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Hanfberatung im Hanf Journal
Erste Hilfe für Kiffer
(Pub. Juli 2004)
Publiziert am: 07.07.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04juli artikel Die Hanfberatung im Hanf Journal >>Erste Hilfe für Kiffer

Der Sommer rückt näher, die Urlaubslust steigt und Fragen zu Holland sprengen unsere Mailboxen. Kascha wusste wie immer Rat und half so geht es eben ging. Zwar wurde sie diesen Monat auch mal auf dem kalten Fuß erwischt . . . aber wir können eben nur dazulernen. Auch noch was unklar bei dir? Na, Kascha kriegt’s sicher raus, einfach an hanfberatung@hanfjournal.de mailen und glücklich werden.




Robert (16) aus Berlin fragt:

High Kascha,

du weißt doch immer so viel, da kannst du mir sicher auch helfen. Ich will mit ein paar Freunden im Sommer in Amsterdam zelten. Dass da immer alles übervoll ist, ist klar, aber ’ne Unterkunft finden wir schon. Wie sieht’s denn aber so mit Smoke aus in Amsterdam? Kriegt man das echt an jeder Straßenecke? Und kann man den Leuten vertrauen oder rollen die einen auch mal, also auch so im Shop? Wie ist das eigentlich in Amsterdam überhaupt so mit Kriminalität? Ich meine, wenn man da so verplant die Grachten langspaziert, hat man da was zu befürchten nachts?“


Kascha gibt Antworten:

Hey Robert,

Amsterdam ist immer eine Reise wert. Zelten ist auch eine gute Idee, ist glaube ich die preiswerteste Variante. Ganz billig ist es trotzdem nicht, aber dafür ganz schön voll. Nehmt auf jeden Fall einen Regenschirm mit, ich habe noch keine Woche ohne Regen in A’dam erlebt und man will ja nicht, dass die Blättchen nass werden, wenn man beim Chillen im Vondelpark von einem Schauer überrascht wird.

Nun zum Wesentlichen: Coffee Shops gibt es an jeder Ecke. In den meisten wird nach dem Ausweis gefragt, man darf erst ab 18 rein. Da hilft auch kein Diskutieren, wenn der Inhaber erwischt wird, dass Minderjährige bei ihm kaufen, ist der Laden dicht. Wenn man was bekommt, ist es korrekte Ware und mit Sicherheit besser als das, was du gewohnt bist. Dementsprechend vorsichtig solltest du da rangehen. Aus dem Ausweisdilemma schlagen zwielichtige Typen Profit, die behaupten, dir gegen Vorkasse was zu besorgen. Die verschwinden mit dem Geld durch die Hintertür. Auch die „Coke? Crack? Ecstasy?“-Typen sind keine entspannten Freunde, besser Finger weg. Außer solchen Betrugsversuchen, gepanschten Straßenpillen und Taschen-/Fahrraddiebstahl gibt es in Amsterdam eigentlich keine Kriminalität, mit der man als Tourist in Kontakt kommt. Wenn man einigermaßen aufpasst, wo man lang läuft, kann einem eigentlich nichts passieren.

Ein empfehlenswerter Reiseführer („Cool Guide to Amsterdam“) beschreibt außerdem: „Try not to look like a total space cadet“. Das ist der Hinweis für Amsterdam schlechthin, auch wenn man mit 50 cm hohem grünem Spitzhut, langem türkisfarbenem Mantel, roter Sonnenbrille mit Riesengläsern und High Heels noch nicht mal schief angeguckt werden würde, wirft es doch ein merkwürdiges Bild auf uns Deutsche, die manchen (älteren) Holländern noch in schlechter Erinnerung sind. Außerdem: Wer mit knallroten Augen im Stehen einschläft, passt weniger auf seine Taschen auf. Taschendiebe wissen das. Viel Spaß jedenfalls und verpasse nicht: Den Vondelpark, das Hanf-Museum, Fahrräder ausleihen und damit rumfahren, Pannekoekjes . . .

