Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

fun+action
Druckversion
Wenn Redaktionsmitglieder streiten
Diskussionen rund ums Kiffen
(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 04.12.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel Wenn Redaktionsmitglieder streiten

Die elften werden die letzten sein!

„Alle Hanf-Zeitungen und -Magazine schreiben über das Thema Hanf. Is ja logisch, oder? Aber niemand spricht über die scheinbar banalen Probleme und Themen eines Kiffers. Wie sieht der perfekte Joint aus? Sollten Kiffer politisch sein? Bedeutet Kiffen einfach nur Drogenspaß oder ist es eine Kultur? Fragen über Fragen, mit denen sich Kiffer immer wieder beschäftigen.“

So fing damals im Februar alles an.
Die Eröffnungsworte sprach Katrin mit dem denkwürdigen Satz: „Hey, wenn wir jetzt hier diskutieren, brauche ich dazu Mucke.“

Aber es geht auch sinnvoller. Schon in der nächsten Ausgabe bekannte sie sich dramatisch zu politischen Geschehnissen: „Ich bin schon der Meinung, dass Kiffer gegen den Krieg sein müssen. Denn gerade Kiffer wissen, wie ungerecht die Politik ist. Eine Minderheit, die jeden Tag verfolgt wird, weil sie sich ständig strafbar macht, wenn Cannabis konsumiert wird. Gerade diese Leute müssen doch solidarisch gegenüber Ungerechtigkeiten sein, genau deshalb erwarte ich auch von Kiffern, dass sie sich für Frieden einsetzen.“

Aber auch soziale Themen erhielten immer wieder ihre Aufmerksamkeit: „Die meisten Kiffercliquen sind sehr sozial, manche sogar sozialistisch. Echt süß, manche Kiffer zu sehen, wie sie das letzte Krümelchen Hasch mit ihren Freunden teilen, wäre doch nur die ganze Welt so nett zueinander.“

„Is this love“ ertönt und erfreut Katrin. Die wippt begeistert auf dem Stuhl mit und fängt auch noch an laut mitzugrölen.

Aber das soll jetzt natürlich nicht so wirken, als hätte Werner damals nichts zu sagen gehabt. Grosse Utopien waren schon immer seine Stärke: „Ich glaube wir schaffen die Legalisierung nur mit der Revolution. Das könnte doch klappen, wenn alle den Aufstand bauen. Viva la Revolution! Wir stürzen einfach die Regierung und bauen uns hier in Berlin so was wie Kristania in Kopenhagen. Stell dir vor, wie schön das dann hier wäre. Ich glaube wir sollten das so machen!“

Und schon damals entwickelte er einen merkwürdigen Spleen: Die Matratzenläden. „Außerdem reden wir über Matratzenläden, es gibt nämlich jede Menge davon in Berlin. Und ich frage mich wie viele Matratzen da so wirklich gebraucht werden.“
Zum Glück konnte Katrin dem damals noch relativ schnell Einhalt gebieten: „Nein, Werner, die Leute interessiert das nicht.“

Tja, und irgendwann war es dann soweit, Katrin gab bekannt, dass sie aufhören wird: „Ich muss endlich mal studieren!“ Werners adäquate Antwort: „Arme Katrin, ooohhh!“
Aber zum Glück gab’s ja Ersatz, Martin kam dazu und Katrin ging auch nicht ohne uns noch ein paar verbale Kostbarkeiten mit auf den Weg zu geben: „Ich geh auch voll gern in den Wald zum Kiffen. Bekiffte Menschen achten immer voll auf die Details und wenn man bekifft in den Wald geht, erkennt man so voll die Kleinigkeiten und freut sich drüber. So Wunder der Natur und so.“

Martin stellte schnell unter Beweis, dass er in der Lage ist komplexe Sachverhalte mit wenigen Worten klar zu umreißen. Das zeigt schon seine sachverständige und umfassende Antwort auf die Frage, ob Kiffer CDU wählen dürfen: „Nein!“.

Zwischen Werner und Martin ging es die meiste Zeit, wie sollte es auch anders sein, ums Kiffen. Die ersten gemeinsamen Redaktionsstreitigkeiten nannten sie treffenderweise: Runde eins: Die ultimativste Rauchtechnik. Und der Name war Programm. Die verrücktesten Sachen wurden da aus der Trickkiste gezaubert. Werner: „Also ich finde das ja sehr angenehm, äh, sehr effektiv, wenn man den zwischen den Händen so einklemmt. Und so . . . . . .dran zieht. Weißte was ich meine?“
Martin: „Ja. Und ich kenn da noch den, da nimmt man den Joint so mit den Fingerspitzen von beiden Händen zusammen, und . . . . . .ffffp.“

Zahlreiche Rauchrunden später hängen Werner und Martin total lahm in der Ecke und können sich nicht mehr bewegen. Ja, das war’s dann wohl – technisches K.o. für beide.

Dass man in diesem Zustand eher paranoid wirkt und sich Verschwörungstheorien ausdenkt wussten wir ja schon immer. Aber wer hätte ahnen sollen, dass die beiden total abdriften und eine ganze Ausgabe über Verschwörungstheorien zusammenbasteln.
In diesem Zusammenhang trat auch Werners Spleen wieder auf, diesmal allerdings in beängstigend verschärfter Version:

„Also in Wahrheit herrscht die Matratzenmafia über ganz Deutschland. Das müsst ihr euch mal vorstellen. Die haben sehr viele Läden aufgemacht, dann keine Kunden mehr bekommen weil sie so viele Läden hatten. So mussten sie sich überlegen, wie sie sonst Einfluss und Macht kriegen konnten und haben mit dem vielen Geld das sie hatten alles weitere aufgekauft. Die stellen jetzt die größte Mafia dar und bauen immer noch mehr Matratzenverkaufsgeschäfte, weil sie ja noch mehr Geld waschen müssen. Wenn man sich mal anguckt wie viele Matratzenläden es in Berlin allein schon gibt – das würde wohl für ganz Deutschland ausreichen.“

Martin äußerte seine Paranoia eher in drogenpolitischer Hinsicht: „Ja, man braucht einen Feind um die Kontrolle aufrechtzuerhalten. „Der Krieg gegen Marihuana ist nicht so wichtig, aber Verbote stärken die Autorität.“ Hat Oberprohibitionist Anslinger mal gesagt.“

Tja, und irgendwann kam es, wie es kommen musste. Alle Themen waren diskutiert, alle Rauchmethoden ausprobiert und das Interesse an Streit nahm immer weiter ab. „Ja, man muss immer damit rechnen, dass man – wenn man in ein System reingeht – nicht nur selbst das System verändert, sondern auch vom System verändert wird.“ Hat der schlaue Werner mal gesagt. Deshalb und wegen der schlichten Tatsache, dass wir „nie zu einem abschließenden Ergebnis kommen, warum der Scheiß-Joint konisch ist!“ (Martin) werden die Redaxstreitigkeiten euch nun verlassen. Ja, ihr habt richtig gehört. Das war das letzte Mal.

R.I.P. Redaxstreitigkeiten – vielleicht buddeln wir euch irgendwann mal wieder aus.
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-