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Streitigkeiten aus der Redaktion.
(Pub. September 2003)
Publiziert am: 02.09.03 - Medienformen: Medienform Text


Natürlich dürfen auch in dieser Ausgabe die „Hanf-Journal“-Verbalprügeleien nicht fehlen. Diesmal im Ring: In der rechten Ecke, auf der roten Couch: Dauergast Werner Graf und in der linken Ecke, auf dem orangenen Sessel: Der Herausforderer Martin Schwarzbeck.

Runde eins: Die ultimativste Rauchtechnik

Go!

M: Also, ich erklär jetzt mal die ultimativen Rauchtechniken. Da gibt’s die einen, die atmen direkt durch den Joint ein und dann gibt’s noch die anderen, die ziehen erst und atmen’s dann ein.

W: Und da gibt’s noch die Siebzigerjahre-Technik. Ich weiß nicht was die genau bringt, aber sie ist ja irgendwie intensiver.

M: Sieht auch sehr humorvoll aus . . .

W: Also das find ich ja sehr angenehm, äh, sehr effektiv, wenn man den zwischen den Händen so einklemmt. Und so .(Bild 1) . . . dran zieht. Weißte was ich meine?

M: Ja. Und ich kenn da noch den, da nimmt man den Joint so mit den Fingerspitzen von beiden Händen zusammen, und . . . (BILD 2). . . ffffp.

W: (schockiert) Was ist das? Das ist doch paffen? Du hast doch eindeutig grad gepafft!

M: (stößt erst eine riesige Rauchwolke aus und spricht mit gequältem Gesicht weiter.) Nein. Dadurch, dass du den so hältst, ziehst du die Luft noch zwischen deinen Fingern durch und das is dann quasi wie ne Bong.

Werner probiert’s aus und guckt total geschmerzt, als der Rauch seine Lungen füllt – Martin lacht sich einen ab.

W: Tatsache. Aber warum is das jetzt krasser? Doch einfach nur, weil du schneller ziehst. Oder?

M: Nee ich glaub, das ist weil das Luft-Rauch-Gemisch mehr zugunsten der Luft ist, und dadurch atmest du es ja ganz anders ein, als wenn’s nur Rauch wäre. So wie Passivrauchen schädlicher ist als normales Rauchen. Weil die Lunge sich gegen so „luftige Rauchgemische“ nicht so wehrt, sondern das ganz normal aufnimmt.

W: Ja, aber nur auf den einzelnen Partikel bezogen: Insgesamt ist Rauchen schon schädlicher als Passivrauchen.

M: Ich hab das mal so gehört.

W: Nee, nur relativ gesehen. Ich glaub ja, dass es im Prinzip nur darum geht, wie schnell du das in die Lunge reinziehst, und wie lange du es da drin behältst. Ich find, eines der effektivsten ist ja auch dieses Rauchspielchen da, türkische Runde, wo man den Rauch solange drin behalten muss bis man wieder dran ist. Und ich kenn’ jemand, der zieht ganz oft hintereinander, so pf pf pf pf, und atmet des immer direkt mit rein. (Werner führt’s grad mal vor und haucht danach ganz langsam:) Und das ist auch seeehr effektiv.

M: So wie die Schnorrer das immer machen. Und danach ist der halbe Joint weg.

W: Und du hast so ne riesige Glut. Das ist immer total nervend. Das ist halt kein gemütliches Rauchen mehr. Die coolste Kifftechnik ist immer noch normal kiffen. Aber ist halt nicht die effektivste. Weißt du noch eine?

M: Auf so was wie Eimerrauchen oder andere Kreislaufkollaps-Spielchen wollen wir hier nicht eingehen, hä?

W: Nö.

M: Nö. Dann weiß ich nix. Doch! Die Supertechnik überhaupt: Du paffst und lässt dann den Rauch ganz langsam aus deinem Mund rauslaufen und ziehst ihn durch die Nase wieder rein. Die kann ich aber nicht.

W: Das muss man aber eher so nebenbei machen, dann ist es noch stylisher.

Zahlreiche Rauchrunden später hängen Werner und Martin total lahm in der Ecke und können sich nicht mehr bewegen. Ja, das war’s dann wohl – technisches k.o. für beide.

W: Sach mal, warum ist das denn eigentlich so, das Kiffen lahm macht? (Zu dieser selten blöden Frage wurde Werner gezwungen, damit Martin seine – wie er findet – geniale Theorie der Welt kundtun kann.)

