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Wenn Redaktionsmitglieder streiten

Diskussionen rund ums Kiffen
Publiziert am: 03.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Müssen Kiffer gegen den geplanten Irakkrieg sein, oder nicht? Sind Kiffer politisch? Was macht einen Cannabiskonsumenten zu einem Kiffer? Was haben Schily und Beckstein nur gegen Kiffer? Fragen über Fragen, über die sich Werner und Katrin diesmal mehr oder weniger streiten.

Es ist Donnerstag Abend, ein stressiger Tag liegt hinter uns, das HaJo (Spitzname des Hanf Journals) muss in wenigen Tagen fertig sein. Zeit für ein Schwätzchen über dies und das in der Kifferwelt.
Unser erstes Thema betrifft den Irakkrieg. In den letzten Tagen gingen bei uns einige Mails ein, die sich darüber beschwert haben, unsere Zeitung schreibe zu offensichtlich und vor allem zu viel zum Thema Irakkrieg. Dass sei schließlich kein Kifferthema. Manche beschwerten sich auch über unsere einseitige Positionierung gegen einen Krieg. Anlass genug für eine Diskussion.

Werner: „Prinzipiell müssen Kiffer nicht gegen Krieg sein. Wenn jemand kifft, heißt das noch lange nicht, dass er eine bestimmte Einstellung hat. Damit ist auch die generelle Frage verbunden, wie man Kiffer definiert. Es gibt Kiffer, die auch einen bestimmten Lebensstil führen, für die Kiffen auch Kultur sein kann. Aber Cannabis ist eine Gesellschaftsdroge, dazu gehören auch Kiffer, die im politischen Bereich sehr konservativ sind. Ich bin selbst entschieden gegen diesen Krieg, aber verlange nicht von Menschen, die eine bestimmte Substanz konsumieren, dass sie alle auch nur eine bestimmte Meinung haben, so ist das eben nicht. Trotzdem hoffe ich, dass alle Kiffer gegen diesen Krieg sind. Nicht, weil sie kiffen, sondern weil Krieg nicht richtig ist.“

Katrin: „Ich bin schon der Meinung, dass Kiffer gegen den Krieg sein müssen. Denn gerade Kiffer wissen, wie ungerecht die Politik ist. Eine Minderheit, die jeden Tag verfolgt wird, weil sie sich ständig strafbar macht, wenn Cannabis konsumiert wird. Gerade diese Leute müssen doch solidarisch gegenüber Ungerechtigkeiten sein, genau deshalb erwarte ich auch von Kiffern, dass sie sich für Frieden einsetzen.“

Werner: „Da sie eine Minderheit ohne wirkliche Rechte sind, gehe ich schon auch davon aus, dass Kiffer sich gegen einen Krieg positionieren. Auch andere Gruppen haben sich schon gegen einen Krieg geäußert. Aber nur weil jemand, eine bestimmte Droge nimmt, hat er dadurch keine besonderen geistigen Fähigkeiten bzw. automatische Ansichten. Es wäre ja schlimm wenn kiffen die Gedanken und Meinungen manipulieren würde. Aber ich glaube, du beziehst dich auch eher auf diese Kulturkiffer. Und übrigens: Früher gab es mehr Kiffer bzw. Cannabis war legal, aber es gab trotzdem mehr Kriege.“

Katrin: „Na gut, aber nach wie vor bin ich der Meinung, Kiffer müssen politischer werden. Wenn alle Kiffer offen zu ihrem Konsum stehen und für ihre Rechte kämpfen würden (natürlich friedlich), wäre Cannabis schon längst legal und Kiffen akzeptiert. Ich will niemanden zwingen, sich öffentlich als Kiffer zu outen, aber sie müssen was tun! Sonst sehe ich schwarz, was die Legalisierung betrifft.“

Werner: „Ja richtig. Wenn alle 8 Millionen Kiffer auf die Straße gehen würden, gäbe es eine andere Drogenpolitik in Deutschland. Und es ist vor allem kein Zustand wie Kiffer hier leben müssen: Kiffer werden gezwungen, sich ihr Gras illegal zu besorgen und haben keinerlei Verbraucherrechte, anders als bei einem Biertrinker. Die Leute sollen sich wirklich wehren, die meisten lassen sich leider die polizeilichen Repressionen gefallen. Ich bin ja froh, dass immer mehr Kiffer vor Gericht gehen, um ihr Recht auf Rausch einzuklagen. Aber es sind noch nicht genug. Deutschland braucht mehr Lifestyle-Kiffer!

