als auch psychisch nicht wirksame Verbindungen dieser Familie. In den psychoaktiven Kakteen wurden außer Meskalin verschiedene andere Phenethylamine, z. B. Hordenin und Macromerin, gefunden. Das heutzutage häufig verwendete Amphetaminderivat MDMA (3,4,-Methylendioxymethamphetamin) und seine Verwandten (MDA, MDE, MMDA . . .) sind im Übrigen ebenfalls Phenethylamine, die auf verschiedene Weise substituiert sind.

Das Amphetamin-Analogon TMA:
Tauscht man bei Meskalin die Ethylamin-Seitenkette (die es als Phenethylamin besitzt) gegen eine Isopropylamin-Kette, erhält man das so genannte Amphetamin-Analog des Meskalin, die fast nur in Insiderkreisen bekannte Substanz TMA (3,4,5-Trimethoxyamphetamin).

Geschichte und Wirkung:
Mit Meskalin begann die Ära der psychedelischen Forschung erst richtig. Substanzen wie Psilocybin, Psilocin und Baeocystin waren weder bekannt noch benannt, das LSD gab es überhaupt noch nicht. Dazu Albert Hofmann: „Das Alkaloid Meskalin [. . .] war das erste als reine Substanz vorliegende Halluzinogen oder Phantastikum [. . .], mit dem chemisch erzeugte Veränderungen der Sinnesempfindungen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen) und Bewusstseinsveränderungen studiert werden konnten.“ (Albert Hofmann, in: LSD - Mein Sorgenkind)

Für mich ist die Wirkung des Meskalin immer wieder gut vergleichbar mit der des Psilocybin oder des LSD, obgleich diese beiden Verbindungen eine andere Struktur aufweisen, da sie Tryptamine sind (siehe dazu Teil 1 und 2 dieser Serie). Jochen Gartz sagte einst zu mir:
„Unter Meskalineinfluss ist das Bewusstsein klarer erhalten, als dies bei LSD-25 oder Psilocybin der Fall ist.“ (Jochen Gartz, in: Berger, Markus, Psychoaktive Kakteen)
Darüber mag man streiten können, es kommt wie immer auf Dosis, Set und Setting an. Es ist anzunehmen, dass 500 Milligramm Meskalin den Psychonauten wesentlich heftiger als 4 Milligramm Psilocybin in den inneren Weltraum zu beamen vermögen.
Abgesehen von Set und Setting ist die Wirkungsdauer des Meskalin in der Hauptsache abhängig von Körpergewicht und der allgemeinen Befindlichkeit sowie der Erfahrung und Empfänglichkeit des Konsumenten. Eine Meskalinerfahrung dauert durchschnittlich zwischen fünf und zwölf Stunden.
Die Substanz wird im Urin und im Blut nachgewiesen. Im Blut ist sie ein bis vier Tage nach letzter Einnahme, im Urin einen Tag und weniger nachweisbar.

Bei weiter gehendem Interesse verweise ich gern auf mein Buch „Psychoaktive Kakteen“ (Löhrbach 2003: Werner Pieper and The Grüne Kraft, ISBN: 3-930442-61-2), das Informationen rund um Meskalin, meskalinhaltige andere entheogene Kakteen vermittelt.

Markus Berger
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
  Sonderausgaben
-