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Die Hanfberatung im Hanf Journal
– Erste Hilfe für Kiffer
(pub. märz 2003)
Publiziert am: 03.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Oliver (18) aus Verden hat eine Frage:

„Hallo Kascha,
ich werde demnächst meinen Führerschein machen. Da ich aber regelmäßig kiffe, will ich nicht, dass mir mein Führerschein entzogen wird. Wie ist das überhaupt mit Drogentests?“

Kascha antwortet:

„Hallo Oliver,
die häufigste Nachweisbarkeitsform von Cannabiskonsum ist der Urintest. Dieser kann Metabolit (ein wasserlösliches und pharmakologisch unwirksames Abbauprodukt von THC) je nach Konsumhäufigkeit und Testgenauigkeit zwischen 10 Tagen und 3 Monaten nach dem letzten Konsum nachweisen. Ein Urintest ist daher überhaupt nicht mit einem Alkoholtest vergleichbar. Denn während bei einem Alkoholtest der aktuelle Alkoholpegel im Blut bestimmt wird, kann ein solcher Test nichts darüber aussagen, ob jemand gerade unter Cannabiseinfluss steht oder nicht. Es kann nur bestimmt werden, ob er oder sie in den letzten Wochen oder Monaten gekifft hat. Nur durch Bluttests ist es möglich zu erfahren, ob jemand aktuell unter Cannabisrausch steht oder nicht, ca. 6 bis 12 Stunden nach dem Konsum. Aber es gibt auch Bluttests, die nach THC Abbauprodukten suchen, diese werden z.B. in Bremen und NRW eingesetzt. Bei Polizeikontrollen im Straßenverkehr kommen oft Schnelltests zum Einsatz. Diese sollen laut Hersteller bis ca. 12 Stunden nach dem Konsum positiv reagieren.
Weitere Infos findest du unter www.drogenpolitik.org.“

Sandra (15) aus Hoyersverda will wissen:

„Hey Kascha,
na alles klar? Habe vor kurzem in einem Drogenaufklärungsbuch was über sogenannte Flashbacks gelesen. Da stand unter anderem drin, dass man von Cannabis auch solche Flashbacks bekommen kann. Stimmt das? Meine Freunde behaupten das Gegenteil. Ich bin verwirrt, bitte kläre mich über das mal auf.“

Kascha antwortet:

„Hallo Sandra,
bei einem Flashback, oder sogenanntem Echorausch, soll sich ein Drogenkonsument Wochen oder sogar Monate nach dem letzten Konsum plötzlich wieder in den Zustand des Drogenrausches zurück versetzt fühlen, was besonders im Straßenverkehr gefährlich sein soll. Deshalb wird mit dem Risiko eines Echorausches oft gegen die Freigabe von Cannabis bzw. auch für den Führerscheinentzug bei Cannabiskonsum argumentiert. Es gibt übrigens auch Berichte von Flashbacks unabhängig von Drogen, z.B. bei ehemaligen Soldaten.
Bisher sind die genauen Ursachen für einen solchen Flashback weitgehend unbekannt, da wenig erforscht. Konkrete Berichte darüber sind sehr selten, dabei betrifft es meist den Konsum von LSD. Das spricht gegen die Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Flashbacks und Cannabis, denn eigentlich müsste es mehr Berichte von Cannabiskonsumenten geben als von denen, die LSD einnehmen.
Es ist unklar, wie Cannabis, das wenige Stunden nach dem Konsum weitgehend aus dem Blutkreislauf verschwindet, noch Monate später eine Drogenwirkung auslösen soll. Für diese ist eine Aktivierung der Cannabinoidrezeptoren durch eine ausreichende Menge psychoaktiver Cannabinoide erforderlich. Der Cannabiswirkstoff THC wird nach dem Konsum in der Leber abgebaut. THC und seine Abbauprodukte werden zwar aufgrund ihrer guten Fettlöslichkeit teilweise im Fettgewebe eingelagert, sickern jedoch wegen ihrer schlechten Wasserlöslichkeit nur in winzigen Mengen über einen langen Zeitraum wieder zurück in den Blutkreislauf. Für eine psychoaktive Wirkung müsste plötzlich eine größere Menge THC (und nicht die Abbaustoffe) in den Blutkreislauf zurückkehren, um an die Rezeptoren zu gelangen. Für die Annahme, dass das tatsächlich geschieht, gibt es keine physiologische Grundlage.
Mehr Infos zum Flasback findest du auch auf www.cannabislegal.de

Wenn auch Ihr Fragen zum Thema Hanf und Konsum habt, dann schreibt an:
hanfberatung@hanfjournal.de

Bleibt friedlich und lasst euch nicht stressen,
Eure Kascha
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Mehr wissenswertes von Kascha gibt gibt es in den Dossiers

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