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Streitgespräch der Redaktion
– Diskussionen rund um das Thema Hanf
Publiziert am: 26.06.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03juli artikel Wenn Redaktionsmitglieder streiten Diskussionen rund ums Kiffen

Ja, ihr Lieben, ihr lest jetzt (vielleicht) das letzte Mal Streitgespräch mit Werner und Katrin. Tragischerweise wird Katrin beim Hanf Journal als Redakteurin aufhören. Zitat: „Ich muss endlich mal studieren!“. Ja, wir waren genauso geschockt wie ihr! Aber ihr braucht nicht in Tränen ausbrechen, sie wird euch nämlich weiterhin als freie Autorin im Hanf Journal zusülzen.
Dieses mal quatschen die beiden über die lieben anstrengenden Eltern, Hanftourismus und ekliges Dope. Aber lest selbst . . .

Katrin: „Es gibt ja so richtig ekliges Dope. Freunde von mir hatten da schon oft so widerlichen Scheiß. Schon beim Zug an der Tüte haben sie es bereut. Denn beim Einziehen in die Lunge hatten sie das Gefühl, dass alle ihre Lungenhärchen einfach verbrannt sind. Und der Geschmack . . .“

Werner: „Wir nehmen ja auch Kontakt mit Kiffern auf, mit diesen Kriminellen und SchwerverbrechernJ ! Sie berichten immer wieder von echt schlechtem Homegrow, das einen wirklich unerträglich widerlichen Geschmack hat. Ich frag mich, warum das manchmal so scheiße schmeckt?“

Katrin: „Es gibt ja auch leckeren selbstgezogenen Hanf, und manchmal schmeckt die Sorte einfach nicht gut. In Käffern und Kleinstädten findet man häufig auch ekligen Shit, oft ist da was reingemischt. Also, lasst euch so was nicht aufdrücken. Bei Homegrow muss man wenigstens keine Angst haben, dass etwas reingemischt sein könnte.“

Werner: „Growing ist mir eindeutig zu stressig und das Ergebnis ist doch auch oft nicht so gut, oder?“

Katrin: „Es kommt ganz auf den Grower an. Damit die Ernte so richtig gut wird, muss man schon etwas Erfahrung in dem Bereich haben und etwas von Botanik verstehen. Und natürlich darf die Leidenschaft dabei nicht fehlen. Oft wird auch zu früh geerntet oder die Pflanze wird zum Schluss nicht genug gestresst.“

Werner: „Ich mag trockenes Gras! Das kann man viel besser zerkleinern und der Joint raucht sich schöner. Und beim Schwarzen Afghanen ist es toll, eine kleine Wurst in den Joint zu drehen, das ist smooth zu rauchen.“

Katrin: „Nein, das muss gut gemischt sein. Vor allem wenn immer noch so ein Stückchen Wurst vorne aus dem Joint raushängt, ist es wirklich unangenehm den Joint zu rauchen.“

Werner: „Was du was wirklich unangenehm ist? Cannabis mit Tabak zu konsumieren. Tabak schädigt den Körper so sehr. Und es sterben jährlich über 140.000 Menschen daran. In den USA zum Beispiel raucht man Pur-Tüten, viel besser als mit Tabak.“

Katrin: „Da ballert man sich ja voll weg. Und den Joint muss man doch ständig wieder neu anzünden.“

Werner: „Naja, die Joints sind ja auch kleiner. Und Joints mit Tabak muss man auch immer wieder anzünden, weil man einen Laberflash schiebt und vergisst daran zu ziehen.“

Katrin: „Das Gras sollte dann aber nicht zu trocken sein. Sonst zieht man es doch durch den Filter ein, und das ist doch unangenehm, oder?!“

Werner: „Ha, mit ’ner Pfeife zu rauchen ist toll! Das geht nämlich pur, man muss nicht bauen, sie sind handlich und man kann sie auch überall mit hin nehmen. Also für mich perfekt. Hey ihr da draußen, schickt mir alle Pfeifen!!!!“

Katrin: „Bongs sind doch auch sehr toll, und ich habe gehört, dass es jetzt schon ganz tolle Bongtaschen gibt, total unauffällig und bruchsicher für das gute Stück.“

Werner: „Haschöl ist auch krass! Das ist beim Inhalieren schon komisch, das kann man gar nicht richtig tief reinziehen. Und es beamt dafür richtig heftig mit, eine neue und heftigere Dimension vom Kiffen, ein krasser Rausch. Wenn man schlechtes Homegrow hat, könnte man ja Haschöl draus machen!“

