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Hanfberatung im Hanf Journal
Erste Hilfe für Kiffer
(Pub. Mai 2004)
Publiziert am: 04.05.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal mai04 artikel Die Hanfberatung im Hanf Journal >>Erste Hilfe für Kiffer

Auch diesen Monat beantworten wir wieder alle eure Fragen rund um Kiffen & Co. Keiner muss leer ausgehen. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Das tollste kostenlose Wissen der Welt gibt es genau jetzt und hier oder unter hanfberatung@hanfjournal.de

Eva (ohne Alter und Wohnort) fragt:

„hey ho!

Hab mal ’ne etwas komische Frage: Habe meinem Vater zu seinem 50. Geburtstag ’ne Tüte mit einem Gramm geschenkt. Die hat er dann mit mir und meiner Mutter geraucht, wobei meine Mutter und ich insgesamt vielleicht höchstens fünf Mal gezogen haben. Mein Vater hat dagegen immer ziemlich tief gezogen und den ganzen Joint alleine ziemlich schnell weggeraucht. Kurz danach wurde er so blass, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Er fing an zu schwitzen und meinte, dass er schon ziemlich was merken würde. Dann sackte er plötzlich auf seinem Stuhl zusammen und war nicht mehr ansprechbar. Seine Augen waren noch halb geöffnet, aber sein Kopf hing total schlaff zwischen meinen Händen und er hat nicht reagiert, wenn man ihn angesprochen hat. Nach ca. einer halben Minute (kann das nicht so gut einschätzen, hab nicht auf die Uhr geschaut) ist er ein bisschen zusammengezuckt und war wieder ansprechbar, wenn auch verwirrt. Er sagte, er wisse nicht was los sei und dachte, er hätte geschlafen. Ich hab ihn dann ins Bett gebracht, das Fenster gekippt und Wasser hingestellt. Wir haben immer noch mal nach ihm gesehen, aber ihm ging’s etwas besser. Er wollte einfach nur im Bett liegen und in Ruhe gelassen werden. Jetzt meine Frage: Was war los? Überdosis? Zu viel, zu schnell beim ersten Mal? Mein Vater nimmt außerdem blutdrucksenkende Medikamente. Kann das was damit zu tun haben? Danke für eure Antwort!“

Kascha antwortet:

„Hi Eva,

so komisch ist deine Frage gar nicht. Cannabis kann durchaus unerwünschte Nebenwirkungen haben. Das ist üblicherweise von den Konsumumständen und der konsumierten Menge abhängig, was man bei deinem Vater klar erkennen kann. Erst einmal ist, je nach Qualität, ein Gramm für drei (vermutlich nicht all zu geübte) Konsumenten schon nicht wenig. Da anscheinend dein Vater auch noch eine ziemliche Menge davon geraucht hat, gehe ich davon aus, dass es schon mal von vornherein ein wenig viel war. Dann kommt noch dazu, dass er, wie du sagst, schnell und tief inhaliert hat. Das verstärkt einerseits die Wirkung, andererseits ist in dem Joint ja sicherlich auch Tabak gewesen, der im Normalfall ungefiltert und tief inhaliert auch so seine Wirkung entfaltet (den so genannten „Tabakflash“), mal angenommen, dass dein Vater normalerweise nicht raucht. Wenn er (Zigaretten-)Raucher ist, ist das nicht so krass, dann hat er aber sicher ziemlich tief inhaliert, weil seine Atemwege an Rauch gewöhnt sind.

Was dann mit ihm passiert ist, ist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Komponenten der Cannabis-Wirkung. Der Puls erhöht sich, der Blutdruck sinkt, je nach Dosis wird man blass, schlapp und müde. Eventuell setzt auch kurz das Bewusstsein aus, sodass einem „schwarz vor Augen“ wird. Der Blutzuckerspiegel ist dann meist auch eher niedrig. Zusätzlich ist man bei solch hohen Dosen, besonders, wenn man das erste Mal Erfahrungen mit Cannabis macht, ziemlich desorientiert und verwirrt bis ängstlich. Du siehst: alle negativen Wirkungen treten verstärkt auf, die schönen dagegen eher kaum. Ihr habt also richtig gehandelt: Liegen, Wasser trinken, frische Luft. Am besten auf die Seite legen und nicht alleine lassen, wenn sich der „überdosierte Konsument“ übergibt, besteht ansonsten Erstickungsgefahr. Beim nächsten Mal also: Lieber erst mal langsam rauchen und gucken was passiert, immer genug trinken, vielleicht auch eine Tafel Schokolade und Obst dabei haben, dann hat man auch was davon.“