M: Ich hab da ja voll die gute Theorie. Das ist so, weil man sich immer auf das einkifft, was man gerade macht. Und wenn man jetzt hier so wie wir auf der Couch sitzt und dabei am Kiffen ist, dann kifft man sich immer aufs „Auf-der-Couch-Sitzen“ ein und wird dabei immer gemütlicher und gemütlicher. Wenn’s jetzt aber so ist, dass man zum Beispiel beim Tanzen kifft oder beim Sportmachen oder vielleicht sogar beim Arbeiten, aber nur wenn man’s direkt dabei macht, dann schießt man sich auf das ein und dann kann man noch viel wilder tanzen, noch viel schneller Sport machen und noch viel besser arbeiten. Aber wenn da nur fünf Minuten dazwischen liegen, dann gilt das nicht mehr, weil dann schießt du dich auf das ein, was du in den fünf Minuten machst. Was du halt genau beim Kiffen machst . . .

W: Das heißt, wenn du jetzt in der Disse neben der Tanzfläche einen rauchst, kannst du nicht mehr so gut tanzen?

M: Ja genau, dann kommst du halt irgendwie raus aus deinem Film. Dann schießt du dich auf’s Auf-der-Seite-Stehen ein.

W: Wir haben da ja jetzt schon öfters drüber diskutiert und die Theorie ist für mich nicht ganz neu. Ich denke auch dass das funktioniert. Weil man ja beim Kiffen weniger multitasking-fähig ist und sich mehr auf einen Punkt konzentriert. Und wenn man beim Tanzen kifft, konzentriert man sich halt nur aufs Tanzen. Solange sich das alles noch in niedrigen Dosen bewegt, glaub ich auch, dass es da so ein Einkiffen geben kann. Aber wenn du jetzt wirklich viel nimmst, dann überwiegt der Downer. Ab einer gewissen Dosis THC in deinem Körper ist es ja auch nicht mehr mit Einkiffen getan. Wenn du jetzt zehn Bongs auf der Tanzfläche rauchst, dann tanzt du auch nicht mehr.

M: So extrem hab ich’s noch nicht ausprobiert, aber bis jetzt hat es immer funktioniert. Ich glaub’ ja auch, dass das was mit dem verschlechterten Kurzzeitgedächtnis zu tun hat. Weil, es ist ja alles, außer dem einen Moment, in dem man sich grad befindet, nach dem Kiffen nicht mehr so präsent. Deshalb ist der eine Moment, in dem man sich grad befindet, so entscheidend für das, worauf man sich einschießt.

W: Ja Nee. Dein Kurzzeitgedächtnis ist ja nicht ganz weg, kannst dich ja schon noch an vieles erinnern.

M: Aber es ist nicht so präsent.

W: Ich würd’ das eher mit Set und Setting erklären. Das was man gern macht, macht man halt unter Drogen noch lieber. Apropos einkiffen. Ich lieb das ja, vor dem Kino noch mal einen zu rauchen und dann voll auf den Film abzuflashen.

M: Nee, voll nicht. Nach der Einkiff-Theorie funktioniert das mit Vorherkiffen gar nicht. Außerdem find ich’s voll schrecklich, wenn man im Kino nicht kiffen kann. Was mach ich denn da, wenn der Film Überlänge hat? Noch nicht mal Zigaretten darf man da rauchen. Und nicht reden. Wie ich das hasse. Ich muss zu so ’nem Film ständig meine Kommentare abgeben können.

W: Kannst ja auch einfach Spacecakes mitnehmen.

M: Und wenn ich dann mit der Tüte knister’, gucken mich alle blöd an.

W: Aber es gibt halt Filme, die sind im Kino einfach um Welten besser.

M: Ich würd’ so ne große Leinwand niemals gegen die Möglichkeit tauschen aufzustehen und auf’s Klo zu gehen.

W: Nee, ich find’s schon cooler, da guckt man die Filme auch bewusster, als wenn er nur daheim nebenbei läuft.

Also liebe Leser, egal ob ihr jetzt Kinofreaks seid oder nicht – wir lesen uns nächsten Monat wieder. Dann wird, wenn alles gut geht, Götz Wiedmann der neue Herausforderer aus der grünen Ecke. Bis dahin viel Spaß - und immer schön brav die Einkifftheorie beherzigen!




Martin und Werner
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