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Die Werwölfe von Düsterwald
(Sonderausgabe Hanfparade 2003)
Publiziert am: 16.07.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal hanfparade Sa 03 artikel Breitspiele

Der Sommer ist da, die Hanfparade lockt die Massen nach Berlin. Was liegt da näher als ein Spielchen zu beschreiben, bei dem mindestens acht Spieler um ihr Leben bangen. Bis zu achtzehn Leute können sich vergnüglich mit den „Werwölfen vom Düsterwald“ die Nacht um die Ohren schlagen.

Aber bevor es zur Spielbeschreibung kommt, erst noch ein kleines Schmankerl aus unserem heiß geliebten Bundesland Bayern. Der Hans im Glück Verlag bringt schöne Spiele ’raus, und um auf dem Laufenden zu bleiben kriegt man als Schreiberling in der Regel Rezensionsexemplare geschickt. Bisher auch kein Problem. Nur der Pressevertrieb von Schmidt-Spiele und damit auch vom Hans im Glück Verlag hat mir eine Absage erteilt. Warum könnt ihr selbst lesen. Was haltet ihr davon?? Soll der Verlag boykottiert werden?? Wäre schade, aber selbst schuld, oder??

Jetzt aber zu etwas Erfreulichem.



Quadratisch praktisch gut ist nicht nur eine bekannte Schokolade sondern auch die Verpackung von den „Werwölfen im Düsterwald“. Gerade mal 9,5 x 9,5 x 2,5 cm Platz ist für das Spielmaterial notwendig, das aus 24 etwas gewöhnungsbedürftigen Karten und einer Spielanleitung besteht. In der deutschen Ausgabe ist das kleine Örtchen Düsterwald im Hunsrück ein Ort des Verbrechens, im französischen Original treiben die loups-garous ihr Unwesen in Thierceliux, dem Heimatort eines der Spielautoren.

Das Werwolf-Spiel funktioniert wie „Mafia“, ursprünglich ist es  so ist auf der Homepage www.werwolfe.com zu lesen  ein russisches Partyspiel. Die Spione sind durch Werwölfe ersetzt, die versuchen die Dorfbevölkerung auszurotten, die ihrerseits die Werwölfe kalt stellen.

Das Spielmaterial sind 24 Karten: vier Werwölfe, 13 normale Dorfbewohner, eine Seherin, ein Dieb, Amor, ein Jäger, eine Hexe, ein Mädchen und der Hauptmann. Wer „Mafia“ kennt, merkt schon jetzt, dass es bei den „Werwölfen“ mehr Sondercharaktere gibt, die wirklich sehr wertvoll sein können. Dabei entspricht die Seherin dem Polizisten aus „Mafia“. Bis zu 18 Menschen können an der Jagd teilnehmen. Ein Spielleiter (spielt selbst nicht mit) verteilt die Karten, wobei die Anzahl der Werwölfe von der Spieleranzahl abhängt. Auch sollten erst bei einer Anzahl von mehr als zwölf Spielern alle Sondercharaktere am Spiel teilnehmen. Jetzt weiß jeder, wer er ist, und . . .

. . . es wird Nacht in Düsterwald, alle Dorfbewohner schlafen ein. Also Augen zu und zu lassen, schummeln ist Scheiße. In der ersten Runde kommen, wenn sie mitmachen, Dieb und Amor dran. Spielt Amor mit, bestimmt er zwei Liebende, die im Spiel aufeinander aufpassen müssen. Stirbt der eine, folgt ihm der andere in den Tod. Sind ein Werwolf und ein Dorfbewohner das Liebespaar, müssen die beiden alle anderen Mitspieler überleben. Aber auch die Liebenden wissen erst einmal nichts von ihrer wahren Identität. Schlafen wieder alle, erwacht die Seherin, die in jeder Nacht den wahren Charakter eines Mitspielers erfährt und wieder einschläft. Dann erwachen die Werwölfe, die sich mit Handzeichen auf ihr Opfer einigen. Ist ein Mädchen unter der Dorfbevölkerung, kann sie ebenfalls vorsichtig die Augen öffnen und spionieren. Wird sie dabei von den Werwölfen entdeckt, ist sie das nächste Opfer. Alle schlafen wieder. Jetzt kann nur die Hexe, die schon vor den anderen Dorfbewohnern wach wird, das Opfer mit einem Heiltrank vor dem Ende bewahren. Oder sie vergiftet einen Verdächtigen. Pro Spiel stehen ihr ein Heil- und ein Gifttrank zur Verfügung.

Die Nacht war lang, es wird wieder Tag, die Dorfbevölkerung erwacht, der Spielleiter gibt die Toten bekannt, die Dorfbevölkerung diskutiert und versucht herauszufinden, wer ein Werwolf ist. Das Mädchen und die Seherin sollten sehr vorsichtig sein, bei dem was sie sagen, vor allem wenn die Hexe ihren Heiltrank schon verbraucht hat, sonst werden sie die folgenden Nächte nicht mehr überleben. Es folgt die Abstimmung, jeder Dorfbewohner zeigt auf den, den er tot sehen will und die Mehrheit entscheidet. Bei Gleichstand zählt die Stimme des Hauptmanns, der ebenfalls von der Bevölkerung gewählt wird. Das Opfer wird gelyncht, schön, wenn es tatsächlich ein Werwolf war. Ist ein Jäger das Opfer, reißt er einen weiteren Mitspieler in den Tod. Die nächste Nacht bricht herein, alle schlafen ein, die Seherin erfährt die Identität eines weiteren Charakters, schläft wieder ein, die Werwölfe erwachen und bestimmen ihr nächstes Opfer . . .


Spannend, lustig, kommunikativ ist „Werwolf“, jeder hält jeden für einen Werwolf, keiner glaubt dem anderen, selbst der Spielleiter hat enormen Spaß, weiß er doch als einziger, wer wer ist. Ist eine Runde nach einer halben Stunde beendet, steht außer Frage, dass eine weitere Runde „Werwölfe vom Düsterwald“ eingeläutet wird. Und eine Nacht ist verdammt lang, viele Runden werden folgen. Egal ob Werwolf, einfacher Dorfbewohner oder special character, „Die Werwölfe vom Düsterwald“ ist ein gelungenes Katz- und Mausspiel. Und das für knapp 10 Euro.


Autor: Philippe des Pallières und Hervé Marly.
Verlag: lui-meme, herausgegeben von Asmodée Deutschland
Alter: ab 10 Jahre
Spieler: 8 bis 18
Dauer: ungefähr 30 Minuten
Preis: zwischen 7,50 und 9,90 €

Zu den einzelnen Karten zur Information:
Die Karten von links nach rechts:
Reihe 1: Dieb, Amor, Seherin
Reihe 2: Werwolf, Mädchen, Hexe
Reihe 3: Dorfbewohner, Jäger, Hauptmann

Kerstin Koch
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