Chris (ohne Alter, Bochum)

„High Kascha,

ich hab 0,4 Gramm Peace von bester Qualität geraucht und habe nichts gemerkt! Woran kann das liegen ?“

Kascha antwortet:

„Hallo Chris,

das ist eine gute Frage, auf die es nicht „die“ Antwort gibt. Fast ein halbes Gramm ist eine Menge, bei der man eigentlich schon etwas merken sollte, es sei denn, das Dope war echt beschissen. Bist du dir denn wirklich sicher, dass das so gute Qualität war? Bei wirklich guter Qualität sollte man schon bei 0,1 bis 0,2 Gramm was merken. Wenn es wirklich gut war, dann bleiben nur zwei Erklärungsmöglichkeiten: Entweder warst du schon so breit, dass du einfach den Unterschied nicht mehr gemerkt hast. Wenn man von morgens an alle Stunde was raucht, ist man irgendwann in einem Zustand, wo man nicht mehr viel breiter wird. Spätestens abends kann man dann rauchen was man will. Das ist auch das, was im Allgemeinen mit einem „Toleranzeffekt“ verwechselt wird, wie es ihn z. B. bei Pilzen oder Ecstasy gibt. Der erste Joint bzw. Kopf am Tag knallt immer am meisten. Oder die Konsumform war einfach komisch, dass also zu viel in die Luft und zu wenig in die Lunge gegangen ist (Loch im Joint, Bong undicht, o. ä.). Dann hättest du aber zumindest ein wenig merken müssen. Wenn es dir öfter mal vorkommt, dass du rauchst, dir sicher bist, dass das Dope korrekt ist, aber du nichts merkst, dann mach doch mal eine oder zwei Wochen Pause. Das ist erstens gut für den Kopf und zweitens knallt dann alles wieder wie früher.“

Lisa (19) aus Hanau fragt:

„Hallo Kascha,

jetzt ist ja langsam wieder Pflanzzeit. Ich habe in Margarinebechern auch schon ein paar Pflänzchen vorgezogen, die jetzt so zehn Zentimeter hoch sind. Meine Frage ist: Wann kann ich sie rauspflanzen? Muss ich dabei irgendetwas beachten? Ich würde auch gerne frühestmöglich die Weibchen von den Männchen trennen. Kann ich das jetzt schon erkennen?“

Kascha gibt Rat:

„Hi Lisa,

rauspflanzen kannst du die Pflänzchen jetzt jederzeit, ich würde allerdings abwarten, wie sich das Wetter entwickelt. Jetzt kann es nachts noch manchmal ganz schön frostig werden, und sehr regnerisches und windiges Wetter kann deine Zöglinge auch beschädigen. Was gibt es sonst noch so zu beachten? Der Anbau von Hanf ist in Deutschland genehmigungspflichtig, für Hanf zu Rauschzwecken wirst du mit ziemlicher Sicherheit keine Genehmigung erhalten. Dementsprechend machst du dich natürlich strafbar, wenn du vorhast, den Hanf in Deutschland anzubauen. In Ländern, wo Hanfanbau erlaubt ist (Schweiz, Niederlande) lieben die Pflänzchen einen sonnigen, aber nicht zu heißen Standort und nährstoffhaltigen, nicht zu sandigen Boden. Aber auch wenn du keine perfekten Bedingungen findest, Hanf wächst eigentlich überall. Die Weibchen von den Männchen trennen kannst du jetzt sicherlich noch nicht, du solltest es aber vor der Blüte tun. Sobald die Pflänzchen aus mehr Blättern als nur den beiden Keimblättchen am obersten Ende des Stängels bestehen, solltest du sie beobachten. Weibchen sind in der Regel eher buschig und wachsen straight nach oben, während Männchen sich gerne mal verzweigen und regelrechte „Ästchen“ haben. Wie stark das ausgeprägt ist, hängt sowohl vom Entwicklungsstadium als auch von der Sorte ab: Indica-Sorten sind normalerweise eher gedrungen und buschig, Sativa-Sorten eher langgezogen, dass sie bis zu vier Meter hoch werden, ist auch für die Standortfrage nicht unentscheidend. Viel Erfolg!“

Eure Kascha
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