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Film: Elling
Muttersöhnchen im Elchtest
(pub. sept.02)
Publiziert am: 16.09.02 - Medienformen: Medienform Text


Elling kennt zwei Probleme: Angst und Schwindel-gefühl. "Da gibt es die Einen, die überqueren allein auf Skiern den Südpol. Und dann gibt es die Anderen, die haben schon Probleme, im Restaurant aufs Klo zu gehen."

Damit hatte Elling, Kopf des norwegischen oscar-nominierten Erfolgsfilmes, bis zum Tod seiner Mutter kaum zu käm-pfen. Dann fangen seine Probleme an. Er wird mit 40 verstört in die Psychiatrie eingeliefert, und nach zwei Jahren mit seinem Freund Kjell Bjarne, einem Riesenbaby, der nur an Essen und Sex denkt ("Das einzige, was ich weiß, ist, dass ich das halbe Leben hinter mir habe, im Irrenhaus wohne, und dass ich nie gebumst habe!"), in eine Osloer Sozialwohnung entlassen.

Die Alltagsrealität ist für beide hart. Wer traut sich, ans Telefon zu gehen? Wer traut sich, in einen Supermarkt zu gehen? Und wie schafft man es, durch eine Gaststätte aufs Klo zu gehen, ohne vor Scham umzukippen? Hier trifft Elling das Lebensgefühl eines jeden von uns: man versucht, das Gespräch auf andere Themen zu lenken oder bringt abstruse Argumente auf, nur um unangenehme Situationen zu vermeiden ("öffentliche Klos sind nun mal nicht meine starke Seite!"). Der scheinbar verrückte und behinderte Elling wird da normal, wir entdecken ihn in uns.

Was der Film mit Drogen zu tun hat? Nichts. Nach dem ersten Bier seines Lebens hängt Elling über der Kloschüs-sel (Elling über Alkohol: "Jetzt heißt es: Limo oder Tod!"). Andere Substanzen wären ihm suspekt oder schlicht unbekannt.

Auch ohne das Thema Drogen erzählt der Film von Grundwahrheiten und -problemen des Lebens:
Selbstsicherheit gewinnen, Freunde gerade für die kleinen Geschenke lieben, den Alltag bestehen: einfach das Leben leben und auf seine Weise Spaß dabei haben. ("Ich möchte sein, der ich bin: Ein Muttersöhnchen.") Wenn man dabei noch seine Talente entdeckt, wie das der "Sauerkrautpoet E. aus dem Osloer Untergrund" schafft, umso besser. Denn Elling entdeckt seine poetische Ader und veröffentlicht seine Gedichte, indem er sie in Cognito im Supermarkt in Sauerkrautpackungen versteckt.

Actionfans sollten den Film besser meiden. Sozialromantiker und chillige Kiffer sollten ihn anschauen, lachen und befreit aufschreien wie Kjell Bjarne nach der Erfüllung seines Lebenstraums: "JA LECK MICH DOCH!!!"

Mehr dazu auf www.elling-der-film.de.

Marco Valentino
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