Katrin: „Was mir in den letzten Jahren aufgefallen ist, dass immer jüngere Leute mit dem Kiffen anfangen. Das wundert mich gar nicht. Bei dieser unehrlichen Drogenpolitik musste das ja so kommen. Wenn man die Realität durch Verbote verdrängen will, muss man mit vielen Suchtkranken und Drogentoten rechnen. Aber zurück zu den Jugendlichen: Hinzu kommt noch der Faktor, dass Kinder und Jugendliche heutzutage viel früher erwachsen werden (müssen), da gibt es die unterschiedlichsten Gründe für. Ich will damit nicht sagen, dass alle 16 Jährigen, die ab und zu kiffen, ein Problem haben. Aber Drogen sind das falsche Mittel, um Probleme oder Sorgen zu lösen.“

Werner: „Ich will niemanden daran hindern, zu kiffen, anders als die drogenpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Gerlinde Kaupa (gerlinde.kaupa@bundestag.de), weiß ich schon das der Konsum legal ist, aber in einem bestimmten Alter sind Drogen für den Körper nun mal noch nicht verkraftbar und schädlich. Ich weiß, ich klinge wie ein Moralapostel, aber das ist nun mal so. Also, wenn man schon eine Droge konsumieren will, muss man sich darüber bewusst sein, was da passieren kann. Und noch mal zurück zum Thema Verbote: Die größte Nebenwirkung von Cannabis ist das Verbot. In diesem Satz steckt soviel Wahrheit. Da Cannabis verboten ist, sind Konsumenten Risiken ausgesetzt. Sie müssen sich ihr Zeug in der illegalen Szene besorgen oder wissen oft nicht, was in dem Hasch drin ist. Die schlimmste Nebenwirkungen sind Strafurteile, die einen Menschen Jahre lang ins Gefängnis stecken und ihnen die Existenz zerstören. Außerdem kann durch das Verbot, süchtigen Drogenkonsumenten weniger geholfen werden.“

Katrin: „Ich frage mich echt, warum Schily, Beckstein und Co. so besessen darauf sind, Kiffer in den Knast zu stecken und ihnen das Leben zu versauen. Was haben wir ihnen denn getan?

Werner: „Kiffer tun denen ja nichts, ich ab und zu schon, aber nur verbal. Wir lassen die doch auch ihr Bier trinken und ihre Alkfeste feiern. Die sollen uns in Ruhe lassen! Und Alkohol macht im Gegenzug zu Gras aggressiv.“

Katrin: „Vor allem. Irgendwann ist man es doch leid verfolgt zu werden. Ich erlebe ständig Kiffer, die einfach keinen Bock mehr haben, sich in ihrem Leben einschränken zu lassen. Viele haben mittlerweile ein ganz anderes Rechtsverständnis im Bereich der Drogenpolitik entwickelt.“

Werner: „Ich bin echt sauer auf die Regierung, vor allem bin ich auf die SPD wütend. Den Grünen kann man es ja gar nicht so verübeln. Denn schließlich stehen sie für die Legalisierung ein. Und die Koalition „nur“ wegen der Drogenpolitik platzen zu lassen, wäre auch keine Lösung. Aber die SPD könnte doch endlich erkennen, dass eine Wende in der Drogenpolitik notwendig ist. Aber solange Marion Caspers-Merk (marion.caspers-merk@bundestag.de) noch als Drogenbeauftragte tätig ist, - befürchte ich – wird sich da nichts ändern.

Katrin: „Prinzipiell geben ich dir recht. Allerdings müssten auch die Grünen wieder verstärkt Stellung beziehen und Druck machen, damit wenigstens kleine Verbesserungen eintreten. Vor allem die neue drogenpolitische Sprecherin , Brigitte Bender (brigitte.bender@bundestag.de) scheint mir, zu wenig engagiert. Aber letztlich komme ich wieder zu dem Standpunkt, dass Kiffer sich aus der Situation auch selbst befreien müssen. Es reicht nicht, am Wahltag sein Kreuzchen zu machen. Mehr Kiffer müssen auf die Straße und für ihr Recht kämpfen!“

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Autor: die redaktion

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