Ach ja und auf Seite 20 im Hanf Journal findest du immer eine Vorstellung eines Coffee Shops, diesen Monat das „Kronkel“ – und unter www.hanfjournal.de findest du die alten Coffee Shop-Präsentationen . . . schau doch einfach mal nach.“


Tim (15) aus Remseck hat auch eine Frage:

Hallo Kascha,

was passiert eigentlich mit den Blutsaugern (z. B. Stechmücke, Zecke . . .) wenn sie unser Blut trinken? Werden sie dann auch high?“


Kascha versucht zu antworten:

Hey Tim,

da hast du mir ja eine krasse Frage gestellt. Dementsprechend habe ich auch lange geforscht und recherchiert und kann dir leider trotzdem keine genaue Antwort geben.

Folgendes erst einmal zur Erklärung: Damit ein Lebewesen von THC „high“ werden kann, muss es erst einmal entsprechende Rezeptoren im Gehirn haben. Diese heißen Anandamidrezeptoren, weil das körpereigene Hormon Anandamid (ein so genanntes Endocannabioid) dort normalerweise andockt, z. B. wenn wir uns gerade besonders glücklich fühlen. Das zeigt dann auch ähnliche Auswirkungen wie Kiffen. Wenn diese Rezeptoren nicht da sind, kann das Gehirn mit dem THC nichts anfangen und dementsprechend wirkt es nicht, man wird nicht „high“. Wenn Blutsauger wie Mücken oder Zecken also solche Rezeptoren haben, können sie theoretisch tatsächlich high werden, auch von unserem Blut, vorausgesetzt sie trinken genug davon. Wenn nicht, dann nicht. Ich konnte nirgends Hinweise auf solche Rezeptoren bei Insekten finden, allerdings auch nicht das Gegenteil. Also blieb nur der Selbstversuch. In den Niederlanden, wo es legal ist, konsumierte ich genügend Cannabis, um von einer ausreichenden Konzentration in meinem Blut ausgehen zu können. Mehrere Mücken ließen sich zum Zwecke des Blutsaugens nieder, um sicher zu gehen, pustete ich sie zusätzlich mit Rauch an. Allerdings bin ich auch aus diesem Experiment nicht viel schlauer geworden, dafür war es lustig. Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem helfen. Ich hab’ die Frage auch mal an Dr. Franjo Grothenhermen weitergeleitet, vielleicht weiß der noch mehr und klärt uns dann in seiner Rubrik „Klüger werden mit dem Hanf Journal“ darüber auf.“


Phil (19) aus Hamburg möchte wissen:

Hi Kascha,

angenommen man will mal nach Venlo oder so zum „Einkaufen“ fahren, wie ist da so das Risiko? Zum Beispiel mit Auto oder mit dem Zug? Holland hat doch das Schengener Abkommen unterzeichnet, sodass da keine Grenzkontrollen sind, oder? Was passiert, wenn man erwischt wird?“


Kascha antwortet:

Hi Phil,

in der Tat haben die Niederlande das Schengener Abkommen unterzeichnet. Dementsprechend kommt man oftmals über die Grenze ohne es zu merken, kein Zoll, keine Ausweiskontrollen. Da das natürlich den deutschen Prohibitionismus und alle Verbotsbestrebungen untergraben würde, arbeiten die deutschen mit den niederländischen Behörden zusammen und kontrollieren in den Zügen Passagiere und auf den Autobahnen stichprobenartig Autos, besonders solche, die vermutlich mit Kiffen irgendwie zu tun haben (verbeulter Golf II mit langhaarigen Hippies usw.). Angeblich teilen grenznahe Coffee Shops den deutschen Behörden sogar Autonummern von Käufern mit, damit die Autobahnpolizei gezielt zugreifen kann. Dies scheint jedoch eher ein Gerücht deutscher Prohibitionisten als Realität zu sein. Spannende Reportagen auf deutschen Privatfernsehsendern dokumentieren ausführlich, wie die Grünen Engel in Uniform den Rechtsstaat gegen die bösen Schmuggler verteidigen. Wenn ihr nicht gerade bekifft am Steuer sitzt und nur eine kleine Menge, also drei bis vier Gramm, dabei habt, wird auch „Erwischtwerden“ kein wahnsinniges Nachspiel haben. Bei großen Mengen kann eine Anzeige wegen „Unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln“ eine Menge Ärger mit sich bringen. Wenn man kein Risiko eingehen will, gilt also weiterhin: Da rauchen, wo man es darf, und da wo man es nicht darf eben nicht.“

Eure Kascha R.
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