Katrin: „Genau, wenn es irgendwann mal legal sein sollte, dann könnt ihr Haschöl draus machen! Aber mal zu einem anderen Thema: Da es hier in Deutschland noch nicht legal ist, fahren manche von uns ja ab und an gerne mal nach Holland oder in die Schweiz. Dort hat man keinen Stress mit den lieben Kollegen von der Polizei. Zweitens kann man einfach in einen Laden gehen und sich etwas aussuchen, das hat so etwas von Weihnachten. Aber bringt der Hanftourismus nicht auch einige Probleme mit sich, z. B. die Drohung von Beckstein an die Niederlande?“

Werner: „Länder wie die Schweiz und die Niederlande profitieren ja auch vom Hanftourismus und machen viel Kohle damit. Es ist wirklich schizophren, dass es da Länder gibt, wo es legal ist - wo es auch gesellschaftlich gesehen ganz akzeptiert ist - als Rauschgenuss oder Medizin. Und sobald du eine Grenze überschreitest und in dem anderen Land bist, soll Hanf eine ganz schlimme illegale Droge sein, hä?!“

Katrin: „Aber leider machen die anderen Staaten oft so großen Druck, dass man halt diese Lügen weiterhin verbreitet. Und andererseits habe ich durch unsere Nachbarländer Hoffnung, dass es irgendwann mal auch bei uns soweit sein wird. Aber Vorsicht, in Ländern wie Thailand muss man Angst haben, dafür umgebracht zu werden. Wirklich unfassbar!“

Werner: „Na gut, im Vergleich dazu geht es uns natürlich sehr gut. Aber das sind ja unmenschliche und menschenrechtswidrige Zustände, gegen die man etwas tun muss! (Mehr Infos dazu auf www.hanfjournal.de).
Aber stell dir mal vor, wie sehr die Leute hier auf die Barrikaden gehen würden, wenn man plötzlich Koffein verbieten würde. Und bei Alkohol würde es einen Putsch geben! Ich meine, ich bin auch gegen so ein Verbot, aber ich muss es immer wieder sagen: Es sind meistens die Leute, die für ein Bier demonstrieren gehen würden, aber Cannabis verteufeln sie ohne Ende. Einfach verlogen!“

Katrin: „Und dieser Irrglaube, dass die Droge allein Schuld daran ist, dass Menschen abhängig werden und sich ausbreitet wie eine Seuche! Klar, es gibt Drogen, die eine körperliche Abhängigkeit verursachen. Aber: der entscheidende Faktor bei der Abhängigkeit ist einfach, wie es dem Menschen psychisch so geht, was er für Probleme hat. Es gibt so viele verschiedene Ursachen für eine Abhängigkeit von einer Substanz, aber es muss nicht die Substanz selbst sein.“

Werner: „Vor allem muss man doch auch die Menschen in Ruhe lassen, die eine Droge konsumieren, aber ganz gut und „normal“ ihr Leben bewältigen. Muss es immer der klare, reine Mensch, Psyche, Geist oder was auch immer sein? Muss es immer höchstes Ziel sein, nüchtern zu sein? Klar, es gibt viele Menschen, die abhängig von einer Droge sind. Aber die wird es immer geben. Man kann nur an den Ursachen arbeiten und dafür sorgen, dass sie darüber aufgeklärt sind, was sie da zu sich nehmen.“

Katrin: „Aber es ist nicht leicht, Eltern davon zu überzeugen. Das Problem ist, dass soviel Angst geschürt wird.“

Werner: „Seit ich ausgezogen bin, sind meine Eltern lockerer. Aber viele haben einfach Angst. Und vielen Eltern geht es doch meistens auch so: Erst haben sie ein total falsches Bild von Cannabis, dann informieren sie sich doch einmal und nun - blub - sind sie nicht mehr gegen eine Legalisierung. Aber sie sind natürlich für einen kritischen Umgang mit Drogen. Und dann sind da auch noch die, die sich anstrengen, tolerant zu sein und dann aber immer über das Thema Drogen reden und sich selbst ständig vor Augen führen müssen, dass sie tolerant sind. Eltern sind einfach anstrengend!“

Katrin: „Oh ja, Eltern einer meiner Freunde haben ihm mal angeboten, wenn er Cannabis ausprobieren möchte, solle er zu ihnen kommen. Naja, er hat dann auch mal mit ihnen gekifft und die sind super locker. Sie wollten nur nicht, dass er mit dem Schwarzmarkt in Verbindung kommt.“

Werner: „Aber wer will denn schon mit seinen Eltern kiffen?!“

Katrin: „Schau dir mal den Film „Nach 5 im Urwald“ an. Da wurden die Eltern vom Kiffen viel lockerer. Aber Eltern sind einfach Eltern, kompliziert und anstrengend. Aber man hat sie ja trotzdem gerne. Und irgendwann sind wir selbst Eltern, -tja so geht’s.“


ACHTUNG - ACHTUNG
Das Streitgespräch gibt’s nun auch als Film. Mit größerer Besetzung (vier Leute) und den breitesten Gesprächen. Ihr findet das Video auf www.hanfjournal.de.
Die Redaktion
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