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Wenn Redaktionsmitglieder streiten
Diskussionen rund ums Kiffen
(pub. april 2003)
Publiziert am: 28.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Nach langem Kaffee(besser gesagt Tee)klatsch und Schwelgen im letzten Wochenende, folgt nun das Streitgespräch von Werner und Katrin. Seid gespannt, über was die Beiden dieses Mal quatschen.

Nach so viel positivem Feedback, wollen wir auch nach diesem Gespräch viele Mails und Beiträge von euch lesen. Außerdem steht die Überlegung im Raum, mal jemanden mit ins Boot, also zum Streitgespräch mit dazu zu holen. Und, hat jemand von euch Lust? Dann schreibt uns, allerdings wollen wir dann auch ein paar Themenvorschläge dazu haben!

Nach langer Diskussion (wie immer), ob und welche Musik die Redaktionsmitglieder zum Gespräch hören, holt Werner seinen Schlepptop.
Mit Kippen, Tee und noch ein paar anderen Utensilien ausgestattet, legen Werner und Katrin endlich los:

Werner kommt frisch von der Canna Trade.ch und hat wieder jede Menge Werbegeschenke und Kifferzubehör mitgebracht, wie der Weihnachtsmann jedes Jahr.

Werner: „Die Canna Trade.ch war cool, sehr witzig. Waren zwar nicht besonders viele Innovationen dort zu finden, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Eine Messe ist sowieso immer ein Event für sich. Bei Kiffermessen ist das dann noch mal ein Stück toller, viele Kifferfirmen auf einem Haufen, echt cool. Und wenn so eine Messe dann auch noch in der Schweiz – ein wunderschönes Land - stattfindet, wo das Kiffen fast legal ist, dann macht so was doppelt Spaß!
In dem Zusammenhang kann ich gleich eine kleine Geschichte erzählen: Eine Bedienung in dem Café auf der Canna Trade.ch (das Café war zwar sehr teuer, aber hatte Lust drauf) meinte auf meine Frage, wie sie das Publikum so fände, zu mir: „Verglichen mit der Baubranchenmessen ist diese Kiffermesse um einiges lockerer! Manche Messen sind voll stressig und die Leute meckern oft ganz schnell. Hier ist das nicht so!“ Also, wenn so eine Messe sogar den Bedienungen gefällt, dann muss sie schon gut sein (grins)!“

Katrin: „Ich freue mich schon auf meine erste Messe in Utrecht. Vor allem findet sie in Holland statt, was mein Kifferinnenherz noch höher schlagen lässt. Allerdings bin ich nicht so der Fan von diesem ganzen Kommerz. Es gibt bestimmt ganz viele tolle Sachen auf so Messen, aber auch viel Kifferzubehör, das die Welt eigentlich nicht braucht. Ich weiß, es geht nicht nur um Nutzen, aber bei so vielen und ausgefallenen Sachen kann man als Konsument sehr schnell überfordert sein!“

Werner: „Ja, oft gibt es zu vieles und oft ist es dann auch nicht brauchbar. Ich mag z.B. Grinder voll gerne und finde die meisten auch toll (siehe auch Grindertest auf Seite 8). Aber ohne Grinder würde es halt auch gehen. Außerdem gibt es tausend verschiedene Variationen für tausend verschiedene Zielgruppen, das verwirrt und macht den Markt unüberschaubar.“

Katrin: „Es gibt auch voll viele Bongvarianten, die meisten sind zwar echt cool. Aber oft kommt da auch viel Schnickschnack auf den Markt, da es kaum Qualitätskontrollen gibt. Grundsätzlich bin ich außerdem der Meinung, dass doch zu viel Hype um Kifferprodukte gemacht wird. Die Kifferbranche droht zu verkommerzialisieren. Ich habe die Hoffnung – vielleicht bin ich da zu naiv - , dass die Kifferbranche etwas alternativ ist und auch anders bleibt. Ich will nicht, dass es ein Wirtschaftszweig wie jeder andere wird.“

Werner: „Aber die meisten Kifferfirmen sind wirklich in Ordnung und sogar ein bisschen ausgeflippt. Außerdem machen viele Anti-Kriegsstimmung, das finde ich besonders gut.“

Katrin: „Na schön. Aber ich denke, der High Times Cup wäre wirklich der absolute Kommerzhorror, dort hätte ich keinen Spaß.“

Werner: „Ja, die Messe war mir auch zu sehr kommerzialisiert und zu überdreht. Aber auch diese Branche will nur ihr Geld verdienen, das ist doch legitim. Außerdem brauchen wir auch den wirtschaftliche Kiffersektor, damit die Legalisierung schneller kommt!“

Katrin: „In diesem Zusammenhang muss ich mal erwähnen, dass ich manche Kifferbongwerbungen echt scheiße finde, zum Beispiel mit nackten Frauen, echt billig und nur abstoßend. Liebe Kifferfirmen, es gibt auch weibliche Kiffer, die diese Werbungen nicht gut finden und bestimmt keine Bong bei euch kaufen!“

