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Literatur und Drogen: Der Opiumesser
Publiziert am: 05.11.02 - Medienformen: Medienform Text


Er gilt als der Kirchenvater aller modernen Drogenliteratur. 1785 wird Thomas De Quincey als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns in Manchester geboren. Mit 17, seiner Familie längst entfremdet, läuft er von der Schule weg. Von 1802 bis 1803 lebt er unerkannt in London und frequentiert ein Milieu, das man kaum standesgemäß nennen kann. Dort lernt er die junge Prostituierte Ann kennen, mit der ihn eine intensive, nachhaltige Freundschaft verbindet. 1803 versöhnt er sich wieder mit seiner Familie und tritt in das Worcester College in Oxford ein.
Er gilt schon als junger Mann als außergewöhnlich belesen und schreibt Bücher über Geschichte, Psychologie, Ökonomie und Metaphysik. Als einer der ersten würdigt er die Lyrik von Wordsworth und Coleridge. 1817 heiratet er eine junge Dorfschönheit, von der er bereits einen Sohn hat. Er schreibt weiter fleißig, veröffentlicht aber wenig, und mit seiner Familie wächst auch die Geldnot.
Bis ihn 1821 die Veröffentlichung seiner Confessions of an English Opium-Eater in einem Londoner Magazin berühmt macht. Ein Jahr später erscheinen die Geständnisse als Buch.
Seit 1813 nimmt de Quincey regelmäßig Opium, im Laufe der Jahre steigert er die Dosis auf 2 Gramm täglich, und die Karaffe mit Laudanum steht immer in Reichweite. Manche seiner Gäste sollen sie versehentlich mit der Portweinkaraffe verwechselt haben und werden nicht wenig verwundert gewesen sein über Geschmack und Wirkung ihres Inhalts.
Die Geständnisse sollten ihre Leser vor dem Nervengift Opium warnen, nichtsdestotrotz stimmt de Quincey manchmal einen eher elegischen Ton auf die Wirkungen der Droge an.
Als 1856 seine gesammelten Werke erscheinen, nutzt er die Gelegenheit, um eine überarbeitete Fassung der Confessions vorzulegen. Dabei wollte er auch seine im Rausch durchlebten Tag- und Nachtträume in den Text einarbeiten, muss aber zu seinem Leidwesen feststellen, daß seine gesamten Unterlagen während der zahlreichen Wohnungswechsel verloren gegangen sind. Ohnehin ist der Text der Erstausgabe der bessere, denn die vielen Zusätze der späteren Version zerstören die künstlerische Einheit des ursprünglichen Textes.
Nach dem Tod seiner Frau (1837) vereinsamt de Quincey zusehends. Seine letzten Lebensjahre verbringt er als exzentrischer Witwer, sucht immer öfter Zuflucht im Opiumrausch und stirbt schließlich 1859 in Edinburgh.
Pol Sax
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