Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

fun+action
Druckversion
Wenn Redaktionsmitglieder streiten
(Pub. Oktober 2003)
Publiziert am: 28.09.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03oktober artikel Wenn Redaktionsmitglieder streiten Diskussionen rund ums Kiffen

Kein „Hanf Journal“ ohne die berühmt-berüchtigten, niemals opferlosen Verbal-Schlammschlachten. Auch diesmal wieder mit dem selbsternannten Titelverteidiger Werner und dem nimmermüden Herausforderer Martin. Der geplante dritte Gegner, Götz Wiedmann, hat sich, nachdem er seine Gegner gesehen hat, noch mal mehrere Monate Vorbereitungszeit erbeten.


Wir diskutieren, passend zur 23. Ausgabe, über Verschwörungen dieser Welt. Für alle die es noch nicht gemerkt haben und jetzt schon auf dieser fast letzten Seite sind: Es ist die 23. Ausgabe und wir haben uns davor auch schon immer ein bisschen mit Verschwörungen und Verschwörungstheorien beschäftigt, wir hoffen es hat irgendjemand gemerkt (siehe Ecken).


W: Meine liebste Verschwörungstheorie hab ich bei den grossstadtsurvivorn gefunden. Sie ist de facto richtig, ich kann sie nur immer wieder wiederholen, damit die Leute es endlich merken. Es ist die Matratzenmafia in Berlin. Also in Wahrheit herrscht die Matratzenmafia über ganz Deutschland. Das müsst ihr euch mal vorstellen. Die haben sehr viele Läden aufgemacht, dann keine Kunden mehr bekommen weil sie so viele Läden hatten. So mussten sie sich überlegen, wie sie sonst Einfluss und Macht kriegen konnten und haben mit dem vielen Geld das sie hatten alles weitere aufgekauft. Die stellen jetzt die größte Mafia dar und bauen immer noch mehr Matratzenverkaufsgeschäfte, weil sie ja noch mehr Geld waschen müssen. Wenn man sich mal anguckt wie viele Matratzenläden es in Berlin alleine schon gibt - Das würde wohl für ganz Deutschland ausreichen. Sonst müsste sich jeder einmal im Jahr ’ne Matratze kaufen., damit sich das halbwegs rentieren könnte.

M: Also meine Verschwörungstheorie, die ist ja glaub ich ein bisschen fundierter. Also ich glaube ja an die hässlichen alten fetten weißen Männer. Da gibt’s so ’ne Geheimloge, das sind so vielleicht zehn oder zwanzig Stück. Das sind noch nicht mal die, die wir kennen. George Bush jr. ist nicht dabei.

W: Der ist ja auch nicht fett.

M: Ja stimmt. Das sind so die ganz großen Wirtschaftsbosse, von denen keiner weiß, dass sie die Bosse sind und die so hintenrum alle in der Hand haben. Die regieren die Welt.

W: Und wie heißen die?

M: Die ham keinen Namen. Vielleicht sind’s ja die Illuminaten, aber nee, glaub ich nich.

W: Die gibt’s ja auch gar nicht mehr.

M: Ja genau, die gibt’s ja gar nicht mehr.

W: Steht im „Hanf Journal“.

M: Glaub ich aber schon, dass in Wahrheit alles ganz anders ist als man vermutet. Die Leute von denen man denkt, dass sie die Welt regieren würden, sind in Wahrheit nur Marionetten von irgendwelchen anderen Menschen.

W: Ja klar. Ich denke auch, in vielen Punkten ist es einfach so, dass die Leute die wirklich viele Fäden in den Händen halten, selten die Leute sind die wirklich vorne stehen. Das gibt’s in paar Punkten vielleicht, aber in der Regel bestimmen schon andere, wie das abläuft. Es gibt ja einmal die einzelnen faktischen Sachen, wie man Macht ausüben kann, und dann gibt’s ja auch noch das wesentlich wichtigere, nämlich wo sich ’ne Gesellschaft hinbewegt. Welche Verschwörungstheorie auch immer dran ist - sie muss ein totales Interesse an dem Kapitalismus und Ausbeutung haben.

