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brettspiele
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Brettspiele
Publiziert am: 01.01.70 - Medienformen: Medienform Text


Cesare Borgia, 1475 in Rom geboren, hatte zeitlebens nur ein Ziel: Macht, Macht und nochmals Macht. Dabei ging er über Leichen. Im vergangenen Jahr sind zwei Spiele erschienen, die in Italien der Renaissance angesiedelt sind: „Die Borgia” und „Princes of the Renaissance” (PoR). In beiden Spielen repräsentieren die Mitspieler eine Familie und damit einen Stadtstaat der Zeit. Ansehen und Reichtum der eigenen Familie sind zu mehren, um Macht und den Sieg an sich zu reißen. Unterstützung finden die Borgias, Medicis, Colonnas oder Orsinis bei Künstlern wie da Vinci, Borticelli oder Bellini. Der Papst greift immer wieder in die Machtspielchen ein und die Condottieri versuchen auf kriegerischem Weg den Einfluss der gegnerischen Städte zu schmälern. „Die Borgia” ist als Kartenspiel konzipiert und die einfachere Variante zum Thema Renaissance, während „PoR“ kriegerischer und wesentlich komplexer ist. Daher nur für erfahrenere Spieler zu empfehlen. Beide Spiele sind in drei Spielphasen eingeteilt, die bei „Borgia“ enden, sobald eine spielerabhängige Anzahl von Karten, bei „PoR“ sobald die Ereignisse einer Dekade versteigert wurden. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Soweit die Gemeinsamkeiten, es folgen die Unterschiede.

„Princes of Renaissance“

Ein typisches Martin Wallace-Spiel ist „PoR“, denn wie schon im 1994 erschienenen „1630 Something . . .” bringt der größte Status den Sieg. drei bis sechs Spieler übernehmen die Rolle berühmter Condottieri-Familien. Es gilt, sich durch den Kauf von Stadtplättchen der großen Städte wie Neapel oder Rom auf deren Seite zu schlagen und für diese in den Krieg zu ziehen und so deren Status zu erhöhen. Drei Dekaden lang haben die Familien Zeit mit folgenden Aktionen zu gewinnen: Truppen oder einen Verräter anheuern, ein Stadt-, Ereignis- oder das Papstplättchen zur Versteigerung anbieten, einen Krieg vom Zaun brechen oder Passen.
Versteigern bedeutet: Mit der Aktion wird ein Plättchen zur Versteigerung freigegeben, wer letztendlich das höchste Gebot abgibt, zahlt und erhält das Plättchen. Stadtplättchen stellen den Einfluss auf die großen Städte der Renaissance dar und bringen am Spielende Siegpunkte. Da heißt es sich mit den richtigen Kräften verbünden, manchen Krieg zu schlagen und möglichst berühmte Künstler in den eigenen Dienst zu stellen.

Ein wichtiger Spielzug ist das Anleiern eines Krieges. So werden die Statuspunkte der großen Städte und somit die Siegpunkte am Ende des Spiels verändert. Voraussetzung sind eigene Truppen. Dann bestimmt man, welche der großen Städte miteinander Krieg führen sollen. Welche Condottieri-Familie als Angreifer oder Verteidiger in den Krieg zieht, wird wie üblich in dem Spiel durch eine Versteigerung bestimmt. Der Sieger der Schlacht erhält einen Siegcounter. Außerdem bekommt die Siegerstadt einen Statuspunkt dazu, der dem Verlierer abgezogen wird.

Sobald das letzte Ereignisplättchen versteigert wurde, ist das Spiel vorbei und die Siegpunkte werden ausgerechnet. Siegpunkte gibt es für jedes Stadtplättchen, für einige Ereignisplättchen und das Papstplättchen, für die mit dem meisten Geld und Einfluss und die Siegcounter.

„PoR“ ist ein Spitzenspiel, allerdings nur für Leute mit Spielerfahrung, da der Strategie- und Taktik- Faktor sehr hoch, der Glücksfaktor dafür unbedeutend ist. Die schlichte Ausstattung wird durch die Komplexität wettgemacht. Für alle, die auf anspruchsvolle Spiele stehen, eine definitive Kaufempfehlung!


„Die Borgia“

Ähnlich wie in „PoR“ versuchen drei bis fünf Familien in drei Runden immer mehr Städte und deren Bewohner durch Ersteigern von Karten oder durch Krieg an sich zu reißen. Städte erhöhen die Macht, das Einkommen und bringen Siegpunkte. Dort ansässige Ämter bringen Stimmen, Künstler, Siegpunkte und außenstehende Familien erhöhen die Macht.

Stimmen sind notwendig für die Papstwahl, die jeweils am Ende einer Runde stattfindet. Papst wird, wer in einer geheimen Wahl die einfache Mehrheit aller Stimmen bekommt. Der Papst verteilt anschließend Kardinäle (bringen jeweils drei Stimmen) und Ämter. Außerdem bringt er Siegpunkte, die anders als bei „PoR“ am Ende jeder Runde vergeben werden.

Je größer die Macht in den eigenen Städten ist, um so schwerer sind sie von den Condottieri der Mitspieler zu erobern. Aber nur mit einem Condottieri-Angriff kann man den Mitspielern Städte und damit Siegpunkte wegnehmen. Der Angreifer entscheidet sich, auf welche Stadt samt Bewohner er es abgesehen hat und nimmt geheim so viele seiner Condottieris, wie er will. Die angegriffene Stadt zählt die eigenen Machtpunkte und kann diese ebenfalls mit Condottieris aufstocken. Es gewinnt derjenige mit den meisten Machtpunkten.

Weitere Karten sind tödlich wie Gift oder Meuchelmörder, der Spion stiehlt Karten, durch eine Heirat ist man zumindest vor einem Mitspieler sicher. Den Papst hält man mit dem Priester Girolamo Savonarola oder der Ämterkauf-Anschuldigung in Schach, denn spielentscheidend ist Papa allemal.
Deshalb sollte man sich in den ersten beiden Runden möglichst viele Siegpunkte durch Ersteigern und Erobern von Städten sichern, um in der letzten Runde nicht auf die Siegpunkte des Papstes angewiesen zu sein.

Ein Spiel für alle die anspruchsvolle Kartenspiele, Verhandeln, geheime Wahlen und eine begrenzte Spieldauer mögen.

Grüße aus der Mäzenaten Lounge, hier qualmt’s richtig.
Veit und Kerstin


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