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Hanfberatung im Hanf Journal - Erste Hilfe für Kiffer
Publiziert am: 08.03.04 - Medienformen: Medienform Text


Zwar dauert es nun schon zehn Jahre, dass die Politiker sich einmal mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes beschäftigen, dem wollen wir uns aber nicht anschließen. Wir bleiben am Ball und beantworten daher eure Fragen sofort und auf der Stelle. Und so ist es auch in diesem Monat nicht anders zu erwarten gewesen, dass an dieser Stelle hier Kascha R. eure Fragen beantwortet. Wenn ihr also auch schnelle Hilfe braucht wendet euch an hanfberatung@hanfjournal.de - jedem, der gerne mehr als zehn Jahre wartet, sei die Adresse schroeder@bundeskanzler.de empfohlen.


Janine (14) aus Berlin fragt:

„Hallo Kascha,

ich bin zwar keine Kifferin, aber ich interessiere mich trotzdem für Hanf. Ich habe gehört, dass das Öl und auch der Stoff, den man daraus machen kann gut sind für die Haut und so? Ich habe mir jetzt auch einen Rucksack aus Hanf gekauft. Wird man von dem Öl eigentlich auch high? Ich habe mich noch nicht getraut es zu probieren, das gibt es aber hier im Bioladen zu kaufen. Ich hoffe du kannst meine Fragen beantworten, auch wenn es mal nicht mit Kiffen zu tun hat?“


Kascha hat eine Antwort:

„Hallo Janine,

da hast du schon mal richtig gehört. Stoff, der aus Hanffasern hergestellt ist, ist mehr als doppelt so reißfest wie Baumwolle und kann bis zu vier Mal so viel Wasser aufnehmen. Außerdem muss Hanf beim Anbau nicht so massiv chemisch behandelt werden wie Baumwolle und ist daher in der Regel auch besser hautverträglich. Hanf reguliert Feuchtigkeit und Atmung besser als Baumwollstoff und ist daher besonders auch für Socken, Schuhe und Unterwäsche super geeignet, ist aber auch sehr robust. Die erste Jeans war aus Hanfstoff hergestellt. Das Logo einer bekannten US-amerikanischen Jeansfirma zeigt eine Jeanshose, die zwischen zwei Pferde gespannt ist. Eine Baumwolljeans würde hier reißen, eine Hanfjeans nicht. An deinem Rucksack wirst du auch lange Freude haben.

Keine Sorge, von dem Öl wird man nicht high. Das wird aus den Samen gepresst, die keinen Wirkstoff enthalten. Außerdem werden hierzulande sowieso nur sehr wirkstoffarme (unter 0,2 Prozent THC) Sorten angepflanzt. Dafür enthält das Öl eine bemerkenswerte Mischung aus essenziellen Fettsäuren wie der Gamma-Linolensäure, die bei Neurodermitis sehr hilfreich und in keinem anderen Speiseöl enthalten ist. Das Öl schmeckt leicht nussig und ist zwar zum Braten nicht so gut geeignet, macht sich aber zum Beispiel interessant in Salaten.“



Roland (28) aus Dresden fragt:

„High Kascha,

ich habe eine kleine Firma und überlege, meine Drucksachen (Briefe, etc.) auf Hanfpapier umzustellen. Nun möchte ich wissen, ob das (neben meiner persönlichen Freude, auf Hanfpapier zu drucken) auch weitere Voreile bietet? Ist Hanfpapier besser oder schlechter als Holzpapier? Und vor allem: Was kostet der Spaß?“


Kascha antwortet:

„Hallo Roland,

erst einmal gratuliere ich zu deiner Überlegung. Ökologisch ist es durchaus sinnvoll, auf Hanfpapier umzusteigen. Aus einem Hektar Hanf kann jährlich mehr als vier Mal so viel Papier hergestellt werden wie aus einem Hektar Wald. Hanf muss bei der Zelluloseherstellung wesentlich weniger chemisch behandelt werden als Holz (weil Hanf weniger Lignin enthält) und hält daher auch wesentlich länger. Hätte Gutenberg seine Bibel 1453 nicht auf Hanf-, sondern auf Holzpapier gedruckt, wäre davon schon seit fast 300 Jahren nichts mehr übrig. Aufgrund der sehr langen Faserlänge gibt es allerdings so gut wie kein reines Hanfpapier, meist besteht es aus 80 Prozent Hanf und 20 Prozent Recyclingpapier oder ähnlichen Mischungen. Hauptsächlich wird Hanfpapier zur Zeit zur Herstellung von Papers verwendet. Hanfpapier ist auch meist nicht ganz so weiß wie industrielles Holzpapier, überdauert aber dafür mehrere Jahrhunderte. Der Preis ist leider durch die geringen Absätze deutlich höher als der von Holzpapier. Je mehr die Nachfrage steigt, desto besser wird das allerdings sicherlich werden.“



Kristin (17) aus Aachen fragt:

„Hallo Kascha,

wie ist das nun eigentlich mit dem Verkauf von Haschisch in Apotheken? Soll das eingeführt werden? Meine Mutter hat eine Apotheke und hat irgendwie Angst davor. Auch wenn ich ihr schon gesagt habe, dass das Unsinn ist, glaubt sie, dass „Junkies“ dann ihre Apotheke überfallen würden um an ihr „Hasch“ zu kommen. Ist es nicht auch ein bisschen widersinnig, Cannabis in Apotheken zu verkaufen? Gibt es dafür irgendwelche Gründe oder irgendwelche Erfahrungen?“


Kascha antwortet:

„Hi Kristin,

auch wenn es immer wieder diskutiert wird gibt es zur Zeit keinen Plan, Cannabis in Apotheken zu verkaufen. Die zur Zeit diskutierten Modelle sind a) Einstufung als Ordnungswidrigkeit (wie in England), dann würde es aber auch nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sein, oder b) Verkauf in Fachgeschäften (wie in Holland oder der Schweiz). Da Apotheken dazu da sind, Heilmittel zu verkaufen, ist es auch sinnvoller, dort medizinische Cannabis-Präparate (z. B. THC-Tinkturen oder wie zur Zeit üblich synthetisches THC) zu verkaufen - auf Rezept natürlich.

Im 19. Jahrhundert gab es mal ein Gesetz, dass regelte, dass Cannabis nur in Apotheken verkauft werden darf. Dieses Gesetz umfasste übrigens auch Kokain und Kamillentinktur und sah keine Beschränkungen vor. Man hätte also auch zwei Kilogramm kaufen können, aber eben nur in der Apotheke. Damals war Cannabis hier allerdings auch hauptsächlich als Heilmittel (z. B. gegen Hühneraugen und Kopfschmerzen) gebräuchlich.

In den 1990er-Jahren sollte es in Schleswig-Holstein einen Modellversuch zur Abgabe von Cannabis in Apotheken geben. Dazu ist es aber nicht gekommen. Das hätte auch ähnlich wenig Sinn wie der Verkauf von Kaffee oder Bier in Apotheken. Der große „Sturm auf die Apotheke“, wie ihn einige Apotheker fürchten, ist aber sicherlich nicht zu erwarten. Kiffer sind keine Junkies, es gibt so gut wie keine Beschaffungskriminalität und die Wahrscheinlichkeit, dass durch kontrollierte Abgabe so etwas entsteht, ist sehr gering.“

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