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High Times Cup 2002
(pub. jan.03)
Wie Amerikaner in Holland feiern Wie muss man sich so was vorstellen? Ein High Times Cup! Rund 2000 Amerikaner fliegen für eine Woche nach Amsterdam um dort zu kiffen, zu kiffen und ähm ja zu kiffen. Nebenbei werden noch die besten Hasch- und Grassorten prämiert, so eine Auszeichnung hat ja immer seinen Reiz. Aber wie stellt man sich nun eine Woche amerikanisches Kiffen vor? Gute Frage, nun die Antwort, denn wir waren für euch da.
Publiziert am: 10.01.03 - Medienformen: Medienform Text


Große Chillerecken, viele Sofas, gemütliche Räume, freundliche Leute, genügend Dope und jede Menge stressfreie Zeit. Abends coole Musiker und einfach eine Woche, irgendwie festivalmässig weggehen, rumhängen und das Weed feiern, dafür kommt man ja. So habe ich mir das in meiner Phantasie vorgestellt. Doch in Amsterdam war alles ein bisschen anders, irgendwie amerikanischer.
Das Zentrum des ganzen High Times Cups bildet das „Pax Party House“ in Amsterdam. Der Teil „Party“ in dem Namen ist ein bisschen verwirrend, denn Party war dort nicht wirklich. Eigentlich fand dort nur eine Messe statt. Viele Stände, wenig Sitzmöglichkeiten, eine kleine Bar und viele bekiffte Menschen. Als ich mir zu allem Überfluss noch im Eingang eine Zigarette anzünden wollte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass die Prohibition auch in diesen Gemächern Einzug gehalten hat: Zigaretten waren verboten, nur Joints erlaubt! Na toll, also raus in die Kälte und freuen, dass man im Land der Legalität ist, super! Die Leute hinter den Ständen waren eigentlich alle sehr relaxt, ein besonderer Gruß geht an die Leute von Sweatleaf. Denn die hatten als einzige auch an die Bedürfnisse von chilligen Kiffern gedacht und Kissen für eine entspannende Chillerecke mitgebracht. Und dass ich zusammen mit Winni von der Grow euer Ausstellungsstück, den durchsichtigen Grinder, verloren habe, tut mir echt leid. Vor allem da der echt cool aussah.
Ansonsten gibt es nicht gerade viel aus dem „Pax Party House“ zu berichten, viele bekannte Seedbanken waren da, einige Coffeeshops, die sich meist unpassend mit halbnackten Frauen präsentierten und Aussteller aus der ganzen Welt. Sehr faszinierend waren auch die Massen an Amerikanern, die nur für dieses Event eingeflogen wurden. Ganz toll dabei: Sie durften auch für einige Preise mitstimmen, unter anderem für den besten Coffeeshop der Stadt. Geniale Geschäftsidee, die „Juges“ (also eigentlich die Besucher aus den USA) mussten innerhalb einer Woche in ungefähr 27 Coffeeshops, sich dort überall Dope kaufen, wegkiffen und danach abstimmen. Anders bekommt man niemals so viele Menschen in so viele verschiedene Coffeeshops. Ob so gemütliches, stressfreies Kiffen stattfinden kann, ist mir noch schleierhaft, den meisten Besuchern hat es wohl gefallen. Man sagte mir auch, dass es auf jeden Fall die coolen Amerikaner sind, die man dort trifft. Nun gut sie haben gekifft, manche flackten in der Ecke und einige haben auch vernünftig kommuniziert. Kommerziell war es trotzdem. Denn sogar bei den Abendveranstaltungen wurden zwischen Komik, Rap und Reggae auch Werbefilme für die verschiedensten Seedsorten gezeigt.
Dass die Veranstalter sehr komisch waren, lässt sich auf keinen Fall leugnen. Beim Eintreten musste man seine Karte umhängen, wurde kurz und schmerzlos abgefertigt und konnte nur mit Mühen Informationen bekommen, die nicht im Ankündigungsblatt enthalten waren. Es gäbe ja schließlich auch einen Abschlussbericht, da würde man dann schon alles erfahren. Über das Rauchverbot konnte man nicht diskutieren. Es bleibt mir auch fraglich, ob sie überhaupt gemerkt haben, dass ich rauchen wollte, denn sie fanden es ultra cool nun mal andere zu diskriminieren. Zumindest kam es mir so vor.
Einen Skandal, der aber kein wirkliches Interesse fand, gab es auch noch. Bei der Sativa Wertung muss irgendetwas schief gelaufen sein. Zumindest wurden von den vier ursprünglich gesetzten Preisrichtern nur drei gewertet, wobei genau einer der beiden heraus gefallen ist, welche den Kanadier von „Legens Seed“ für „Sweet Skunk“ auf Platz eins setzten. Ein dritter Preisrichter setzte ihn auf Platz zwei, was bedeutet, dass er mindestens Platz drei bekommen müsste (einmal erster und einmal zweiter). Das tat er aber nicht, Kanadier haben es bei der High Times anscheinend schwer. Aufregung gab es nur an einzelnen Stellen, schließlich wurde ja auch einer der Hauptsponsoren Sieger: Sense Seeds für ihre Sorte „Mother Finest“.
Irgendwie ein skuriles Fest. Ein Kifferfest? Nun ja, da dort wohl alle gekifft haben und das Dope auch frei rumlag schon irgendwie. Aber da die wirkliche Kifferstimmung gefehlt hat, dann doch wieder nicht. Die alte Frage: Was gehört zum Kiffen dazu? Wer auf den High Times Cup fährt und denkt, hier kann er mal richtig die Pflanze feiern und sie huldigen, kann dies dort auf jeden Fall tun. Aber nicht wie es der Pflanze eigentlich gebührt. Denn dazu gehört einfach mehr als Kommerz. Dazu gehört Ruhe, Chill out, Mucke und einfach die Möglichkeit, abspannen zu können. Dies alles bietet das größte internationale Kifferevent nicht. Vielleicht bedarf es einfach mal einer europäischen Gegenbewegung.

Es geht auf jeden Fall highter weiter!
Werner Graf
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