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Die Hanfberatung im Hanf Journal
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03august artikel Die Hanfberatung im Hanf Journal Erste Hilfe für Kiffer

Und auch in diesem Monat trudelten wieder einige Fragen in unserer Redaktion ein. Kascha R. stand uns aber auch diesmal wieder treu zur Seite und ging auf eure Probleme, Fragen und Rätsel ein.
Wenn ihr auch Fragen habt, wendet euch an hanfberatung@hanfjournal.de



Andi (17) aus Nürnberg fragt:
„Hallo Kascha. Ich kiffe noch nicht so lange und weiß nicht sehr viel darüber. Jetzt hab ich ein paar Fragen und hoffe, dass du mir weiterhelfen kannst. Ich möchte gern wissen, wofür „THC“ steht? Ist das der Wirkstoff? Ist ein THC ähnlicher Botenstoff in unserem Gehirn schon nachgewiesen? Was bewirkt der und wozu ist er da??“

Kascha antwortet:
„Hi Andi,
es freut mich, dass du dich für das interessierst, was du so zu dir nimmst. Es kursieren ja eine Menge Märchen. Ich denke schon, dass ich deine Fragen beantworten kann.
THC steht für Delta-9-Tetrahydrocannabinol, dem Hauptwirkstoff in Cannabis. Neben dem THC (oder auch Delta-9-THC, denn es gibt noch andere) wirken im Cannabis (lateinisch für Hanf) noch viele weitere, zum Teil unerforschte Stoffe. Davon ist Cannabidiol der nennenswerteste, Cannabidiol ruft Müdigkeit und Kopfschmerzen hervor. Sowohl THC als auch die anderen Cannabioide (so nennt man die Wirkstoffe) können medizinisch verwendet werden.
Der Botenstoff in unserem Gehirn, dessen Rezeptoren das THC besetzt (das „körpereigene THC“ sozusagen) heißt Anandamid (oder auch Arachidonylethanolamid). Die chemische Struktur von Anandamid und die von THC unterscheiden sich interessanterweise, Anandamid ist bereits nach 30 Minuten vollständig abgebaut. Anandamid findet sich unter anderem auch in Schokolade und Kakao. Die Rezeptoren finden sich im Kleinhirn, den Basalganglien, der Hirnrinde und dem Hippokampus. Dementsprechend werden Motorik, Zeitgefühl, Konzentration, Gedächtnisleistung und Informationsverarbeitung beeinflusst. Da kaum entsprechende Rezeptoren im Hirnstamm vorkommen (dort werden lebenswichtige Funktionen wie die Atmung gesteuert) ist eine tödliche Überdosis so gut wie ausgeschlossen. Jedenfalls ist so etwas bisher nicht dokumentiert. Der Körper schüttet Anandamid normalerweise aus, wenn man sich wohl fühlt oder glücklich ist.
Jetzt weißt du hoffentlich mehr, wenn du weitere Fragen hast schreib doch einfach noch mal!“

Lars (15) aus Berlin fragt:
„Hy Kascha,
meine Freunde haben alle so Hanfpflanzen auf dem Balkon, wissen aber nicht genau woran sie männliche bzw. weibliche Blüten erkennen und welche brauchbar sind? Wozu haben Pflanzen eigentlich Harz?“

Kascha antwortet:
„Hi Lars,
also männliche Blüten sind eher so kleine Kügelchen an länglichen Stielchen. Weibliche Blüten sind mehr direkt an der Pflanze und tropfenförmig. Außerdem haben weibliche Blüten so kleine weiße Härchen, die am Ende rausgucken. Mehr Infos darüber findest du in der Rubrik „Guerilla Growing“ auf www.hanfjournal.de. THC enthalten nur die weiblichen Blüten.
Harze entstehen beim Stoffwechsel der Pflanze und können als Rohstoff für verschiedene Produkte wie Lacke und Klebstoffe genutzt werden. Im Harz der weiblichen Hanfpflanze ist auch THC enthalten, oft sogar mehr als in den Blüten.“

Katrin (20) aus Frankfurt fragt:
„High Kascha,
ich wurde letztens mit meinem Auto bei einer Routinekontrolle von der Polizei angehalten und auf Drogen getestet. In meinem Blut wurden THC und THC-COOH nachgewiesen. Ich bin nicht mehr in der Probezeit und bei mir wurde kein Gras gefunden. Ich kam gerade von einer Party wo ich mit Freunden geraucht habe, das habe ich den Polizisten aber nicht erzählt. Ich fühlte mich auch nicht mehr breit, sonst wäre ich ja nicht gefahren. Was ich wissen wollte: Was ist dieses THC-COOH und was kommt jetzt auf mich zu? Muss ich meinen Führerschein abgeben?“

Kascha antwortet:
„Hey Katrin,

THC-COOH ist Carboxy-THC, ein Abbauprodukt von THC, das unter Umständen mehrere Monate im Blut nachweisbar ist. Da bei dir auch aktives THC nachgewiesen wurde (das ist bis zu zwölf Stunden nachweisbar, selbst wenn du dich nicht mehr „breit“ fühlst) gilt das als „Führen eines Kfz unter Drogeneinfluss“. Es droht eine Geldstrafe und ein Fahrverbot, da unter Cannabiseinfluss Fahruntauglichkeit angenommen wird. Außerdem wird angenommen, dass du Drogenkonsum und Straßenverkehr nicht ordnungsgemäß trennen konntest. Daher wird Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen angenommen und dein Führerschein sicherlich unbefristet eingezogen. Wenn du ihn wiederbekommen willst, musst du eine MPU, ein Jahr Drogenscreening (wobei du abstinent sein musst) und dann eine weitere MPU mitmachen. Das ist an sich schon teuer, das MPU-Training (was man auf jeden Fall braucht) ist auch nicht gerade gratis und den Lappen siehst du erst wieder, wenn du das alles bestanden hast. Leider etwas ungerecht im Vergleich zum Umgang mit Alkohol . . . Viel Erfolg jedenfalls!“


Eure Kascha R.
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