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Eine runde Mitleid
... für alle Leute aus nem Kaff
(pub mai 2003)
Publiziert am: 07.05.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal mai03 artikel Eine Runde Mitleid ... ... für alle Leute aus nem Kaff

Man wohnt in einer kleinen Stadt mit dörflicher Umgebung, die Bevölkerung ist durchschnittlich 50 Jahre alt und zählt sich überwiegend zum konservativ- verklemmt bürgerlichen Lager. Keine gute Location für ein Dasein als Kiffer. Aber wie es so oft im Leben ist, kann man sich nicht alles aussuchen und landet schnell an einem suboptimalen Ort. Dort hat man dann die Wahl: entweder offiziell als normaler braver Bürger leben und in seinen vier Wänden verdeckt Hanf genießen oder Ärger mit den Bullen bekommen. Man versucht sich zu arrangieren und gibt sich den Stress.
Da fängt es dann schon an, dass man sich oft sehr einsam fühlen kann, denn wem sieht man schon an, ob er die gleiche Tarnkappe trägt oder ob er ein obrigkeitsdenkender Arsch ist, der einen verpfeift. Doch die wenigen Kifferfreundschaften, die man hat, sind dafür umso vertrauensvoller und helfen, die harten Gefahren der Repression durch zu stehen.
Wenn der kleine Kanten, der letzte Woche zufällig von einem Bekannten erworben werden konnte, immer kleiner wird, wenn das Tütchen Gras sich dem Ende zuneigt, ja dann wird es höchste Zeit, Nachschub zu besorgen. Da wird erst ein Kumpel angerufen, dieser hat einen anderen Kumpel mit richtig guten „Konzertkarten“ und das zu einem fairen Preis. Dieser ach so faire Preis liegt dann zwischen 7 und 10 Euro: ein Kurs, der für die meisten Großstadtkiffer undenkbar teuer erscheint. Man vereinbart einen Treffpunkt 20 Kilometer weiter in der Pampa, weil’s da weniger gefährlich ist, erwischt zu werden. Man wartet Stunden auf den unbekannten Typen, dessen Namen man gar nicht mal kennt. Der Kleindealer ist eigentlich ein Arschloch, hat nicht mal eine Waage dabei und das Stück Hasch ist kleiner als gehofft. Wie viel Streckmittel oder anderer Dreck da wohl drin sein werden? Man fährt etwas frustriert nach Hause, dabei immer schön aufpassen, dass man nicht verfolgt wird, schon viele hat es so getroffen. Durchatmen kann man erst, wenn man sicher Zuhause angekommen ist. Aber auf dem Land nimmt man so einiges auf sich. Man ist schließlich glücklich, wenn man überhaupt etwas Rauchbares erwerben kann. In einer Woche wird man wieder den gleichen Film erleben. Doch lohnt sich dieser Stress wirklich? Bereitet dann das Kiffen überhaupt noch Freude? Diese Fragen müssen sich alle Kiffer, die in ländlichen Gebieten wohnen, stellen. Und es ist natürlich jedem überlassen, wie man sie beantwortet. Doch man sollte wissen, wo die Grenzen liegen und sich nicht verarschen lassen.

Scuffy
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