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Literatur und Drogen - Grosse Hure Babylon
Nelson Algren: Der Mann mit dem goldenen Arm
Erschienen im Zweitausendeins Verlag
(pub. okt.02)
Publiziert am: 08.10.02 - Medienformen: Medienform Text


Es ist die Geschichte von Francis Majcinek, den sie Frankie Machine nannten. Denn er ist der ‚Dealer‘. Derjenige, der mit der Präzision einer Maschine beim Pokerspiel die Karten verteilt. Der Mann mit dem goldenen Arm.
Und es ist die Geschichte von Solly, dem glücklosen Taschendieb und von Captain Bednar ‚Aktenschädel‘, dessen Herz so traurig ist. Von Sophie, Frankies Ehefrau, die ihren Mann aus ihrem Rollstuhl heraus so sadistisch quält und darüber selbst wahnsinnig wird. Von Antek, dem Gastwirt, der für alle immer nur zynische Sprüche übrig hat und dabei doch so ein lieber Kerl ist. Von Süffel-John, dem dreckigen Alkoholiker mit dem miesen Charakter und Molly, die so viel Liebe geben kann, daß sie darüber zerbricht. Vom Schließer und seinem zurückgebliebenen Sohn, der Papierblumen im Treppenhaus pflanzt. Und von all den anderen. Von all diesen Verlierern, die in dem dreckigen Chicago der Nachkriegsjahre festsitzen, immer auf der Suche nach dem großen Erfolg, dem großen Geschäft, ein bißchen Liebe, einem letzten kleinen Hoffnungsschimmer.
Es ist die Geschichte eines Junkies, der nicht loskommt von seiner Sucht. Der sich von einem rettenden Strohhalm zum nächsten hangelt bis er endlich abstürzt.
Nelson Algren erzählt vom Leben, wie es ist, ganz unten, in der Gosse. Aber er erzählt nicht larmoyant oder wehleidig, sondern mit viel Liebe zu seinen Figuren und enormem Gespür für die Komik ihrer Situation. Denn die schwärzesten Pessimisten waren immer schon die größten Humoristen. Dabei ist Algren nie spöttisch oder gar überheblich. Empathie, längst zum Modewort verkommen, ist hier noch echte erzählerische Qualität.
Ein Meisterwerk nannte Jörg Fauser den Roman, und allein die Geschichte von Little Lester, locker über ein knappes Dutzend Seiten in den 600-Seiten-Roman eingeflochten, wiegt die literarische Produktion des deutschen Bücherherbstes leicht auf.

Pol Sax
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