M: Und an der Vernichtung aller Drogen.

W: Aber auch nicht so explizit. Ich glaube eher, dass es ihnen in bestimmter Weise was nützt. Wem bringt denn das ganze Verbot was?

M: Der Mafia. Und die Mafia unterstützt dann wieder die, die das Verbot aufrecht erhalten.

W: Ja, über die Mafia werden dann zum Beispiel wieder große Waffengeschäfte gemacht.

M: Du glaubst also beim Drogenverbot geht’s gar nicht um das Drogenverbot?

W: Geht ja nicht. Jeder der ’ne sinnvolle Drogenpolitik betreibt und das mal nicht nach Mythen macht, muss irgendwann feststellen, dass man gegen Drogen auf eine folgende Weise vorgegangen ist: Man hat immer irgendwas behauptet, was nicht stimmte. Von dem man auch genau wusste, das es nicht stimmt, und hat dann gewartet, bis die Wissenschaft das Gegenteil beweist. Was eigentlich ein total hirnrissiges Vorgehen ist. Normalerweise untersucht man was, und wenn man einen Anhaltspunkt hat, versucht man das zu belegen oder zu widerlegen. Bei uns hat man erst mal irgendwas verkündet, so wie „Cannabis macht impotent“ oder „Cannabis macht körperlich abhängig“. Man hatte nie einen Hinweis darauf, man hat’s immer nur behauptet. Da wird sich nur mit Lügen über Wasser gehalten. Und wer sich näher damit beschäftigt muss das doch erkennen. Also muss dahinter ja was anderes stecken. Da muss man überlegen, wem bringt’s was? Und da wäre zum Beispiel die Mafia.

M: Könnt’s nicht auch sein, dass die versuchen die Gesellschaft produktiver zu erhalten?

W: Aber es gibt doch auch viele Drogen, die produktiver machen würden. Nicht umsonst wurde der Blitzkrieg mit viel Speed betrieben.

M: Also geht’s nur um die Kohle.

W: Um die Kohle und um Kontrolle. Man schafft damit ja auch viel Kontrolle. Mit einem Verbot kann man alle innenpolitischen Maßnahmen rechtfertigen. Seit dem 11. September muss man das ein bisschen relativieren. Jetzt hat man noch die Terroristen, aber davor, wie der ganze Ostblock weg war, hatte man ja nur noch die Drogen als Feind.

M: Ja, man braucht einen Feind um die Kontrolle aufrechtzuerhalten. „Der Krieg gegen Marihuana ist nicht so wichtig, aber Verbote stärken die Autorität.“ Hat Oberprohibitionist Anslinger mal gesagt.

W: Genau, wenn du nichts hast um einen ganz plakativen Feind aufzubauen, dann hast du auch keine Möglichkeit mehr, das Innensystem auszubauen. Wer soll dir denn das Geld geben?

M: Also basiert alles letztendlich auf der Angst.

W: Auf Lügen.

M: Und auf der Angst. Nur weil wir Angst haben, lassen wir zu das man uns, um uns angeblich zu schützen, in Kontrollzwänge einsperrt. Und die Angst wird durch die Lügen produziert.

W: Und hinter allem steckt die Wirtschaft und das organisierte Verbrechen. Die Pharma-Industrie will am Ende das Verbot, weil die Einnahmen aus den pflanzlichen Drogen oder denen die man selber herstellen kann, an denen vorbeigehen. Solange Mafia und Pharma-Industrie das nicht wollen, wird sich drogenpolitisch so schnell wohl nichts ändern.

Tja, liebe Leser, vielleicht hat Werner ja recht und wir stehen den wahren Weltmächten hilflos gegenüber. Aber vielleicht (oder sogar sehr wahrscheinlich) ist es doch so, dass wir den Lauf der Dinge ändern können. Wenn die Wirtschaft die Welt regiert, ist der Kunde doch trotzdem noch König. Wer nichts verkauft, kann auch keine Politiker schmieren. Also gebt die Macht über unser aller Schicksal (euer Geld) nur denen, die damit keinen Scheiß bauen.
Erst denken – dann kaufen.


Die Redaktion
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-