Werner: „Ja, solche Werbungen sind wirklich eher abstoßend. Aber wie gesagt, es gibt viele tolle kleine Erfindungen, auf die ich mich auf jeder Messe immer wieder freue. Blechdosen für Joints finde ich immer wieder praktisch.“

Katrin: „Schon, aber es gibt so viel Extra-Schnickschnack, das die Welt nicht braucht. Diese fertig gedrehten Papers, wo man das Zeug noch reinstopfen muss, sind doch voll überflüssig. Ich finde die Branche übertreibt nun mal.“

10 Minuten flimmert und rauscht es in den Köpfen der beiden, bevor sie wieder weiter quatschen.

Werner: „Warum denken eigentlich so viele, dass Reggae die typische Kiffermusik ist? Ich persönlich mag Reggae nicht so gerne, ich stehe total auf House und Techno.“

Katrin: „Ich mag Reggae, ist was besonderes. Vor allem Bob Marley ist nach wie vor der Beste! Oh, sag mal, können wir Bob Marley hören?“

Werner: „Dann musst du aber auch tanzen!“

Katrin: „Nein, aber ich wippe auf dem Stuhl mit, ok?!“

„Is this love“ ertönt und erfreut Katrin. Die wippt begeistert auf dem Stuhl mit und fängt auch noch an laut mitzugrölen.

Katrin: „Werner, wie sieht für dich eigentlich der typische Kiffer aus?“

Werner: „Also: Der typische Kiffer hat Dreads und mindestens ein Piercing. Er trägt eine braune Kord-Schlaghose und Camel-Schuhe, die mitwachsen. Außerdem hat er ein buntes bzw. besticktes Hemd mit Wollpulli- oder strickjacke und eine Wollmütze an. Und was natürlich nicht fehlen darf: politische Buttons. Aber dieses Klischee stimmt schon lange nicht mehr, sonst gäbe es 8 Millionen Menschen, die nur so rumlaufen würden. Es gibt so viele gesellschaftlichen Gruppen, die Cannabis konsumieren.“

Katrin: „Die Chancen für die Legalisierung steigern sich dadurch. Aber geht dadurch nicht eine bestimmte Kultur verloren?“

Werner: „Ich denke es kommen viele Kulturen dazu: auch Yuppies oder Raver kiffen. Ein häufiges Klischee ist, dass Kiffer träge und verplant sind. Aber ich denke, Menschen müssen schon von Natur aus träge sein, nur dann sind sie bekifft auch träge. Wenn man Spaß am Leben hat, kann man beim Kiffen auch viel Arbeiten, sehr fit und unternehmenslustig sein.“

Katrin: „Viele unterstellen Kiffern auch, sie wären bekifft genauso blöd im Kopf wie Vollbesoffene. Ich denke, man kann diese beiden Arten von Rausch aber überhaupt nicht miteinander vergleichen. Einige Leuten können es auch gar nicht nachvollziehen, dass man bekifft auf dem Sofa sitzen und filmen kann. Viele denken, einem wäre dann langweilig und man wäre zu nichts mehr fähig, aber das ist Quatsch!“

Werner: „Viele können nicht verstehen, dass Bekiffte Laber-, Lach- oder Fressflashes haben. Aber Leute, denkt immer daran: bekifft Autofahren ist scheiße!“

Katrin: „Einige Kiffer behaupten, sie könnten bekifft besser fahren. Aber das ist reiner Schwachsinn, denn sie beurteilen sich selbst in einem Rauschzustand!“

Werner: „Genau, schließlich handelt es sich bei Cannabis um eine bewusstseinsverändernde Droge: man wird beispielsweise langsamer. Es muss allen klar sein, dass Autofahrer unter Drogeneinfluss potentielle Mörder sind! Also Hände weg vom Steuer, wenn ihr unter Drogen steht.“

Katrin: „Hört auf Werner! Ich mag übrigens keine Kiffer, die nach der Schule gleich einen Topf rauchen und dann den ganzen Tag in ihrer Bude vollgedröhnt abhängen. Ich meine, so ab und zu ist das schon ok, aber manche Jugendliche machen das ihre gesamte Schullaufbahn. Viele flüchten sich da vielleicht in irgendwas rein.“

Werner: „Wenn die Leute wirklich psychisch abhängig sind, dann brauchen sie Hilfe. Wenn man sein Schul- und Privatleben noch gut auf die Reihe bekommt, ist das voll in Ordnung. Und was gut ist, dass viele Kiffercliquen ausführlich diskutieren, sie passen gegenseitig auf sich auf, dass niemand zuviel kifft oder sich selbst schadet.“

Katrin: „Die meisten Kiffercliquen sind sehr sozial, manche sogar sozialistisch. Echt süß manche Kiffer zu sehen, wie sie das letzte Krümelchen Hasch mit ihren Freunden teilen, wäre doch nur die ganze Welt so nett zueinander.“


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